PORTRAIT: Neo-Österreicher Moritz Bauer erstmals im Teamkader

Es gibt einen Zuwachs im Nationalteam zu vermelden. Moritz Bauer wurde für die Spiele gegen Wales und Georgien das erste Mal in das Nationalteam einberufen. Nach der Verletzung von Valentino Lazaro und der Nichtberücksichtigung Florian Kleins rutschte der Neo-Österreicher in den 23-Mann-Kader von Marcel Koller. Im Interview mit der Schweizer Zeitung "Blick" verriet er unlängst: "Sollte sich die Herausforderung bei Österreich ergeben, werde ich diese sehr gerne und mit Stolz annehmen." Jetzt ist es so weit und aus diesem Grund sehen uns den Teamneuling etwas genauer an.

Ausbildung in der Schwiiz

Geboren in Winterthur durchlief der Rechtsverteidiger alle Jugendteams der dort ansässigen Mannschaft FC Winterthur, bis er im Jahre 2010 in die zweite Mannschaft der Grasshoppers Zürich wechselte. Nach zwei starken Saison in der U21 wurde er in die erste Mannschaft hochgezogen. Sein Debüt feierte er im November 2012 gegen den FC Sion. Beim 1:1 kam er über die vollen 90 Minuten zum Einsatz. Daraufhin folgten noch zwölf weitere Einsätze, in denen er sogar ein Tor vorbereiten konnte. In seiner zweiten Saison bei den Grasshoppers wurde er sogar in die U21-Nationalmannschaft der Schweiz einberufen. In den Freundschaftsspielen gegen Schweden und Portugal sowie im U21-EM-Qualifikationsspiel gegen Kroatien durfte er auflaufen. In den darauffolgenden Saisonen kam er regelmäßig zum Einsatz, gehörte aber nicht zum unumstrittenen Stammpersonal. Das änderte sich in der Saison 2015/16. In 33 Spielen und in jedem Cupspiel zeigte Bauer sein Können.

Wechsel nach Russland

Die soliden Leistungen für die Grasshoppers und die Flexibilität in der Verteidigung imponierten dem russischen Verein Rubin Kasan, der im Jahr 2016 kolpotierte vier Millionen Euro für Bauer bezahlte. In seiner ersten Saison bei den Russen kam er zu 21 Liga- sowie zwei Pokaleinsätzen. Bei Kasan wurde er zuerst in der Viererkette als Rechtsverteidiger eingesetzt, doch seit dieser Saison läuft er auch im 3-5-2-System als rechter Mittelfeldspieler auf.

Wechsel zur österreichischen Nationalmannschaft

Wie er im Interview mit den Salzburger Nachrichten betonte, kam sein Großvater aus der Steiermark und dieser hätte es schon immer lieber gesehen, wenn er für Österreich auflaufen würde. "Die konkrete Idee den Verband zu wechseln, kam ihm bei seinem Wechsel zu Rubin Kasan", fügte er hinzu. Letztes Jahr bekam er den österreichischen Pass und ein bisschen später folgte die Genehmigung der FIFA. Nur was bringt der Moritz mit? Er ist ein qualitativer Rechtsverteidiger, der in einem 4-4-2, wie auch in einer Aufstellung mit Dreierkette spielen kann. Außerdem hat er auch Erfahrungen auf der, bei uns so desolaten, Linksverteidiger-Position. Zudem ist er ein moderner Außenverteidiger, der das Offensivspiel nicht scheut und sehr dynamisch ist. Weiterhin konnte sich der Neo-Österreicher sehr schnell im ÖFB-Team einleben und verspricht bei einem Einsatz 100%: "Ich wurde sehr positiv aufgenommen und fand sehr schnell Anschluss. Ich bin froh, überhaupt dabei zu sein. Wenn mich der Teamchef braucht, werde ich mich für das Shirt zerreißen." Schon einmal die richtige Einstellung für das Team. Wenn die Leistungen auf dem Platz dann auch noch stimmen, werden wir ihn hoffentlich noch öfters sehen.