Analyse der Personalsituation, Alternativen und Verstärkungen im ÖFB-Kader

Aufbruch und Wandel

Die Europameisterschaft ist längst Geschichte, die WM-Qualifikation hat bereits begonnen und das österreichische Nationalteam steht dabei in der Tabelle der Gruppe D lediglich auf dem vierten Platz nach drei Spielen. Je ein Sieg, ein Remis und eine Niederlage stehen dabei zu Buche. Zu wenig wie der gemeine Fußballfan in Österreich findet. Die Kritik an Marcel Koller stieg nach der ersten Niederlage im 14. Qualifikations-Match in Folge mal wieder typisch rot-weiß-rot ins Unermessliche. Zu viele haben die letzten überragenden Jahre schnell vergessen. Jahre, in denen am Leistungsmaximum gespielt wurde. Nun erwarten sich viele Fans, dass es so weiter geht.

 

In Wirklichkeit sind im Jahr 2016 aber die Leichtigkeit und die Sicherheit verloren gegangen. Die erste Krise, die der Teamchef in seiner Ära überstehen muss. Das mag viele Gründe haben. Fakt ist, dass Österreich trotz Niederlagen stets versucht hat alle Spiele (bis auf das Match gegen Portugal bei der EM) zu bestimmen. Man kann taktische Fehler vorwerfen. Man kann aber auch fehlende Spielpraxis, fehlende Form und fehlende Fitness einiger Leistungsträger nennen, die dann zu Unsicherheiten im Spielaufbau und in der Defensive führen.

Dieses momentane Tief muss erstmal überstanden werden. Dass das ÖFB-Team dieses Tal überwindet, dessen sind wir uns sicher. Wir haben uns für euch den derzeitigen Stand der aktuellen sowie potentiellen Nationalspieler angesehen. Da das Nationalteam nach dem Rücktritt von Christian Fuchs vor einer Neustrukturierung und womöglich einem Wandel steht, ist es an der Zeit sich die Personalsituation genauer anzusehen. Wer wäre im Moment eine Hilfe, wer braucht unbedingt Erfolgserlebnisse und für wen sieht es derzeit nicht so rosig aus?

Tormann

Bei der Nummer eins gibt es grundsätzlich keine Diskussion im ÖFB-Team. Robert Almer ist und bleibt erster Torwart, zumindest solange er unverletzt bleibt. Zuletzt verletzte sich jedoch der Austria-Keeper im Match gegen Wales und musste dann auch gegen Serbien von der Nummer zwei im Team, Ramazan Özcan, ersetzt werden. Der Legionär von Bayer Leverkusen, der zurzeit bei der 'Werkself' nur auf der Ersatzbank Platz nehmen muss, machte seine Sache diesmal gut. Er zeigte, dass auch er ein sicherer Rückhalt sein kann. Was insbesondere auch für ihn persönlich wichtig ist, da ihm oft Fehler im Nationalteam bislang unterliefen. Seine ersten Bewerbsspiele konnte der 32-Jährige aber souverän und fehlerfrei runterspielen.

Almer und Özcan sind die Fixkräfte und derzeit besten Torhüter Österreichs. Dahinter wartet mit Andreas Lukse der Tormann des SCR Altach auf seine Chance. Ihn zu beurteilen ist schwierig, da er noch keine Einsätze im Nationalteam hatte. In der österreichischen Bundesliga ist er jedoch unverzichtbarer Stammgoalie bei den Vorarlbergern. Seine Leistungen verdrängten auch die jahrelange Nummer drei im Team, Heinz Lindner. Der Frankfurt-Goalie kam aber seit mehr als einem Jahr zu keinem Einsatz bei der Eintracht und wurde auch deswegen mit Beginn der WM-Qualifikation nicht mehr nominiert.

