PORTRAIT: Mattersburg-Goalie Markus Kuster schnuppert erstmals Teamluft

Premiere im Team

Nachdem die Tormannsituation beim ÖFB-Team im Moment ohnehin eine schwierige ist und nun auch Altach-Goalie Andreas Lukse für das Länderspiel gegen Finnland ausfällt, wurde daher Markus Kuster vom SV Mattersburg für das Testspiel gegen die Nordeuropäer nachnominiert. Der 23-Jährige darf somit erstmals Teamluft schnuppern. "Ich war von der Nachnominierung überrascht, habe mich aber für den Fall immer bereitgehalten", so Kuster zu LAOLA1. Ein Einsatz im Tor des Nationalteams gegen die Finnen ist aber sehr unwahrscheinlich. Falls bei den Torhütern getestet wird und somit Heinz Lindner nicht zum Zug kommt, dürfte der ebenfalls erstmals einberufene Stoke-Legionär Daniel Bachmann zu seinem Länderspieldebüt kommen.

Karriere im Burgenland

Der gebürtige Wiener spielt schon seit seiner Jugend im Burgenland. Von der Jugend des SC Neusiedl/See ging es im Jahr 2009 mit 15 Jahren in die burgenländische Akademie. Ein Jahr später folgte der Wechsel zu Mattersburg. Nach zwei Jahren in der zweiten Mannschaft des SVM wurde Kuster im Alter von 18 Jahren zur Kampfmannschaft hochgezogen und ist seitdem durchgehend bei den Burgenländern engagiert. Sein Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2018.

Nach mehr als eineinhalb Saisonen ohne einen einzigen Einsatz bei den Mattersburger Profis gab der 23-Jährige am 4. April 2014 gegen den SCR Altach sein Debüt in der Ersten Liga. Bis zum Ende der Saison gab Kuster seinen Platz in der Startelf nicht mehr ab und absolvierte auch in der darauffolgenden Spielzeit alle Spiele für die Mattersburger, die am Ende den Aufstieg in die Bundesliga feiern konnten. Auch in der höchsten österreichischen Spielklasse war Kuster unangefochtene Nummer eins. Bis zur 32. Runde stand er jede einzelne Spielminute im Kasten des Aufsteigers, bis ihm beim 0:9-Debakel gegen die Austria ein Kurzschluss passierte. Der Schlussmann attackierte den Schiedsrichter, sah daraufhin die rote Karte und wurde für den Rest der Saison gesperrt.

In dieser Saison stand er bis auf sechs Matches im Oktober und November, bei denen er aufgrund einer Prellung verletzt fehlte, ebenfalls in jedem Spiel auf dem Platz. Das Abstiegsgespenst treibt in Mattersburg heuer sein Unwesen. Nur einen Punkt liegt man vor dem Abstiegsplatz, den derzeit die SV Ried belegt, und muss sich daher berechtigte Sorgen um den Klassenerhalt machen.

Bekanntschaft mit dem ÖFB

Kuster erlebte seine ersten Erfahrungen beim ÖFB in der U21-Nationalmannschaft, für die er insgesamt sechs Spiele absolvierte - allesamt in freundschaftlichen Vergleichen. Zumeist war Bachmann der etatmäßige Stammtorhüter bei der Nachwuchsauswahl. Für Kuster reichte es nur zu den wenigen Einsätzen sowie acht weiteren Kadereinberufungen, wobei er im gesamten letzten Jahr als fixer Bestandteil im Team dazugehörte. In der entscheidenden Phase der U21-EM-Qualifikation stand Kuster jedoch aufgrund seiner Verletzung nicht mehr im Kader und musste das knappe Ausscheiden gegen die Spanier von zuhause aus verfolgen. Im Nachwuchs ist Kuster jetzt aufgrund seines Alters ausgeschieden.

Für Kuster wird es wichtig sein die Atmosphäre im Team aufzusaugen und sich einen gehörigen Motivationsschub für seine Karriere zu verschaffen. Wenn die verletzte Nummer eins Robert Almer und Lukse wieder fit sein sollten, werden diese auch den Vorzug in den nächsten Ländermatches bekommen. Sein Alter macht aber Hoffnungen für die langfristige Zukunft. Um aber in der Rangfolge der Torhüter in nächster Zeit weiter aufzusteigen, bedarf es dennoch - trotz allem Respekt gegenüber Mattersburg - einen Wechsel in eine stärkere Liga oder zumindest zu den Topvereinen in der heimischen Bundesliga. Auch wenn es irgendwann nicht für ganz weit oben reichen sollte, zumindest im Kader werden wir Kuster bei normalem Karriereverlauf womöglich noch öfter sehen.