Wales vs. Österreich – Bittere Niederlage besiegelt Aus in WM-Qualfikation

Überraschende Veränderungen

Im Entscheidungsspiel um eine mögliche Qualifikation für die WM 2018 gegen Wales setzte Marcel Koller von Beginn an etwas überraschend auf ein 4-2-3-1-System, bei dem David Alaba in der Offensive quasi den Zehner mimen sollte. Mit Marko Arnautovic kehrte der wohl wichtigste Spiele des Teams nach Gelbsperre wieder zurück in die Startelf. Geholfen hat dies alles nichts, denn trotz einer guten Leistung zog die Koller-Elf gegen biedere Waliser mit 1:0 den Kürzeren und ist damit endgütlig aus dem Rennen um die WM-Qualfikation.

Auf holprigen Start in Halbzeit eins folgte Steigerung

Die ersten fünf MInuten der Partie zeigten deutlich, dass beide Teams mit dem Rücken zur Wand standen, zusammenhängde Aktionen waren weder auf Seiten der Gastgeber noch auf Seiten der Gäste zu sehen. Erstmals sorgte Ramsey nach knappen neun Minuten für Gefahr, sein Schuss flog jedoch über die Querlatte. Die Österreicher kamen in den ersten zehn Minuten lediglich nach einer Ecke vor des Gegners Kasten, doch Martin Harniks Kopfball wusste nicht im Netz zu landen.

Just ab dieser ungefährlichen Ecke gewannen die Österreicher erstmals etwas Überhand, Arnautovic setzte sich ab und an gekonnt in Szene, die Waliser zogen sich sichtbar zurück. Auch David Alaba, zuletzt ja im Mittelfeld fehleranfällig und deplatziert, bot sich häufig an, verteilte die Bälle und harmonierte mit Kumpel Arnautovic prächtig. Auf der rechten Seite hatte Stefan Lainer seinen Gegenspieler Gareth Bale gut im Griff, der Superstar war kaum wahrnehmbar. Nach 26 Minuten ein erster Schock in rot-weiß-rot, Sebastian Prödl, der bislang eine gute Leistung zeigte, musste verletzungsbedingt vom Platz, ihn ersetzte der Debütant Kevin Danso. Auch Österreichs Drangphase wurde schwächer, die Waliser kamen langsam wieder besser ins Spiel, trafen sogar einmal die Latte - der Treffer hätte jedoch nicht gezählt. Wenig Minuten nach dieser Aktion hatte Arnautovic nach prächtigem Zuspiel von Julian Baumgartlinger die Führung am Fuß, doch er verzog, nach 39 Minuten scheiterte Marcel Sabitzer mit einem Schuss an Hennessy. Selbiger verzog nach etwa 42 knapp - ach eine Führung wäre schon verdient gewesen. Über Heinz Lindners Aussetzer kurz vor dem Pausenpfiff hüllen wir mal lieber den Mantel des Schweigens und sind dann doch froh, dass torlos in die Kabine gegangen werden konnte.

Ähnliches Bild in Hälfte zwei, doch dann der Schock

Da Waliser zogen ob der durchwachsenen ersten Hälfte die Konsequenzen und brachten mit King einen neuen Mann fürs Mittelfeld, Österreich kam unverändert retour auf das Feld. Die ersten Minuten gehörten diesmal den Gastgebern, Ramsey scheiterte nach einem Freistoß an Hinteregger, wenig später parierte Lindner einen Weitschuss von Bale. Ähnlich der ersten Hälfte war von den Österreichern erstmals wenig in der Offensive zu sehen, die Waliser rochen Lunte.

Nach zehn Minuten sammelten sich die Gäste wieder, auch in der Offensive tauchte die Kollerelf wieder auf. Zudem hätte Wales-Kapitän Williams mit der roten Karte vom Feld geschickt werden müssen, eine glasklare Tätlichkeit gegen Sabitzer wurde vom Schiedsrichtergespann übersehen. Nach 68 Minuten dann die erste große Chance der Österreicher, doch Harnik vergab den Führungstreffer. Nach der guten Chance der Österreicher wechselte Wales-Coach Coleman zweimal, brachte unter anderem Youngster Wooburn, der just in Minute 74 die Führung erzielte - ein Traumschuss. Wenig später hatte Arnautovic den Ausgleich auf dem Fuß, doch Williams, der eigentlich längst nicht mehr am Platz hätte stehen dürfen, per Kopf auf der Linie.

In der verbleibenden Spielzeit fanden auf Seiten Österreichs keine durchdachten Offensivaktionen mehr statt und somit ist die rot-weiß-rote Equipe aus der WM-Qualfikation ausgeschieden.