Danach sieht es allerdings recht düster mit den österreichischen Goalies aus. Daniel Bachmann ist zwar auf Abruf bereit, ist allerdings für Stoke City nur bei der Nachwuchsmannschaft in der Premier League 2 aktiv. Bei der Kampfmannschaft gibt es für den U21-Teamtormann derzeit kein Vorbeikommen. Bei ihm wird es womöglich noch ein paar Jahre dauern, bis er eine ernsthafte Überlegung im Team ist. Wieder in guter Verfassung zeigt sich momentan Christian Gratzei, der sich beim Bundesliga-Tabellenführer Sturm Graz wieder das Stammleiberl zurückerkämpft hat und derzeit eine gute Form aufweist. Der 35-Jährige hat bereits zehn Länderspiele, jedoch alle vor der Koller-Ära. Damit es zu weiteren Einsätzen kommt, müsste aber sehr viel passieren. Auch das fortgeschrittene Alter spricht gegen Gratzei.

Mehr potentielle Möglichkeiten gibt die Tormann-Position in Österreich nicht her. Ivan Lucic, der bereits einige Male auf der Abrufliste stand, ist derzeit in der englischen Championship bei Bristol City engagiert, stand in der Meisterschaft bisher aber noch nicht im Kader. Cican Stankovic, Torhüter bei Red Bull Salzburg, galt auch als vielversprechendes Talent während seiner Zeit beim SV Grödig, musste aber nach einigen schweren Fehlern und Unsicherheiten den Kasten als Nummer eins bei den Bullen räumen. Derzeit kommt der 23-Jährige nur im ÖFB-Cup zum Einsatz. Aus der zweiten deutschen Bundesliga gibt es noch Marco Knaller, der beim SV Sandhausen seit letzter Saison unumstrittene Nummer eins ist.

Die Möglichkeiten im Tor sind also recht überschaubar. Als wirkliche Stützen und Fixkräfte kann man nur die ersten zwei Torhüter bezeichnen, dahinter herrscht derzeit noch ein Gefälle. Was allerdings noch schwerer an der Tormannproblematik wiegt, ist die Tatsache, dass sich auch keine jungen Torhüter für die Zukunft aufdrängen. Lediglich Osman Hadzikic von der Austria kann man hierbei erwähnen. Der 20-Jährige ist aber auch nur zweiter Torhüter hinter Almer und wird auch noch einige Jahre brauchen bis er gereift ist. Etwas älter sind der Rapid-Tormann Richard Strebinger und der Mattersburg-Goalie Markus Kuster. Deren Weg kann aber auch erst in einigen Jahren ins Nationalteam führen.

Innenverteidigung

Das eigentliche Prunkstück des ÖFB-Teams bereitet momentan die größten Sorgen - die Defensive! Konnte man in der letzten EM-Qualifikation mit insgesamt fünf Gegentoren in zehn Spielen eine der besten Abwehrreihen Europas stellen, so kassierte man bisher sechs Treffer in nur drei Matches. Aber nicht nur die Statistik sagt das aus, auch die Zuordnung und Stabilität sind merklich verloren gegangen. Angriffe des Gegners wirken zumeist beunruhigend für die österreichische Defensive.

Das Stammduo in der Innenverteidigung, bestehend aus Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger, lässt die Souveränität aktuell vermissen. Es passieren Fehler, die man eigentlich nicht gewohnt ist. Dragovic hat es nach seinem Wechsel zu Leverkusen schwer dort Fuß zu fassen. Lediglich ein Match und eine weitere Halbzeit konnte er für Bayer bislang spielen. Das ist natürlich schlecht für das Selbstvertrauen und für die Spielpraxis. Hinteregger hat sich beim FC Augsburg zwar gut eingelebt und ist immer noch ein starker Verteidiger, doch lässt er in den entscheidenden Momenten ein wenig das Erbarmungslose vermissen, das ihn in den letzten Jahren ausgezeichnet hat. Auf diesem Niveau werden die kleinsten Fehler gnadenlos ausgenutzt. Diese sind nur der Ausdruck von fehlendem Selbstvertrauen und -verständnis.

