Robert Almer verletzt - Welche Alternativen gibt es auf der Torhüter-Position?

Almer - und dann?

Nachdem sich Einser-Tormann Robert Almer im Europa-League-Match der Austria Wien bei der AS Roma eine schwere Knieverletzung zuzog und nun mehrere Monate pausieren muss, ist es an der Zeit sich die Situation im ÖFB-Tor genauer anzusehen. Nun ist ein Platz frei geworden und daher ist es notwendig sich mit der Situation etwas näher zu befassen. Wen wird Teamchef Marcel Koller für Almer nachnominieren?

Wir gehen davon aus, dass der zweite Tormann Ramazan Özcan und Altach-Torhüter Andreas Lukse wie in den letzten zwei Teamkadern auch weiterhin dabei sein werden. Dahinter besteht jedoch ein Kampf, den wir uns näher angesehen haben und die möglichen Kandidaten einem Pro und Kontra unterzogen haben. Diese fünf Kandidaten sind für uns Heinz Lindner, Marco Knaller, Richard Strebinger, Osman Hadzikic und Daniel Bachmann. In der nächsten Reihe sehen wir Kandidaten wie Christian Gratzei (Sturm Graz), Ivan Lucic (Bristol City), Cican Stankovic (Red Bull Salzburg) und Markus Kuster (SV Mattersburg). Für diese Torhüter bestehen aber für uns nur sehr geringe Chancen, um in naher Zukunft einberufen zu werden.

Robert Almer nach seiner Operation - gute Besserung!

 

Heinz Lindner

Heinz Lindner war jahrelang dritter Tormann im Nationalteam. Unter Koller feierte der Legionär bei Eintracht Frankfurt auch sein Debüt im Nationalteam. Auf acht Länderspiele hat es Lindner bis dato gebracht. Fast immer gehörte er in der Teamchef-Ära des Schweizers zum ÖFB-Kader. Dies änderte sich mit der ersten Kadernominierung nach der EURO 2016. Der 26-Jährige wurde nicht mehr von Koller einberufen, stattdessen bekam Andreas Lukse vom SCR Altach den Vorzug gegenüber dem früheren Austria-Tormann.

Gegen Lindner spricht eindeutig seine fehlende Spielpraxis. Bei den Frankfurtern kam der Schlussmann seit seinem Wechsel im Sommer 2015 nur zu einem einzigen Einsatz. Am Finnen Lukas Hradecky war bis jetzt noch kein Durchkommen. Die Klasse hätte er nach 166 Einsätzen in der österreichischen Bundesliga und deren sechs in der Champions League. Unvergessen ist seine Partie beim späteren Finalisten Atletico Madrid, in dem er Diego Costa mit tollen Paraden zur Verzweiflung brachte. Der gebürtige Linzer hat seine Stärken auf der Linie, währenddessen hohe Bälle in den Strafraum ihm Schwierigkeiten bereiten.

Marco Knaller

Marco Knaller wurde im Nationalteam bislang noch nicht berücksichtigt. Bis jetzt stand der Sohn des früheren ÖFB-Goalies Wolfgang Knaller noch nicht ein einziges Mal im Kader oder auf der Abrufliste. Mit dem SV Sandhausen ist Knaller heuer in seine vierte Saison in der deutschen 2. Bundesliga gestartet. In der letzten Saison konnte er sich zum Einsergoalie etablieren und bietet seitdem gute Leistungen, die bisher noch unter dem ÖFB-Radar geflogen sind. In der U21-Nationalmannschaft stand der 29-Jährige insgesamt vier Mal im Kasten. In der U20 und U18 kam er zu jeweils einem Einsatz.

Aufgrund seiner Entwicklung in den letzten Jahren sehen wir den früheren Tormann des Wolfsberger AC als gute Verstärkung für das Nationalteam. Er ist seit geraumer Zeit Stammkeeper in der zweithöchsten deutschen Liga, liefert Woche für Woche souveräne Leistungen ab und ist auch in einem Alter, in dem er Erfahrung mitbringt, das aber auch noch nicht zu sehr fortgeschritten ist. Mehr als nur eine Überlegung ist Knaller auf jeden Fall wert.

