Achtung hochtalentiert – Teamneuling Kevin Danso im Portrait

Er galt bereits seit zwei, drei Jahren als eines der größten Talente des Landes. Bis vor wenigen Monaten war Kevin Danso aber hauptsächlich nur jenen Personen bekannt, die sich auch mit den Nachwuchsnationalteams beschäftigen. Dies sollte sich jedoch ab vergangenen November ändern. Denn da saß der 18-Jährige beim 0:0 beim 1. FC Köln plötzlich in der Deutschen Bundesliga auf der Bank des FC Augsburg. Hervorragende Leistungen in der A-Junioren-Bundesliga für die U19 und Verletzungssorgen beim FCA machten dies möglich. Den ersten Schritt auf Bundesligarasen durfte der gebürtige Steirer dann im März ausgerechnet gegen den Sensationsaufsteiger RB Leipzig machen. 18 Jahre, Profidebüt gegen den Tabellenzweiten, da kann man schon mal nervös sein. Das war Danso wahrscheinlich auch, nur man merkte es nicht. Unglaublich souveräne 90 Minuten später stand es 2:2 und der Debütant wurde von allen Seiten gelobt. Die Augsburger Fans wählen ihn zum "Man of the Match". Teamkollege [spielerprofil spieler="Martin Hinteregger"] hinterher: "Österreich kann sich freuen, dass so einer nachkommt." Nicht einmal drei Monate später ist er nachgekommen. Teamchef Marcel Koller holte den Augsburger für das bevorstehende Länderspiel in Irland erstmals in Österreichs A-Nationalteam.

Steiermark - Milton Keynes - Augsburg - Nationalteam

Aber wer ist der aufgehende Stern am ÖFB-Himmel nun? Der Sohn ghanaischer Eltern war bei der letzten WM-Endrunde mit österreichischer Beteiligung noch gar nicht auf der Welt. Erst drei Monate später im September 1998 wurde Danso als Sohn ghanaischer Eltern im steirischen Voitsberg geboren. Im Alter von sechs Jahren erfolgte dann der Umzug nach England. Die Familie zog in die mittelenglische Planstadt Milton Keynes und der junge Kevin heuerte bei den Milton Keynes Dons an. Dort genoss er dann auch seine erste fußballerische Ausbildung, ehe es ihn 2014 wieder zurück aufs europäische Festland nach Augsburg zog. Nach neun Jahren musste Danso also die deutsche Sprache wieder von neuem erlernen. "Am Anfang war es natürlich nicht einfach, da ich die Sprache wieder neu lernen musste, aber das ging ziemlich schnell, da sehr viel noch unterbewusst vorhanden war, was immer mehr zum Vorschein kam", verriet er 12terMann.at bei einem Interview im November 2016. Jemand der ihm bei der Eingewöhnung extrem unterstützt hat, war sein Bruder Emmanuel. Der war es übrigens auch, der den ÖFB auf das Juwel aufmerksam gemacht hat. Via Email meldete sich Emmanuel Danso bei den Verantwortlichen und schlug ihnen vor, dass sie doch mal seinen Bruder beobachten sollten. Wenig später war er fixer Bestandteil der ÖFB-Nachwuchsauswahlen.

In Augsburg führte der Weg über die U17, die U19 und kurzzeitig die Zweite Mannschaft nun in die Deutsche Bundesliga und auf die große Bühne des Fußballs. Dort kam der 1,90-Mann interessanterweise bis jetzt immer in der defensiven Dreierkette oder der Innenverteidigung zum Einsatz. Eigentlich ist Danso ein gelernter zentraler Mittelfeldspieler, der nicht zuletzt aufgrund seiner Kopfballstärke immer wieder Torgefahr ausstrahlen kann. Dies belegen sechs Tore in den 18 Junioren-Bundesliga-Spielen vergangene Saison ebenso, wie acht Volltreffer in 23 Nachwuchsspielen für Rot-Weiß-Rot. Neben dem Kopfballspiel zählt laut eigener Aussage auch das Zweikampfverhalten zu seinen Stärken, wodurch er vor allem auf der Position des Sechsers ein gefragter Spieler ist. Dass er aber auch mit dem Spielgerät mehr als "per du" ist, zeigten die ersten Einsätze in der Bundesliga. Die überzeugten die Verantwortlichen in Augsburg um Trainer Manuel Baum und Sportdirektor Stefan Reuter dermaßen, dass der Vertrag gleich einmal bis 2021 verlängert wurde.

Vielversprechender Jahrgang

Im den rot-weiß-roten Nachwuchsauswahlen durchlief Danso von der U15 bis zur U19 sämtliche Altersklassen. Mit der U17 nahm er 2015 an der U17-EM in Bulgarien teil. Beim Vorrundenaus der ÖFB-Youngsters kam er als Mittelfeldspieler in allen drei Partien zum Einsatz. Kurz nach seinem Bundesliga-Debüt im vergangenen März musste er für die U19-Eliterunde in Tschechien leider verletzungsbedingt absagen. Den letzten Schritt in den Nachwuchsklassen übersprang der Teamneuling dann. Ohne nur einmal ins U21-Team von Werner Gregoritsch einberufen zu werden, schnappte sich nun Marcel Koller den Augsburger für den aktuellen Teamlehrgang mit dem WM-Qualifikationsspiel in Dublin.

 

Der Jahrgang 1998 könnte in Zukunft überhaupt noch mehrere Teamspieler hervorbringen. So gehören auch Arnel Jakupovic (FC Empoli), Marco Friedl (Bayern München), Sandi Lovric (Sturm Graz), Maximilian Wöber (Rapid Wien) und Youth League-Sieger Oliver Filip von Red Bull Salzburg zum gleichen Jahrgang wie Kevin Danso. Der hat es ihnen nun bereits vorgemacht und ist mit 18 Jahren im ÖFB-Nationalteam angekommen.

Der Aufstieg des Teamneulings in den letzten Monaten war also sehr steil. Ob er ihn sogar bis in die Startaufstellung am Sonntag in Dublin führt, darf aber bezweifelt werden.