Mit breiter Brust präsentiert sich derzeit Sebastian Prödl. Bei seinem Klub FC Watford ist er Stammkraft und auch gegen Serbien, als er für Dragovic eingewechselt wurde, merkte man, dass der gebürtige Grazer vor Selbstvertrauen nur so strotzt. Er ist ein gleichwertiger Ersatz des Stammduos. In der Hierarchie ganz unten steht Kevin Wimmer, der bei den Tottenham Hotspur momentan nicht einmal mehr dem Matchkader angehört. Im Team wurde Wimmer zuletzt als linker Außenverteidiger ausprobiert. Diese stellte ihn ob der geringen Erfahrung auf dieser Position sowohl offensiv als auch defensiv vor einigen Schwierigkeiten.

Michael Madl war bislang erster Ersatzspieler, sollte sich einer der vier Innenverteidiger verletzen. Letztes Jahr schaffte es der frühere Sturm-Kicker sogar zwei Mal in den Teamkader. Beim FC Fulham verlor der 28-Jährige erst in den letzten Wochen seinen Stammplatz. Auch in der Innenverteidigung drängen derzeit keine ernsthaften Alternativen nach. Auf Abruf nominierte Koller ansonsten nur noch Philipp Lienhart von der Real-Madrid-Reserve. Die Zukunft gehört dem 20-Jährigen, doch momentan fehlt ihm die nötige Erfahrung auf hohem Niveau.

Namen, die man aus der österreichischen Bundesliga nennen könnte, sind der mit Sturm Graz aufgeigende Lukas Spendlhofer sowie Christoph Schößwendter vom SK Rapid. Spendlhofer ist mit seinen 23 Jahren noch sehr jung und zeigt mit seiner Vergangenheit bei Inter Mailand, dass Potential für höhere Aufgaben in ihm stecken muss. Schösswendter hat sich bei den Grün-Weißen gleich einen Stammplatz erkämpft. Der 28-Jährige kann mit seiner Größe und Kopfballstärke auftrumpfen. Mehr realistische Möglichkeiten bieten sich derzeit auch nicht an.

Außenverteidigung

Auf der rechten Außenbahn ist Florian Klein unumstrittener Fixstarter. Seine Leistungen geben auch keine Diskussion auf eine mögliche Veränderung. Auch beim VfB Stuttgart hat er sich den Startplatz zurück erkämpft. Sein jahrelanges Backup und früherer rechter Verteidiger im ÖFB-Team, György Garics, hat momentan private Probleme und ist auch ohne Verein zurzeit. Deswegen wurde der 32-Jährige in den letzten Spielen auch nicht mehr nominiert. Der neue Plan für diese Position sieht vor, dass Valentino Lazaro künftig dort agiert. Deshalb wurde der Salzburg-Kicker nach dem Länderspiel-Doppel gegen Wales und Serbien auch zum U21-Team weitergeschickt, um im letzten EM-Qualifikations-Match gegen Deutschland auf dieser Position Erfahrung zu sammeln. Er dürfte damit auch der Mann der Zukunft in der rechten Außenverteidigung sein.

Auf Abruf stehen derzeit Stefan Lainer von Red Bull Salzburg, Andreas Lienhart vom SCR Altach und Christopher Trimmel von Union Berlin bereit. Trimmel hat mit drei Länderspielen in der Prä-Koller-Zeit bereits Teamerfahrung sammeln können und ist zudem Stammspieler bei den Berlinern. Lienhart liefert mit der Überraschungsmannschaft der bisherigen Bundesliga-Saison gute Leistungen und hat als Stammspieler seinen Teil zum Erfolgslauf beitragen können. Der frühere U19-Teamspieler ist aber auch schon 30 Jahre alt und damit keine heiße Aktie für die nächsten Jahre. Lainer ist noch relativ jung und derzeit Stammspieler bei Salzburg, muss aber noch an Stabilität dazugewinnen. Eine Überlegung wert ist auch Phillipp Mwene. Der 22-Jährige hat derzeit einen Stammplatz beim 1. FC Kaiserslautern in der 2. Bundesliga.

