Christian Fuchs wird beim Test gegen die Slowakei verabschiedet

Wenn heute das freundschaftliche Länderspiel zwischen Österreich und der Slowakei am Programm steht, dann steht ein emotionaler Abschied vom langjährigen Teamkapitän Christian Fuchs bevor. Der langjährige Teamspieler und Ex-Kapitän erhält somit im ersten Testmatch nach der verkorksten EURO in Frankreich die Möglichkeit vom ÖFB gebührend verabschiedet zu werden. Wir haben uns seine Karriere mit seinen bisherigen Highlights noch einmal genauer angesehen.

 

Anfänge in Österreich

 

Gestartet hat Fuchs seine Karriere beim 1. Wiener Neustädter SC (nicht zu verwechseln mit dem heutigen SC Wiener Neustadt). Von dort ging es für den gebürtigen Neunkirchner zum damaligen Zweitligisten SV Mattersburg, mit dem er gleich in seiner ersten Saison den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Während der Zeit bei den Burgenländern kämpfte sich der Linksverteidiger auch in die Nationalmannschaft und gab am 23. Mai 2006 unter Teamchef Josef Hickersberger sein Debüt für Österreich. Bei der 1:4-Heimniederlage gegen die Kroaten wurde er in der Schlussphase eingewechselt.

Ab diesem Zeitpunkt wurde er zu einer Fixgröße im Nationalteam und wurde auch für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz nominiert. Allerdings kam er in den ersten zwei Matches nicht zum Zug. Erst im Entscheidungsspiel gegen Deutschland, das mit 0:1 verloren ging, wurde Fuchs über die volle Spielzeit eingesetzt. Schon damals machte er mit seinen Leistungen auf sich aufmerksam, er erreichte mit den Mattersburgern zwei Mal das ÖFB-Cup-Finale und wurde 2007 mit ihnen sogar Dritter in der Bundesliga. Nach der EM verpflichtete ihn der VfL Bochum für 1,2 Mio. Euro.

Dasein als Legionär

Für die Bochumer erzielte der mehrfache frühere Nachwuchsteamkicker sechs Tore in den zwei Bundesliga-Saisonen. Nachdem er in der Spielzeit 2010/11 an den 1. FSV Mainz 05 verliehen wurde und dort gemeinsam mit Andreas Ivanschitz kickte, schlug dann der FC Schalke 04 zu. Die Knappen verpflichteten ihn im Sommer 2011 für eine Ablösesumme von 3,8 Mio. Euro. Mit den Königsblauen konnte er bereits nur wenige Wochen nach seiner Verpflichtung den DFL-Supercup gewinnen. Während der vier Jahre in Gelsenkirchen spielte Fuchs zudem drei Saisonen lang in der Champions League, sogar zwei Treffer gelangen ihm dabei.

Obwohl er bei Schalke relativ viele Einsatzminuten bekam, musste Fuchs seine Zelte nach insgesamt 183 Bundesliga-Spielen in Deutschland abbrechen. Es fand sich ein Klub namens Leicester City, der ihn zu Beginn der Saison 2015/16 unter Vertrag nahm. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Fuchs etablierte sich in der Startelf und die 'Foxes' wurden sensationell Meister in der Premier League. Momentan ist er immer noch Stammkraft in Leicester und darf erneut in der Champions League Einsatzminuten sammeln - und das sehr erfolgreich bis jetzt.

2006 bis 2016: Nationalspieler

Für das Nationalteam hat Fuchs bisher 78 Partien absolviert, damit liegt er auf Platz acht der ewigen ÖFB-Rangliste. Dabei gelang ihm ein einziger Treffer: Bei der 1:2-Heimniederlage am 17. November 2010 im Testspiel gegen Griechenland traf Fuchs außerhalb des Strafraums zum einzigen Treffer Österreichs. Daneben war er an weiteren sieben Treffern per Assist direkt beteiligt. Im Februar 2011 wurde er dann in seinem 37. Länderspiel bei der Niederlage in den Niederlanden von Didi Constantini erstmals zum Kapitän ernannt. Aber erst Marcel Koller installierte ihn im Jahr 2012 als fixen Kapitän.

Sein größter Erfolg mit dem Nationalteam war eindeutig die erstmalige sportliche Qualifikation für eine EM-Endrunde. Letztes Jahr entstand dadurch eine riesige Euphorie im Land. Umso größer waren dann die Hoffnungen, die man für die Endrunde in Frankreich hatte. Der Fall war auch wiederum umso tiefer - aus der Euphorie entstand eine Depression. Fuchs gab daraufhin am 29. Juni 2016 seinen überraschenden Rücktritt vom Nationalteam bekannt. Seitdem ist die Position des linken Außenverteidigers die Problemstelle im ÖFB-Team.

Viele Erinnerungen und ein Stück österreichischer Fußball-Zeitgeschichte sind mit Christian Fuchs verbunden. Es bleibt uns nur mehr "Danke" zu sagen und Erfolg für die Zukunft zu wünschen!