Gelegenheit für Experimente gegen Luxemburg

Das österreichische Nationalteam trifft heute zum Abschluss der Länderspielpause auf Luxemburg. Das Testspiel gegen den Underdog sollte trotz einer Luxemburger Mannschaft im Aufwind gewonnen werden - auch wenn ÖFB-Teamchef Franco Foda einige Umstellungen machen wird und mit David Alaba, Stefan Lainer, Maximilian Wöber und dem verletzten Stefan Ilsanker auf gleich vier Spieler verzichtet beziehungsweise verzichten muss.

Luxemburg im Aufschwung

Die Luxemburger befinden sich derzeit auf Platz 83 der FIFA-Weltrangliste - ein neuer Bestwert für das Land mit knapp 600.000 Einwohnern. Die Platzierung könnte aber bald übertroffen werden, denn am Freitag hat Luxemburg in Malta einen 1:0-Auswärtssieg gefeiert. Mitverantwortlich für den Aufschwung sind junge Talente wie der 18-Jährige Vincent Thill. Der Optimismus ist im Großherzogtum überhaupt schon etwas länger groß, denn die letzten drei Länderspiele blieb man ungeschlagen (Siege gegen Malta und Ungarn sowie ein Remis in Bulgarien). Im September 2017 holte Luxemburg außerdem in Frankreich ein sensationelles 0:0. Gegen die Österreicher sind die "Roten Löwen" trotzdem krasser Außenseiter und dürften für die Foda-Elf kein Stolperstein sein.

Luxemburg wird dem ÖFB-Team das Spiel überlassen und wohl auf eine stabile Defensive setzen - auch wenn Trainer Luc Holtz gerne zuletzt in einem offensiveren 4-3-3-System aufstellt hat, um die Talente in der Offensive besser ins Spiel einzubinden.
Der Klassenunterschied zwischen Österreich und Luxemburg sollte aber trotzdem erkennbar sein - und gibt Franco Foda damit die Gelegenheit zu rotieren.

Gelegenheit zum Rotieren

David Alaba, Stefan Lainer und Maximilian Wöber bekommen eine Pause um ausgeruhter zu ihren Vereinen zurückzukehren. Stefan Ilsanker fällt außerdem verletzt aus. So werden einige ÖFB-Youngsters und Neulinge im Josy-Barthel-Stadion in Luxemburg-Stadt auflaufen. Gegen Slowenien hat Teamchef Franco Foda seinen (voraussichtlichen) Stamm etwas länger als eine Halbzeit auf dem Feld gelassen, im Vorfeld der Partie gegen Luxemburg hat er aber Veränderungen angekündigt.

Mit Markus Kuster, Jörg Siebenhandl, Peter Zulj und Stefan Hierländer stehen gleich vier Spieler ohne A-Länderspiel-Einsatz im Kader. Auch Xaver Schlager hat erst einen Kurzeinsatz gegen Slowenien in den Beinen. Dazu möchten unter anderem Louis Schaub, Florian Grillitsch, Florian Kainz und Moritz Bauer einige Spieler mit Potential ihre Chance erhalten, um sich für die nächsten Länderspiele im Juni zu empfehlen. Auch Stefan Ulmer könnte heute Abend zum Einsatz kommen.

Jeder Sieg zählt

Ein Sieg in Luxemburg ist heute trotz aller Umstände und Experimente sowie Veränderungen in der Aufstellung wichtig. Alles andere würde wieder etwas unnötige Unruhe ins Team bringen. Außerdem sammelt Österreich mit dem zweiten Sieg im Länderspieljahr 2018 weiter wichtige Punkte für die Weltrangliste. Denn noch dieses Jahr steht am 2. Dezember die Auslosung für die Qualifikationsgruppen zur Europameisterschaft 2020 an. Derzeit liegt Österreich in der UEFA-internen Wertung auf dem 17. Platz und hat damit etwas Luft nach oben. Ziel sollte es sein, am Ende aus dem ersten oder zweiten Topf gezogen zu werden.

Spielort

Gespielt wird heute Abend ab 20:30 Uhr im etwas mehr als 8.000 Zuschauer fassenden Josy-Barthel-Stadion in Luxemburg-Stadt. Österreich wird erstmals im neuen und nahezu komplett weißen Auswärtstrikot auflaufen. Das Schiedsrichterteam rund um den 33-jährigen Hauptschiedsrichter Ville Nevalainen kommt aus Finnland. Nevalainen hat auf A-Team-Ebene bisher ein Länderspiel gepfiffen.

Die Luxemburger müssen übrigens auf Aurélien Joachim verzichten. Das ist jener Stürmer, der im Sommer 2012 beim peinlichen Aus von Salzburg gegen Düdelingen zwei Tore gegen die Bullen erzielt hat und damit einer der Helden der Sensation war.