Wales - Österreich 1:0 (0:0)

Cardiff City Stadium, 32.633 Zuschauer, SR Hategan (ROM)

Wales: Hennessey; Gunter, Williams, Chester [gelb]; Richards (45. King), Ramsey, Edwards, Davies; Lawrence (69. Woodburn), Bale, Vokes (69. Robson-Kanu)

Österreich: Lindner; Lainer, Dragovic, Prödl [gelb] (27. Danso), Hinteregger; Baumgartlinger [gelb], Ilsanker; Sabitzer (78. Gregoritsch), Alaba, Arnautovic; Harnik (82. Janko)

Tore: Woodburn (74.)

 

Spielerbenotung:

Das österreichische Nationalteam kassierte in Wales eine bittere 0:1-Niederlage und muss bei der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr zusehen.

 

Heinz Lindner: 3

Bei hohen Bällen bekommt der Autor dieser Benotung, man möge es ihm nachsehen, sekündlich Schweißausbrüche. Zwar sah man es dem Goalie an, dass er seit Sommer kontinuierlich zum Einsatz kommt, doch war auch der obligate Bock war auch diesmal mit von der Partie. Seien wir froh, dass es torlos in die Pause ging.

Zeichnete sich in der zweiten Halbzeit mit einer starken Parade gegen Bale aus, hatte bei Tor keine Chance.

Stefan Lainer: 2

Wie gegen Irland wusste Lainer auch gegen Wales zu gefallen. Bot sich in der Offensive immer wieder an und ließ auch in der Defensive wenig anbrennen - Bale war bei ihm gut aufgehoben.

Aleksandar Dragovic: 3

Eigentlich eine souveräne Leistung des Neo-England-Legionärs, wäre da nicht seine katastrophale Abwehr vor dem Siegestreffer der Waliser gewesen. Einem Spieler wie Dragovic darf solch eine plumpe Abwehraktion in solch einem entscheidenden Spiel nicht passieren.

Sebastian Prödl: 3

Bis zu seiner verletzungbedingten Auswechslung eine souveräne Partie, in der er wenig anbrennen ließ und für ein Foul die gelbe Karte sah. Hoffentlich ist er nicht zu lange verletzt.

Martin Hinteregger: 3

Spielte auf der für ihn ungewohnten linken Verteidigerposition, machte seinen Job jedoch sehr gut. Harmonierte immer wieder erfoglreich mit seinem Vordermann, auch wenn hier und da kleine Abstimmungsprobleme sichtbar waren. In der zweiten Hälfte deutlich defensiver. Auf jeden Fall auch weiterhin eine Option auf der LV-Position.

Stefan Ilsanker: 3

Eine Partie, wie man sie von Ilsanker kennt. Unaufgeregt, immer da wenn es brannte, gute Seitenwechsel und ein Laufwunder. Ein Tick mehr Kreativität täte ihm teilweise dennoch gut.

Julian Baumgartlinger: 3

Die fehlende Spielpraxis sah man Baumgartlinger nicht an, rannte sich die Lunge aus dem Leib und wusste im Zusammenspiel mit Ilsanker die Löcher in der defensive zu stopfen. Auch in der Offensive präsent, Zuckerpass aus dem Fußgelenk auf Arnautovic.

Marcel Sabitzer: 3

Hatte in Halbzeit Eins zwei gute Chancen, einmal war der Goalie im Weg einmal den lange Eck zu kurz. Half auch in der Defensive aus. Außer einer provozierten Tätlichkeit gegen Williams, die nicht geahndet wurde, sah man vom Leipziger in den zweiten 45 Minuten jedoch nichts.

David Alaba: 3

Auf der Zehnerposition aufgeboten bot Alaba zumindest in der ersten Hälfte endlich wieder mal eine überzeugende Leistung im Mittelfeld. Bot sich laufend an, harmonierte mit Arnautovic sehr gut.

In den zweiten 45 Minuten sah der Zuseher jedoch jenen Alaba, den man die Spiele zuvor im Nationalteam gesehen hat. Wenig Zugriff, leichte Ballverluste, leider wieder schwach.

Marko Arnautovic: 2-3

Wirbelte in der ersten Halbzeit den Gegner Knoten in die Beine, hätte jedoch seine Topleistung mit dem 1:0 krönen müssen, verzog jedoch. Hätte in der zweiten Halbzeit beinahe den Ausgleich erzielt, sonst war jedoch auch von ihm wenig zu sehen.

Martin Harnik: 4-5

Kam in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel, hatte kaum Ballkontakte und schon gar keine Torchancen. Wechselte in Halbzeit zwei immer wieder auf die Position von Sabitzer, kam besser zur Geltung und vergab eine gute Chance.

Kevin Danso: 3

Durchaus gelungenes Debüt des Augsburg-Legionärs, putzte Lindners Patzer aus und war auch bei Kopfballduellen des Öfteren Sieger. Hatte mit einer Kerze Mitanteil am Gegentreffer.

Michael Gregoritsch: 4

Kam in den verbleibenden Minuten überhaupt nicht zur Geltung.

Marc Janko: 4

Für ihn gilt das selbe wie für Gregoritsch.