VORSCHAU: Österreich vor Kracher gegen Rekordweltmeister Brasilien

Nach dem historischen 2:1-Erfolg gegen Deutschland und dem siebenten Sieg in Folge wartet nun der nächste Kracher auf das ÖFB-Team. Am Sonntag trifft Österreich im Wiener Ernst-Happel-Stadion auf Rekordweltmeister Brasilien (Anpfiff 16:00 Uhr, live auf ORFeins). Für die Seleção ist es der letzte Test vor der am 14. Juni beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Für das österreichische Nationalteam ist es das letzte Match des Länderspiel-Triples. Die beiden vorangegangenen Partien gegen Russland und eben Deutschland wurden gewonnen. Mit einem weiteren Sieg könnte man nicht nur den Rekord weiter ausbauen, sondern auch den allerersten Erfolg über die brasilianische Nationalmannschaft feiern. In bisher neun Duellen sprangen drei Unentschieden und sechs Niederlagen heraus.

Die Aufmerksamkeit auf diese Partie wird morgen allerdings positiv gestört, um 15:00 Uhr spielt nämlich Dominic Thiem das Finale der French Open in Paris und das Match gegen Nadal wird daher auch so manchen Fußball-Fan in den Bann ziehen. Nichts desto trotz geht es auch beim Duell gegen Brasilien um einiges, der dritte Sieg im dritten Spiel bei diesem "Mini-WM-Turnier" könnte nicht nur erneut historisch sein, sondern auch eine größere Euphorie bei den österreichischen Fans entfachen.

Topleistung gegen starke Brasilianer notwendig

Brasilien feierte zuletzt drei Siege in Serie, allesamt bei Testspielen. Gegen Russland, Deutschland und Kroatien blieben die Südamerikaner jeweils ohne Gegentor. Die Brasilianer stehen defensiv also sehr gut, das letzte Mal konnte Japan im November die brasilianische Verteidigung knacken. Auch während der gesamten WM-Qualifikation hat sich das Team von Trainer Tite überzeugend präsentiert. Nach 18 Runden war man überlegener Tabellenführer und qualifizierte sich zum 21. Mal für eine Weltmeisterschaft (bislang also bei jeder WM dabei gewesen).

Die Brasilianer sind gegen Österreich also klarer Favorit, dennoch braucht sich die Mannschaft von Teamchef Franco Foda sich nicht zu verstecken. Das Selbstvertrauen ist nach den Erfolgen sehr hoch, die Symbiose zwischen Trainer und Mannschaft funktioniert tadellos und die Brasilianer werden nicht an ihre Leistungsgrenzen gehen, da sich so kurz vor der WM-Endrunde auch keiner verletzen will. Die Voraussetzungen für einen Überraschungs-Sieg gegen die Seleção könnten also höher nicht sein. Gegen Deutschland gelang der erste Erfolg seit 32 Jahren, gegen Brasilien könnte es der erste Sieg überhaupt werden. Allerdings müssen alle Spieler eine herausragende Leistung zeigen, mannschaftlich geschlossen agieren und um jeden Zentimeter kämpfen.

Österreich will sich nicht verstecken

Foda will das Team perfekt auf das Spiel einstellen und fordert Konzentration von Anpfiff weg: „Wir wollen morgen von der ersten Minute an aktiv sein und Akzente setzen.“ Unklar ist noch wer alles spielen wird. Bis auf Marko Arnautovic, der trotz eines Mittelhandbruchs spielen will, sollten alle fit sein. Der Teamchef will seine Aufstellung für morgen noch nicht verraten, hat sich aber schon festgelegt. Die Chancen seines Teams schätzt er realistisch ein, versteckt sich aber nicht hinter der Außenseiterrolle, sondern gibt eine positive Marschroute vor: „Generell sind wir natürlich Außenseiter. Aber es ist einfach wichtig, dass man dennoch optimistisch bleibt. Wir haben Vertrauen, das haben auch die letzten Spiele gezeigt. Ich bin davon überzeugt, dass wir morgen positiv auftreten.“

Man kann ob des starken Gegners davon ausgehen, dass es wenig bis gar keine Experimente in der Aufstellung geben wird und dass eher die Routinierten zum Zug kommen werden, um dem österreichischen Spiel Sicherheit zu geben. Vorstellbar wäre, dass zumindest im Tor rotiert wird. Vielleicht kommen hier noch Rapid-Torhüter Richard Strebinger und/oder Salzburg-Ersatzgoalie Cican Stankovic zu ihrem Nationalteam-Debüt. Es ist zudem davon auszugehen, dass Sturm-Kicker Peter Zulj nach seinen zuletzt gezeigten Vorstellungen auch diesmal in der Startelf steht. Der Shootingstar feierte am Samstag übrigens seinen 25. Geburtstag.

Das Selbstvertrauen ist bei den Spielern auf jeden Fall groß, wie auch Kapitän Julian Baumgartlinger zum Ausdruck bringt: „Wir wissen genau, was morgen auf uns zukommt. Aber mit den erbrachten Leistungen können wir durchaus zuversichtlich und mit Selbstvertrauen in das Spiel gehen.“

Alles mitnehmen für die kommenden Pflichtspiele

Das Stadion ist bereits seit Anfang April ausverkauft, das hat sich dieses Team nach der Siegesserie mit teilweise beeindruckenden Leistungen auch redlich verdient. Gegner auf Weltklasse-Niveau sind derzeit auch das, was dieses Team braucht. Es steckt viel Potential sowohl in der Qualität als auch in der Quantität drin und dieses kann sich mit Vergleichen auf einem Top-Level am besten entfalten. Dieses Duell muss man als Chance wahrnehmen, um zu wachsen und in Zukunft auch für höhere Aufgaben gewachsen zu sein. Im September beginnt mit dem Auswärtsmatch gegen Bosnien-Herzegowina nämlich schon die Nations League und das ÖFB-Team will für diesen neuen Wettbewerb, der im Vorfeld der EM-Qualifikation abgehalten wird, auch perfekt vorbereitet sein.