Schwache Österreicher verlieren verdient in Bosnien

Nach einer enttäuschend schwachen Leistung startet Österreich mit einem 0:1 (0:0) in Bosnien-Herzegowina in die Gruppe 3 der UEFA Nations League B. Ohne auch nur eine echte Torchance herausgespielt zu haben war die Niederlage in Zenica gegen keineswegs überragende Hausherren verdient. Bosnien hält nun nach dem Sieg in Nordirland bereits bei sechs Punkten und setzte Österreich vor den kommenden Spielen stark unter Druck.

Franco Foda setzte in seinem ersten Pflichtspiel auf ein 3-4-3 Grundsystem und veränderte seinen Stamm, den er in den letzten zehn Monaten gefunden hat, natürlich kaum. Als Sturmspitze durfte Michael Gregoritsch ran, am rechten Flügel begann Valentino Lazaro. Bei den Hausherren wurde Mittelfeldregisseur Miralem Pjanic doch noch fit.

Bosnien mit besseren Chancen

Österreichs Teamchef ließ bereits vor der Partie wissen, dass man die Bosnier früh stören will, da sie damit nur schwer zurechtkommen würden. Dies zeigte sich dann beim Anpressen der Österreicher in den ersten Minuten auch. Die erste Chance war aber ein Weitschuss. Der heutige Kapitän Marko Arnautovic - von den bosnischen Fans stets mit Pfiffen begleitet - prüfte Tormann Ibrahim Sehic aus knapp 25 Metern. Die Bosnier ihrerseits versuchten es immer wieder mit schnellen Kombinationen durch die österreichische Abwehr und sorgten da auch für Beschäftigung bei Sebastian Prödl und Co. Richtig gefährlich wurde es erstmals nach 25 Minuten. Toni Suljic rutschte nur knapp an einem Eckball vorbei - das Tor von Heinz Lindner wäre frei gewesen. Eine ähnliche Aktion gab es dann auch noch kurz vor der Pause, als Kapitän Edin Dzeko am Ball vor dem leeren Tor vorbeisprang. Österreich hatte zu diesem Zeitpunkt die anfängliche Kontrolle über das Spiel verloren gehabt und Glück, mit einem 0:0 in die Pause zu gehen.

Österreich kommt nicht vors Tor

Zu Beginn der zweiten Halbzeit rückte Arnautovic ins Sturmzentrum und Gregoritsch spielte, wie er es aus Augsburg kennt, dahinter. In der Offensive fehlte es aber weiterhin an Ideen und es gab Fehlpässe "en masse". Auf der anderen Seite gab es eine ungezwungene Faust-Abwehr von Lindner, der so eine Großchance ermöglichte. David Alaba hielt aber seinen Fuß noch dazwischen. Die Partie wurde in der zweiten Halbzeit noch schwächer als sie bereits in der ersten war. Auf beiden Seiten sah es mehr nach Zufall als System aus, herausgespielte Chancen gab es überhaupt nicht. Weitschüsse von Lazaro und Alaba waren das Einzige was der Foda-Elf einfiel. Plötzlich wäre der Ball dann doch im bosnischen Tor gelandet. Alaba war vor seiner Hereingabe auf Lazaro aber im Abseits.

Foda reagierte nach über 70 Minuten endlich und brachte Marcel Sabitzer für Gregoritsch. Das Tor schossen aber die Hausherren. Nach einem Ballverlust von Arnautovic im Mittelfeld war Dzeko von Prödl nicht mehr zu halten und traf zum 1:0. Verdiente Führung für Bosnien. Foda brachte noch Guido Burgstaller und kurz vor Schluss Louis Schaub. Der Kölner rutschte in der Nachspielzeit noch knapp am Ausgleich vorbei. Die letzte gute Aktion hatte Stefan Lainer, der nach einem 50-Meter-Lauf aber das Tor verfehlte.

So steht man nach zwei bosnischen Siegen bereits stark unter Druck, um den Aufstieg in die Liga A zu schaffen und das Hintertürchen für die EM 2020 zu öffnen. Für Österreich geht es nun am 12. Oktober daheim gegen Nordirland weiter. Die Chance zur Revanche gegen Bosnien gibt es dann am 15. November in Wien.