Auf der linken Seite hat sich nach dem Rücktritt von Kapitän Fuchs eine große Baustelle ergeben. Kein Spieler hat diese Lücke aufschließen können. Markus Suttner, der jahrelang als Backup von Fuchs dabei war und auch oft zu Einsätzen im Team kam, konnte aber bisher noch nicht wirklich überzeugen. Gegen Georgien war seine Leistung die schwächste aller Österreicher. Abschreiben darf man ihn dennoch nicht. Denn ein Stammspieler in der deutschen Bundesliga hat bestimmt wesentlich mehr drauf als bisher gezeigt.

Nachgerückt im Team ist Stefan Stangl, doch der Neuzugang von Red Bull Salzburg kommt derzeit kaum zu Einsätzen und steht teilweise auch nicht im Kader der 'Bullen'. Länderspiele hat der 24-Jährige auch keine absolviert. Das empfiehlt ihn momentan nicht für die Startelf im ÖFB-Team. Zuletzt wurde, wie erwähnt, Wimmer auf dieser Position ausprobiert. Die Frage ist, ob Koller bei dieser Variante auch in den nächsten Partien bleibt, da sich der Tottenham-Legionär auch etwas schwer tat in dieser Rolle. Eine weitere Option stellt Ylli Sallahi dar. Der Karlsruhe-Legionär wird auch in Hinblick eines möglichen Nationenwechsels zum Kosovo noch interessant werden.

Andreas Ulmer würde für die jetzige Lage gute Voraussetzungen mitbringen: jahrelanger Stammspieler in Salzburg und sogar auf drei Teameinsätze hat es der 30-Jährige bisher gebracht. Er steht auch auf Abruf bereit, aber Koller dürfte in diesem Fall auf den Faktor 'Alter' setzen. Mit Christoph Martschinko von der Austria wäre noch ein weiterer Name zu nennen. Aufgrund seines jungen Alters dürfte der 21-Jährige aber erst in Zukunft ein Wörtchen um den Startplatz in der linken Außenverteidigung mitreden. Möglich wäre es auch David Alaba dort spielen zu lassen. Bei Bayern München ist der 24-Jährige auf dieser Position gesetzt, im Nationalteam ist er aber weiterhin für das defensive Mittelfeld vorgesehen, da er von dort aus das Spiel treiben und lenken kann. Die Problemstelle bleibt somit weiterhin die linke Außenverteidigung.

Defensives Mittelfeld

Im defensiven Mittelfeld hat das ÖFB-Team mit Julian Baumgartlinger und David Alaba zwei Fixstarter. Die letzten Jahre machten die beiden Deutschland-Legionäre ihre Sache äußerst gut. Baumgartlinger, der heuer als Mainzer Kapitän nach Leverkusen wechselte und derzeit zu wenig Einsatzminuten kommt, ist der Dauerläufer und Staubsauger im Mittelfeld. Alaba hingegen ist der spielerische und spielantreibende Part. Beim Bayern-Kicker tritt das Problem auf, dass er zwar im Nationalteam auf dieser Position eingespielt ist, aber bei seinem Klub immer in der Defensive eingesetzt wird. Zumeist als linker Verteidiger, weshalb im Moment auch Stimmen laut geworden sind, die Alaba nach vielen Jahren im Mittelfeld nun in der Defensive verlangen.

Ersatzmann Nummer eins der beiden ist derzeit Stefan Ilsanker, der sich mit dem RB Leipzig auf einem Hoch befindet und starke Leistungen bisher zeigt. Der 27-Jährige bringt auch die nötige Härte mit, die im Spiel gegen Serbien nach vielen verstecken Fouls auch notwendig war. Ein Kämpfer vor dem Herrn und integraler Bestandteil des Teams war bis letztes Jahr noch Veli Kavlak, doch seine hartnäckige Schulterverletzung lässt ihn einfach nicht in Ruhe. In gesundem Zustand ist der Besiktas-Kicker nicht wegzudenken vom Nationalteam. Bleibt also nur zu hoffen, dass sich der 27-Jährige wieder gesundheitlich erfängt und das Team als weitere Option etwas unberechenbarer macht.