Richard Strebinger

Richard Strebinger hat in jungen Jahren den Weg nach Deutschland gewählt. Beim Hertha BSC und bei Werder Bremen (zwei Bundesliga-Spiele) konnte sich der 23-Jährige jedoch nie durchsetzen und wechselte im Sommer 2015 zurück nach Österreich zu Rapid Wien. Bei den Grün-Weißen kämpfte er zunächst mit Jan Novota um die Einserposition. Mittlerweile hat er sich durchgesetzt und verzaubert des Öfteren mit Klasseparaden. Auf 31 Bundesliga- und sieben Europa-League-Partien bringt es der Niederösterreicher bei den Wienern.

Er ist zumindest eine Hoffnung für die weitere Zukunft, muss sich aber vor allem noch an der Konstanz verbessern. Die Grundlagen sind einmal nicht schlecht, aber es bedarf noch der letzten Souveränität und Selbstsicherheit, um ganz nach oben im österreichischen Nationalteam zu kommen. Bei diversen Nachwuchsauswahlen brachte es Strebinger auf insgesamt 22 Länderspiele und zeigt damit, dass er zu einem der besten Torhüter der nächsten Generation gehört.

Osman Hadzikic

Osman Hadzikic ist ein junger Tormann, der bei Austria Wien schon an die Stammelf klopft. Mit seinen erst 20 Jahren kann er trotzdem 21 Bundesliga-Spiele und zwei Europa-League-Einsätze vorweisen. Bei den 'Veilchen' ist er aber eigentlich nur die Nummer zwei hinter Almer und kommt nur bei Verletzungen des Teamtormanns zu Einsätzen. Jetzt dürfte der gebürtige Klosterneuburger vermehrt zu Einsätzen kommen, da der Austria- und Teamtorhüter wie bereits erwähnt lange ausfallen wird. In dieser Zeit könnte Hadzikic seine Chance nutzen und sich ins Rampenlicht stellen.

Eine unbekannte Komponente könnte sein Alter und damit seine fehlende Routine werden. Nichts desto trotz zeigte er bereits was in ihm steckt. Mit ihm kann man in Zukunft rechnen. Die Frage ist nur, ob eine Einberufung ins Team zu früh kommen würde. Der fünffache U19-Nationalspieler muss zunächst viel Erfahrung in den kommenden Jahren sammeln und sollte nicht gleich verbrannt werden.

Daniel Bachmann

Daniel Bachmann ist derzeit die Nummer eins im U21-Nationalteam. Dort hat er in den letzten eineinhalb Jahren bis auf zwei Partien alle Spiele bestritten. Der nächste logische Schritt nach der U21 wäre für den gebürtigen Wiener die Nationalmannschaft. Doch bei seinem Verein Stoke City kommt der 22-Jährige nicht wirklich voran. In der letzten Saison wurde Bachmann zunächst nach Schottland zu Ross County und danach zum FC Bury in die dritte englische Liga verliehen. Bei den Potters ist er in dieser Saison für die zweite Mannschaft in der Premier League 2 vorgesehen.

Für Bachmann wird es wichtig sein, nicht einfach nur Spielpraxis zu bekommen, sondern vor allem Spielpraxis auf höherer Ebene. Da momentan kein Weg am englischen Nationalkeeper Jack Butland in Stoke führt, wäre es ratsam eine neue Herausforderung zu suchen, um ein höheres Niveau gewohnt zu werden und sich durch auffallende Leistungen an das Nationalteam heranzutasten. Bei derzeitigem Stand wird die Karriere ins Stocken geraten, da er ab nächstem Jahr aufgrund des Alters auch aus dem U21-Team scheidet und dadurch weiter an Fokus verliert.