Spielerbenotung der ÖFB-Teamspieler gegen Nordirland

Die Spieler in der Einzelkritik:

Heinz Lindner: 2

Hatte in der ersten Halbzeit alle Mühe um nicht einzuschlafen. Nach der Halbzeit musste er aber sofort hellwach sein und parierte einen Schuss von McNair stark. Ansonsten nicht mehr wirklich gefordert. Die Abstöße und Ausschüsse des ÖFB-Tormanns fanden heute zumeist seine Mitspieler.

Andreas Ulmer: 3

Leistete sich nach wenigen Minuten einen schlimmen Fehlpass. Defensiv später nicht gefordert und hatte daher viel Zeit um sich nach vorne zu orientierten. Da war aber sein rechter Gegenpart Lainer wesentlich auffälliger. Insgesamt aber eine gute Leistung des Salzburgers.

Martin Hinteregger: 3

Die Defensive wurde in der ersten Halbzeit nicht gefordert. Falls doch, war die Konzentration aber stets hoch. Im Aufbauspiel manchmal ungenauer als sonst. Zehn Minuten vor Ende verlor er nach einem Corner das Kopfballduell gegen Will Grigg und die Stange rettete Österreich vor dem Ausgleich. Als die Nordiren es zum Schluss mit der Brechstange versuchten behielt er aber doch die Ruhe.

Sebastian Prödl: 3

Bekam trotz Tribünendaseins in Watford weiterhin das Vertrauen von Foda. Hinten wurde er gemeinsam mit Hinteregger in der ersten Halbzeit nicht wirklich geprüft, vorne setzte er einen Kopfball nach Zulj-Ecke über das nordirische Tor. Ermöglichte nach 50 Minuten eine gute Chance, als er sich leichtfertig von Gäste-Kapitän Davis düpieren ließ. Konnte am Ende mit der Verteidigung dem doch noch aufkommenden Druck der Gäste standhalten.

Stefan Lainer: 2

Nachdem ihm die Nordiren defensiv nicht beschäftigten, hatte er viel Zeit vorne seine Qualitäten zu zeigen. Kurz vor der Pause ließ er einmal drei Gegenspieler aussteigen, nur um dann einen vermeidbaren Fehlpass zu machen, was generell ins Spiel der Österreicher in dieser Phase passte. Ansonsten aber mit mehreren guten Vorstößen, wo er vor allem seine Schnelligkeit gut ausspielte. Das Zusammenspiel mit Vordermann Lazaro funktionierte immer wieder sehr gut. Starkes Spiel von Stefan Lainer.

Stefan Ilsanker: 3-

Konnte im Aufbauspiel kaum was beitragen und viel auch durch teils ungenaues Passspiel auf. In den Zweikämpfen aber gewohnt stark. Für diese Aufgabe wird ein Stefan Ilsanker auch aufgestellt.

Peter Zulj: 3

Versuchte nach sechs Minuten Arnautovic gut einzusetzen, seiner langer Ball war aber eine Spur zu weit. Dem österreichischen Aufbauspiel konnte wie Ilsanker auch er nur wenig Impulse geben. Sobald er dann Ball aber in tiefer in der gegnerischen Hälfte hatte wurde er besser. Legte das 1:0 mit einem feinen Steilpass auf, nach er den Ball zuvor im Mittelfeld erkämpft hat.

Marko Arnautovic: 1-

War heute als Sturmspitze aufgestellt und aufgrund der Ereignisse der letzten Tage sichtbar noch mehr motiviert. Hatte nach knapp 20 Minuten bei einem indirekten Freistoß eine gute Chance zur Führung, schoss aber mitten in die Mauer. Später mit Pech, als ein gegnerischer Fuß bei einem gut gedachten Ball auf Sabitzer im Weg war (37'). Nach der Pause war der Kapitän dann ganz knapp an der rot-weiß-roten Führung dran und legte kurz darauf die nächste Chance durch Sabitzer auf. Nach 71 Minuten erlöste er dann das ÖFB-Team und traf zur doch verdienten Führung. Was das anschließende Zeigen der Kapitänsbinde in Richtung VIP-Tribüne bedeutet, ist wohl auch jedem klar gewesen.

Valentino Lazaro: 2-

Fand sich von Beginn an gut zurecht. Der Herthaner wurde immer wieder mit weiten Seitenwechseln gefüttert und agierte im Kombinationsspiel gut. Selbst kam er zwar nicht zum Abschluss, kurz nach der Pause Legte er aber die große Arnautovic-Chance auf. Wenngleich die Präzision bei den Flanken doch oft fehlte, war Lazaro einer der Auffälligsten heute.

Marcel Sabitzer: 3

Hatte die erste Torchance im Spiel. Sein Volley wurde aber noch von einem Nordiren übers Tor abgelenkt. Versuchte auch Bälle von hinten zu holen und sowas wie ein Kombinationsspiel aufzuziehen. Wäre nach 32 Minuten allein vor Tormann Peacock-Farrell aufgetaucht, verstolperte die Ballannahme aber kläglich. Nach der Pause war er aus wengien Metern abermals knapp an der Führung dran.

Guido Burgstaller: 3

Der Schalker war diesmal mehr ins Speil eingebunden als das zuletzt der Fall war. Das lag auch daran, dass er sich viel ins Mittelfeld oder auf die Seite fallen ließ, während Arnautovic die Position ganz vorne beziehungsweise in der Mitte besetzte. Eine der Ideen von Foda, die noch am Besten funktionierte. Selbst kam Burgstaller am heutigen Abend bis zu seiner Auswechslung für Kainz zu keiner Torchance.

Alessandro Schöpf: zu kurz eingesetzt.

Florian Kainz: zu kurz eingesetzt.

Aleksandar Dragovic: zu kurz eingesetzt.

Franco Foda:

Trotz der doch sehr guten Ergebnisse (die besser als die Leistungen waren) in den Testspielen wirkt das Team so, als hätte es kaum Selbstvertrauen mitgenommen. Der Spielaufbau bestand großteils aus langen Bällen und Seitenverlagerungen auf die Flügelspieler. Ob es das richtige Rezept ist, gegen diesen Gegner das Flügelspiel so zu priorisieren ist zu bezweifeln. Ein weiteres Thema sind die Wechsel. Über 70 Minuten ließ sich der Teamchef Zeit, um dem Spiel zumindest personell neuen Schwung zu geben. Eine starke Aktion von Zulj und Arnautovic rettete ihn wohl vor aufkommender Kritik die nächsten Tage.