Heißestes Eisen für die nächsten Jahre wird Florian Grillitsch von Werder Bremen sein. Der 21-Jährige hat sich bereits zum Stammspieler in der deutschen Bundesliga gemausert und wird in den kommenden Länderspielen mit hoher Wahrscheinlichkeit nominiert werden und auch sein Debüt wird nicht lange auf sich warten lassen. Grillitsch ist einer der interessantesten Spieler aus der kommenden Generation und steht wie Stefan Schwab von Rapid auf der Abrufliste. Schwab hat sich bei den Hütteldorfern zur Fixkraft im Mittelfeld und zum zweiten Kapitän hinter Steffen Hofmann gemausert. Eine weitere Alternative, vor allem in Bezug auf die Zukunft, ist auch Dominik Wydra vom VfL Bochum. Der Kapitän des U21-Nationalteams hat bereits letzte Saison mit Paderborn reichlich Erfahrung in der 2. deutschen Bundesliga sammeln können.

Yasin Pehlivan stand zwar letztes Jahr auf Abruf bereit und hat bereits 17 Spiele im Nationalteam absolviert. Doch in den letzten Jahren verschwand der frühere Rapidler in der Türkei etwas in der Versenkung. Auch sein Engagement bei Red Bull Salzburg ist bereits nach einer Saison wieder vorbei und Pehlivan derzeit vereinslos. Im Lager der 'Bullen' aus Salzburg wartet aber mit Konrad Laimer bereits das nächste Talent, das in den nächsten Jahren den Schritt in die Nationalelf schaffen kann. Bei Salzburg hat sich der 19-Jährige bereits an die erste Mannschaft herangetastet, auch im U21-Nationalteam ist er derzeit Fixstarter. Momentan beeindruckt Laimer durch seine Unbekümmertheit und seinen großen Kampfgeist. Für sein Alter wirkt der gebürtige Salzburger schon sehr reif. Seine Zeit wird bei normalem Verlauf bestimmt kommen.

Offensives Mittelfeld

Das offensive Mittelfeld bietet derzeit die meisten Möglichkeiten an Spielern. Leistungsträger, Stammspieler und im Team gesetzt waren die letzten Jahre Marko Arnautovic, Zlatko Junuzovic und Martin Harnik. Arnautovic spielt seit letzter Saison für Stoke City und im Nationalteam bombastisch und ist momentan das Zugpferd im österreichischen Offensivspiel. Die meisten gefährlichen Aktionen laufen über ihn - eine Bank! Junuzovic hat auch deutlich mehr drauf, als er momentan zeigt. Mit Bremen befindet sich der 29-Jährige in einem Tief, was auch an seinem Selbstvertrauen nagt. Von seinen Qualitäten und davon, dass er sich aus seiner Unform wieder rausholt, sind wir dennoch überzeugt. Harnik wechselte von einem Bundesliga-Absteiger zum anderen und befindet sich mit Hannover 96 in guter Verfassung.

Hinter diesen drei Kräften ist Marcel Sabitzer der erste in der Hierarchie. Ihm dicht auf den Fersen ist Senkrechtstarter Alessandro Schöpf, der sich derzeit bei Schalke noch etwas schwer tut mit einem Fixplatz. Der 22-Jährige kommt aber regelmäßig zum Einsatz und durfte die letzten zwei Partien von Beginn weg starten. Die Zukunft gehört ihm, genauso wie dem gleichaltrigen Sabitzer. Heuer spielt der gebürtige Grazer mit RB Leipzig seine erste Saison in der deutschen Bundesliga und gehört dort auch zur Stammformation. Mit 24 Spielen und vier Toren gehört er im Team schon lange zur Standardgarnitur.

