PORTRAIT: Bremen-Legionär Florian Grillitsch gegen Finnland nachnominiert

Platz frei!

Jetzt ist es soweit! Nachdem sich eine Einberufung von Florian Grillitsch in den österreichischen Teamkader schon letztes Jahr anbahnte, wurde der 21-Jährige nun für das Testspiel gegen Finnland nachnominiert. Eine Verletzung von Louis Schaub ermöglichte den erstmaligen Sprung ins Nationalteam. Grillitsch ist im letzten Jahr bei Werder Bremen gereift und könnte langfristig gesehen in Zukunft eine wichtige Stütze für das ÖFB-Team darstellen. Im Test gegen die Finnen könnte ihm sogar sein erster Einsatz winken, da auch Kapitän Julian Baumgartlinger verletzt ausfällt und dadurch ein Platz im zentralen bzw. defensiven Mittelfeld frei wird. Grillitsch ist im Mittelfeld vielseitig einsetzbar. Sowohl links, rechts, offensiv, defensiv und zentral hat er bei den Bremern gespielt. Die Mitte ist jedoch seine häufigste Position, in dieser Saison kam er ausschließlich dort zum Einsatz.

Werder-Gang

Das Fußballspielen erlernte der gebürtige Neunkirchener bei der Akademie von St. Pölten, sein Jugendklub ist aber der SVSF Pottschach. Nachdem er die Stationen von der U15 bis zur U18 bei den St. Pöltenern durchlief, wechselte Grillitsch im Sommer 2013 zu seinem aktuellen Verein SV Werder Bremen. Nur ein Jahr später folgte der Schritt von der U19 zur zweiten Mannschaft der Norddeutschen in die Regionalliga Nord. Eine weitere Saison später gelang dann gleich der Sprung zu den Werder-Profis. In diesem Sommer folgt dann ein Tapetenwechsel für den Mittelfeldspieler. Der Rechtsfuß wechselt für eine stolze Ablösesumme von 4 Millionen Euro bundesligaintern zur TSG 1899 Hoffenheim. Bei den Sinsheimern unterschrieb Grillitsch für vier Jahre. Für den Rest dieser Saison geht es mit den Bremern allerdings noch um den Klassenerhalt in der Bundesliga und er hofft, "dass wir diese Saison gemeinsam möglichst erfolgreich beenden".

Osterdeich...

Gleich in der 1. Runde seiner ersten Profisaison durfte Grillitsch mitwirken und spielte die letzten 20 Minuten als Rechtsaußen bei der Heimniederlage gegen Schalke. In den nächsten Wochen und Monaten wurde er aber wieder in die zweite Mannschaft geparkt. Ab Oktober 2015 kam er jedoch vermehrt zu Einsätzen und konnte sich sogar mit jeweils einem Assist gegen Mainz und Dortmund auszeichnen. Sein Aufstieg geschah daraufhin recht schnell. In der Frühjahrssaison gehörte er bereits zum Stammkader der Bremer. Gegen Augsburg gelang ihm im April sogar sein Bundesliga-Premierentreffer. Zuvor konnte er bereits im DFB-Pokal gegen Leverkusen sein erstes Tor bei den Profis erzielen. Am Ende der Saison kam Grillitsch auf insgesamt 30 Einsätze, zwei Tore und sechs Assists für die Bremer Kampfmannschaft.

In dieser Spielzeit gehörte Grillitsch von Anfang an zur Stammelf und reifte schon zum Führungsspieler in grün-weiß. Im November musste er dann aber mit muskulären Problemen pausieren und zog sich im Jänner auch noch eine Schulterverletzung zu. Somit folgte sein Comeback erst Ende Februar. Die letzten zwei Bundesliga-Spiele stand der Niederösterreicher bereits wieder in der Startelf und konnte letzte Woche gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig sein zweites Saisontor bejubeln. Bleibt Grillitsch verletzungsfrei, wird er auch bis zum Saisonende integraler Bestandteil bei Werder bleiben und ihnen vor seinem Wechsel zu Hoffenheim beim Abstiegskampf behilflich sein.

... und Österreich

Beim ÖFB hat Grillitsch von der U17 weg alle Nachwuchs-Stationen durchlaufen. Am 11. Oktober 2016 lieferte er bei der U21-Heimniederlage gegen Deutschland in der EM-Qualifikation sein 34. und letztes Match für den österreichischen Nachwuchs. Das abschließende EM-Playoff gegen die U21 von Spanien verpasste er allerdings aufgrund einer Verletzung. Mit der U20 spielte er sogar bei der WM 2015 mit, als das ÖFB-Team im Achtelfinale an Usbekistan scheiterte. Ein Jahr davor gelang mit der U19 der sensationelle Vorstoß bis ins Halbfinale der EM in Ungarn. Starke 16 Treffer konnte er für die verschiedenen ÖFB-Auswahlen beisteuern. Also auch seine Offensivgefahr ist gegeben.

Da Grillitsch noch jung aber in seiner Entwicklung schon weit fortgeschritten ist, wird er in den nächsten Jahren für das Nationalteam ganz wichtig sein und ihr auch seinen Stempel aufdrücken. Einerseits wird kurzfristig für mehr Konkurrenz und Variabilität im Team gesorgt sein, andererseits hat er viele Jahre Zeit um sich zu einem echten Führungsspieler zu entwickeln. Wir werden auch seinen Werdegang weiterhin beobachten und sehen in ihm eine heiße Zukunftsaktie für den ÖFB.