Österreich unterliegt Spanien zuhause unglücklich in der WM-Qualifikation

Nach dem enttäuschenden 1:1-Remis zuhause gegen Serbien stand das österreichische Frauen-Nationalteam gegen Spanien unter Druck. Nach vier Spielen lagen die Österreicherinnen in Gruppe 7 der WM-Qualifikation auf Platz zwei in der Tabelle hinter dem überlegenen Tabellenführer aus der iberischen Halbinsel. Es ging darum das schwache 0:4 im Auswärtsmatch wettzumachen und wichtige Punkte im Kampf um den zweiten Tabellenplatz, der ein Ticket für das Playoff bedeuten könnte, zu holen.

Die Elf von Teamchef Dominik Thalhammer begann energisch und ließ sich von den Verunsicherungen der letzten Matches nichts anmerken. Sie drückte das spanische Pendant in die eigene Hälfte zurück und kam oft mit sehr viel Biss in den Gefahrenbereich des Gegners hinein, ohne jedoch wirklich Torgefahr auszustrahlen. Hinten stand man sehr souverän und ließ nichts anbrennen. Mindestens gleichwertig war Österreich mit den Spanierinnen in der ersten halben Stunde, die torlos blieb. Mit kleinen Nadelstichen versetzte man die Abwehr der Gäste, die selber keine ernsthafte Gefahr vor dem Tor erzeugten und erst ab etwa Minute 25 aktiver wurden, immer wieder in Unruhe.

In der 30. Minute hätte es dann die Führung für die Gastgeberinnen geben müssen. Nicole Billa schickte Sarah Zadrazil in den Lauf, die plötzlich alleine vor der gegnerischen Torfrau auftauchte, aber leider nur die Stange traf. Die Kombinationen funktionierten bis dahin sehr gut, von einem Klassenunterschied war nichts zu merken. Die Österreicherinnen hätten sich die Führung in der ersten Hälfte verdient gehabt. Sie waren schneller und spritziger als die Tabellenführerinnen, defensiv standen sie sattelfest und offensiv sorgten sie von allen Seiten für Gefahr. Mit einem 0:0 und leichten Vorteilen für Österreich ging es dann schlussendlich in die Halbzeitpause.

Klasse setzt sich durch

In der gleichen Tonart ging es auch in der zweiten Hälfte weiter. Die EM-Halbfinalistinnen versuchten die EM-Viertelfinalistinnen unter Druck zu setzen und ihr Spiel früh zu zerstören. Es blieb eine offene Partie mit Vorteilen auf beiden Seiten. Die Spanierinnen schafften es allerdings sich immer besser vom Pressing zu befreien. Nach einer Flanke in den Strafraum bekam Jennifer Hermoso den Ball perfekt serviert und verwertete alleine vor Manuela Zinsberger stehend zur spanischen Führung. Ein Treffer, der nicht dem Spielverlauf entsprach, der aber der Klasse der Spanierinnen zuzuschreiben ist. Nichts desto trotz ließ das ÖFB-Team die Köpfe zunächst nicht hängen und machte dort weiter, wo es aufgehört hatte.

Mit couragierten Angriffen versuchte man den Ausgleichstreffer herauszuholen. Doch mit der Führung im Rücken taten sich die Spanierinnen, die über 60% Ballbesitz hatten, etwas leichter. Mit der Zeit flauten die Angriffsbemühungen der Österreicherinnen auch etwas ab. Spanien verwaltete das Ergebnis, trat dadurch in der Offensive weniger in Erscheinung, ließ dafür aber hinten nur mehr wenig anbrennen. Die Kräfte schienen gegen Ende hin auch zu verschwinden, der Kampfgeist konnte die großen Anstrengungen davor nicht mehr kompensieren. Beinahe wäre der Ausgleich dann aber doch noch gefallen, als Nina Burger an der Strafraumgrenze von der gegnerischen Verteidigerin angeschossen wurde, der Ball ging an die Stange und wurde von der spanischen Torhüterin zur Doppelstange abgewehrt. Alle weiteren Bemühungen seitens der Österreicherinnen brachten keinen Erfolg mehr ein und so ging das Match am Ende mit 0:1 verloren.

 

Österreich - Spanien 0:1 (0:0)

BSFZ-Arena Maria Enzersdorf, 2.000 Zuschauer
Tore: Hermoso (58.)
Aufstellung Österreich: Zinsberger - Schiechtl, Wenninger, Schnaderbeck - Prohaska, Feiersinger, Zadrazil, Puntigam, Aschauer - Burger, Billa