Daneben gibt es noch einige junge Spieler, die sich in der Offensive aufdrängen. Louis Schaub von Rapid gehört bereits zum Kader und hat schon sein Debüt fürs Nationalteam feiern können. Bei den Wienern ist der 21-Jährige Leistungsträger und das schon seit drei Jahren. Gute Chancen für die Zukunft dürfen sich auch Karim Onisiwo von Mainz 05, der Bremer Florian Kainz sowie Schaub-Teamkollege Philipp Schobesberger ausrechnen. Während Onisiwo und Kainz bereits ihr Debüt im ÖFB-Team feiern konnten, reichte es für Schobesberger nur zu einer Kadernominierung im letzten Jahr beim Auswärtssieg in Russland. Derzeit ist der Rechtsaußen am Knie verletzt und steigt voraussichtlich erst im nächsten Monat wieder ins Training ein. Onisiwo kommt gelegentlich in der Bundesliga zum Einsatz, während Kainz zuletzt nicht einmal mehr im Kader stand.

Für zwei Arrivierte hingegen wird der Weg zurück zum Nationalteam ein schwieriger. Guido Burgstaller ist zwar ein wichtiger Führungsspieler beim 1. FC Nürnberg, seit seinen Einsätzen beim Länderspieldoppel gegen Albanien und die Türkei im März dieses Jahres wurde der 27-Jährige jedoch nicht mehr einberufen. Auch Jakob Jantscher ist nach der EM in Frankreich aus dem Österreich-Kader rausgerutscht. Da der 23-fache Teamspieler in die Türkei zu Rizespor wechselte, wird es für ihn auch schwerer werden, im Fokus zu bleiben. Die aufdrängenden jüngeren Spieler werden Jantscher womöglich den Rang ablaufen.

Sturm

Im Sturm galt Marc Janko die letzten Jahre als der Mann für die wichtigen Tore. Aber auch der Legionär des FC Basel wird nicht jünger und die Besetzung seiner Position muss schon jetzt überlegt werden. Bis zur EM galt noch Rubin Okotie als sein erster Vertreter, doch der 29-Jährige verließ Europa und wechselte in die zweite chinesische Liga. Damit dürfte die weitere Karriere im Nationalteam für den zweifachen Torschützen im Team beendet sein, der Fokus auf Okotie dürfte gänzlich verschwinden. Bleibt noch der weitere Ersatz im Angriff - Ingolstadt-Kicker Lukas Hinterseer. Der Tiroler kann bereits elf Teameinsätze verbuchen, konnte aber dabei noch kein Tor erzielen. Auch in der deutschen Bundesliga kommt er zu vielen Einsätzen, die Beziehung zum Nationalteam ist bislang aber noch nicht die beste.

Aufgedrängt haben sich in den letzten Monaten Michael Gregoritsch und Deni Alar. Gregoritsch kam heuer in jedem Match für den Hamburger SV zum Einsatz. Auch in der letzten Saison wurde er in fast jedem Spiel, bei dem der 22-Jährige nicht verletzt oder gesperrt war, eingewechselt. Der Sohn des U21-Teamtrainers kam gegen Georgien zu seinem ersten Länderspiel und ist seitdem auch Bestandteil des ÖFB-Kaders. Er wird die nächsten Jahre im Nationalteam prägen und wird auch dahingehend als Nachfolger von Janko aufgebaut.

Im Blickfeld muss man Robert Zulj und Philipp Hosiner aus der zweiten deutschen Bundesliga haben. Zulj absolvierte in der letzten Saison für Greuther Fürth eine ausgezeichnete Saison und war bester Scorer seines Teams. Während seiner Zeit in Salzburg wurde der Offensivspieler bereits einmal in den Teamkader einberufen, kam dabei aber zu keinem Einsatz. Hosiner weist schon fünf Einsätze und zwei Tore im A-Team auf. In den letzten Jahren machte der 27-Jährige eine schwierige Zeit durch. Nach seinem missglückten Engagement bei Stade Rennes erkrankte der gebürtige Eisenstädter. Letzte Saison ging es mit dem Wechsel zum 1. FC Köln wieder etwas bergauf. Mit dem Wechsel in die deutsche Hauptstadt scheint Hosiner endgültig Fuß gefasst zu haben.