Österreich holt Remis nach Leistungssteigerung gegen Bosnien-Herzgowina

Österreich bleibt in der Nations League in Liga B. Das ist nach dem wohl gerechten 0:0 gegen Bosnien-Herzegowina klar. Beide Teams hatten genug Chancen, scheiterten aber 90 Minuten lang immer wieder an sich selbst.

Bosnier tonangebend

Für Österreichs Nationalteam zählten gegen Bosnien und Herzegowina nur drei Punkte. Fast schon erwartungsgemäß entpuppte sich das Match im Wiener Ernst-Happel-Stadion als ein halbes Auswärtsmatch. Die bosnischen Fans waren bei den 37.000 Fans in der Überzahl, der gegenseitig gezollte Respekt bei den Hymnen ließ eine tolle Atmosphäre erwarten.

Die Anfangsminuten der Partie gehörten den Bosniern, Toni Sunjic hatte nach einem Eckball per Kopf die erste Chance. Nach rund zehn Minuten kam Österreich aber besser ins Spiel. Die Foda-Elf zeigte, dass man sich gegenüber den letzten Spielen sowohl spielerisch als auch im Zweikampfverhalten Verbesserungen vorgenommen hat. Die gefährlichen bosnischen Konter konnten durch gute Rückwärtsbewegungen unterbunden werden, Martin Hinteregger stand zweimal goldrichtig. Die erste rot-weiß-rote Torchance ließ trotz teils gefälliger Kombinationen 25 Minuten auf sich warten. Ein Freistoß von David Alaba war es, der aber das Ziel verfehlte. Im Gegenzug hatte Edin Visca aus spitzem Winkel die bis dahin beste Chance im Spiel - Heinz Lindner parierte.

Die nächste Chance hatte Edin Dzeko, der kaum vom Ball zu trennen war und für viel Unruhe sorgte. Fest in bosnischer Hand war sein Pendant Marko Arnautovic. Nach 37 Minuten stand er nach einem schnellen Einwurf aber plötzlich vor Tormann Ibrahim Sehic, traf den Ball aber nur suboptimal. Die letzte Szene vor der Pause gehörte wieder Bosnien, Visca vergab allerdings - die Gästeführung wäre zur Pause nicht unverdient gewesen. Österreich setzte nur einen Schuss aufs gegnerische Tor ab, wusste sich beim bosnischen Pressing oft nur mit unkontrolliertem Ballwegdreschen zu helfen.

Österreich verbessert

Franco Foda reagierte zur Halbzeit und brachte für den blass gebliebenen Florian Kainz Xaver Schlager ins Spiel. Der Salzburger stellte sich auch gleich mal mit einem - leider missglückten - Schussversuch vor. Österreich kam stark verbessert aus den Kabinen. Innerhalb von zehn Sekunden sorgten ein Hinteregger-Kopfball und ein Arnautovic-Seitfallzieher beinahe für die Führung.

Auf der anderen Seite hieß es immer wieder: Edin Dzeko. Der Kapitän war gewann gefühlt alle Zweikämpfe und fand selbst Chancen vor. Nach einer guten Stunde dann der große Auftritt von Heinz Lindner, der einen Schlenzer von Haris Duljevic richtig stark entschärfte. Österreich brauchte immer noch zumindest ein Tor, Foda brachte Michael Gregoritsch für den glücklosen Alessandro Schöpf. Österreich übernahm nun vermehrt die Kontrolle, Kapitän Julian Baumgartlinger verfehlte bei einem Kopfball den Führungstreffer knapp.

Minimalziel erreicht

Für die letzten zehn Minuten zog Foda das letzte österreichische Ass: Marc Janko sollte die Entscheidung herbeiführen. Es blieb aber beim torlosen Remis, Arnautovic konnte auch die letzte Möglichkeit der Partie nicht nutzen.

Das 0:0 bedeutet fix den zweiten Gruppenplatz hinter Bosnien, Nordirland kann Österreich auch bei einem Heimsieg am Sonntag nicht mehr überholen. Somit ist das Minimalziel Platz zwei erreicht und Österreich wird im Dezember für die EM-Quali aus Topf zwei gezogen. Die Foda-Elf war gegen Bosnien in zwei Partien nicht besonders gut aber auch nicht viel schlechter als Dzeko und Co. Das Manko war vor allem das Herausspielen der Torchancen und das effiziente Verwerten der wenigen. Die zweite Halbzeit heute gibt aber Hoffnung, dass man das Länderspieljahr am Sonntag in Belfast mit einem Sieg abschließen kann.