PORTRAIT: Konrad Laimer – Die Zukunftshoffnung im defensiven Mittelfeld

Erst letzte Woche konnte Konrad Laimer mit dem FC Red Bull Salzburg noch den Triumph im ÖFB-Cup-Finale gegen Rapid bejubeln. Diese Woche befindet sich das erst 20-jährige Mittelfeldtalent mit dem Nationalteam in der Vorbereitung auf das wichtige Match in der WM-Qualifikation gegen Irland. Teamchef Marcel Koller nominierte den Salzburger nach einigen personellen Ausfällen im Mittelfeld erstmals für ein Länderspiel. "Mit so etwas kann man nie rechnen. Die Freude darüber war riesig, als ich es erfahren habe", sagte er Ende Mai im Interview mit Laola1 zu seiner Einberufung. Ob es jedoch für den ersten Einsatz reicht, wird sich erst zeigen. Für die Zukunft ist Laimer auf alle Fälle eine vielversprechende Option.

Salzburger Eigengewächs

Der zentrale Mittelfeldspieler wurde in Salzburg geboren und hat bei Red Bull seit 2007 alle Nachwuchsstationen durchlaufen. Damals wechselte er im Alter von zehn Jahren zur Salzburger Jugend. Nachdem er alle Altersklassen der Nachwuchsteams hinter sich brachte, wechselte Laimer im Jahr 2014 zum FC Liefering, dem Farmteam der Salzburger. Gleich in seiner ersten Saison kam der Rechtsfuß aber auch zu insgesamt 13 Einsätzen in drei Bewerben (Bundesliga, ÖFB-Cup und Europa League) für die Profimannschaft. In der darauffolgenden Saison steigerten sich seine Einsatzzeiten weiter, ehe in der gerade abgelaufenen Spielzeit der Durchbruch als Salzburger Stammspieler gelang. Bewerbsübergreifend kam Laimer heuer auf insgesamt 43 Spiele für die Salzburger Bullen und hatte somit einen gewichtigen Anteil am Double-Erfolg mit Meisterschaft und Cup. In der Europa League erfing sich Salzburg zu spät und scheiterte bereits in der Gruppenphase.

Rasanter Aufstieg

Jeweils drei Meistertitel und drei Cupsiege durfte Laimer in den letzten drei Saisonen mit den 'Bullen' bejubeln. Mit dem Titel als Spieler der Saison in der österreichischen Bundesliga krönte er heuer ein überaus starkes Jahr. Es zeigt auch welch großes Potential in ihm steckt. Besonders an ihm ist, dass er trotz seines Alters bereits sehr reif in seinem Auftreten und seiner Einstellung ist. Darüberhinaus verfügt er auch über eine hohe Laufbereitschaft und -geschwindigkeit sowie eine enorme körperliche Präsenz gepaart mit einer gewissen Eleganz. Vor dem Tor ist er auch gefährlich, heuer kam er beispielsweise auf jeweils vier Tore und Assists.

Die Einberufung war also nur eine Frage der Zeit. Nach einigen Ausfällen im ÖFB-Team war es dann soweit. Laimer darf gegen Irland erstmals Teamluft schnuppern. Zu einem Einsatz wird es wahrscheinlich höchstens in Form einer Einwechslung kommen. Die Weichen für die Zukunft sind aber bereits gestellt. Mit dem zu Hoffenheim wechselnden [spielerprofil spieler="Florian Grillitsch"] und Laimer dürfte sich das Nationalteam im zentralen Mittelfeld in den nächsten Jahren nur wenig Sorgen machen. Vielleicht spielt dann auch Laimer in der deutschen Bundesliga. Derzeit kursieren Gerüchte über einen Wechsel zum Salzburger Schwesterverein RB Leipzig. Es wäre definitiv ein Aufstieg, wenn er zum deutschen Vizemeister wechseln würde, auch der Nationalmannschaft würde es langfristig gesehen weiterhelfen.

Konstante im ÖFB-Nachwuchs

 

In den Nachwuchsauswahlen des ÖFB stand Laimer bislang insgesamt 53 Mal auf dem Feld. Seit der U16 hat er für jede Altersstufe zumindest ein Match absolviert. Zuletzt spielte er für die U21-Auswahl und verpasste mit der ÖFB-Elf nach zwei Remis gegen die starken Spanier nur ganz knapp die Teilnahme an der Europameisterschaft in Polen. Mit der U20 erreichte Laimer das Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2015 in Neuseeland. Ein Jahr zuvor gelang ihm mit dem U19-Nationalteam sensationell der Sprung ins EM-Halbfinale, wodurch auch die Teilnahme an der späteren U20-WM fixiert wurde.

Nun scheint aber sein Weg bei den Großen hinzuführen. Er wird womöglich auch bei der U21 noch zu Einsätzen kommen, vor allem wenn die Verletzten und Gesperrten wieder ins Team zurückkehren. Doch Laimer wird früher oder später den Sprung in den Stammkader des ÖFB-Teams schaffen, es bleibt nur eine Frage der Zeit, die er aber noch hat. Derzeit kann sich der Salzburger auf seine persönliche Entwicklung konzentrieren und dem Nationalteam dann in Zukunft helfen. Wenn seine Leistungskurve weiterhin so rasant nach oben verläuft, dann kann sich Österreichs Fangemeinde in den kommenden Jahren auf die Künste des 20-Jährigen freuen