Spielerbenotung der ÖFB-Teamspieler gegen Bosnien und Herzegowina

Mit einem trostlosen 0:0 verabschiedete sich das österreichische Nationalteam gegen Bosnien & Herzegowina vom heimischen Publikum aus der Nations League. Das Gefühl, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen, konnte dem Publikum überhaupt nicht vermittelt werden, kaum Torchancen und eine farblose Offensive brachten die Gäste selten in Verlegenheit.

Die Spieler in der Einzelkritik:

Heinz Lindner: 2

Abschlagweltmeister wird Heinz Lindner nicht mehr werden, das ist aber längst bekannt. Rettete in der ersten Halbzeit einmal grandios bei der ersten Großchance der Bosnier. Tat dies ebenso bei der zweiten großen Möglichkeit der Bosnier, die er mit einer wunderbaren Parade abwehrte.
 

Stefan Lainer: 4

Musste den ein oder anderen Angriff der Bosnier über seine Seite zulassen. Schaffte es nicht, seine Offensivqualitäten, die man aus Salzburg kennt, auf den Platz zu bringen, wirkte diesbezüglich auch gehemmt. Könnte aber wohl auch taktische Gründe gehabt haben, ließ sich Dzeko doch des Öfteren auf Lainers Seite fallen.
 

Aleksandar Dragovic: 3-

Gute Ballgewinne wechselten sich mit haarsträubenden Fehlpässen ab. Hatte mit Hinteregger gemeinsam seine liebe Müh und Not mit Dzeko und Co. Konnte zwar immer wieder intervenieren, oft hatten die Gäste aber viel zu viel Platz.
 

Martin Hinteregger: 4

Ihm oblag wie gewohnt die Eröffnung des Spiels aus der Defensive. Streute aber meist nur lange Bälle ein, die selten einen Mann fanden. Hätte kurz nach Wiederanpfiff per Kopf beinahe die Führung erzielt, sein Versuch wurde jedoch abgewehrt. Wirkte in der Defensive immer wieder desorientiert, so kennt Österreichs Fußballfan den Augsburg-Legionär eigentlich nicht.
 

David Alaba: 4

Stand erstmals im Nationalteam als Linksverteidiger von Beginn weg am Feld, dass er diese Rolle in Bayern quasi ersessen hat, das merkte man ihm am heutigen Tag kaum an. Bot sich zwar in der Offensive immer wieder an, seine Zuspiele - wie auch seine Standards - fanden jedoch kaum einen Mitspieler, zudem unterliefen ihm auch in der Defensive umgewohnte Stellungsfehler.
 

Julian Baumgartlinger: 3-

Der Kapitän ist zurück, doch gelang es ihm im Zusammenspiel mit Zulj zu selten, das rießige Loch, das im Mittelfeld zumeist vorhanden war, zu stopfen. Konzentrierte sich klar auf die Defensive, ließ Zulj die Rolle des Verteilers über. Steigerte sich in den zweiten 45 Minuten, setzte mit viel Übersicht seine Mitspieler in Szene und kam per Kopf einmal sogar selbst nach einem Eckball zum Abschluss.
 

Peter Zulj: 4

Hätte der kreativere Part der beiden defensiv orientierten Mittelfeldspieler sein sollen, brachte aber wenig aufs Grün. Konnte zwar durch guten Körpereinsatz die ein oder ander Kugel sichern und zurückgewinnen, Gefahr und Ideenreichtum war aber nicht wirklich vorhanden. Versuchte sich immer wieder im Doppelpass, dabei gelang aber selten Brauchbares. Verließ zehn Minuten vor dem Ende für Janko das Spielfeld.
 

Valentino Lazaro: 3

War in der offensiven Mittelfeldreihe der mit Abstand Aktivste, auch wenn ihm nicht viel gelang. Kämpfte wenigstens und versuchte sich anzubieten. Trat in der zweiten Halbzeit öfters in Erscheinung und spielte dabei seine Schnelligkeit aus. Vereitelte gemeinsam mit Gregoritsch eine Großchance der Österreicher.
 

Florian Kainz: 5

War in der offensiven Mittelfeld-Dreierreihe im Zentrum eingesetzt, blieb völlig blass, verlor zahlreiche Zweikämpfe und folgerichtig auch Bälle. Wurde von Foda vor dem Spiel als Zielspieler genannt, konnte das in ihn gesetzte Vertrauen jedoch überhaupt nicht rechtfertigen. Wurde in der Pause völlig zurecht von Xaver Schlager ersetzt.
 

Alessandro Schöpf: 4-

Hatte als Linkssaußen wenig Zugriff aufs Spiel, ein Zusammenspiel mit Hintermann David Alaba funktionierte selten bis kaum. Auch Torgefahr, die man eigentlich in den Länderspielen öfters vom Tiroler sah, versprühte er nicht im geringsten Sinn. Wurde nach 67 Minuten von Michael Gregoritsch ersetzt.
 

Marko Arnautovic: 4

War in der ersten Halbzeit bis auf eine Halbchance nach einem schnellen Einwurf völlig aus dem Spiel genommen worden. Versuchte es zu Beginn der zweiten Halbzeit artistisch, ein möglicher Torerfolg wurde von der Hand eines Gegenspielers verhindert. Rutschte nach der Einwechslung von Gregoritsch auf die Linksaußen-Position, fiel dort aber leider auch nicht wirklich auf.
 

Xaver Schlager: 3-

Ein Wechsel von Franco Foda nach 45 Minuten ist ähnlich rar wie eine Sonnenfinsternis. Xaver Schlager kam in den Genuss, dieses Ereignis am eigenen Leib zu erleben, er ersetzte den völlig harmlosen Kainz. Schlager fand von Beginn weg besser ins Spiel als sein Vorgänger. Tauchte nach starkem Beginn mit Fortlauf der Partie jedoch unter.
 

Michael Gregoritsch: 4-

Ab Minute 67 im Einsatz, trat erstmals und einzig in Erscheinung, als er gemeinsam mit Valentino Lazaro eine Großchance der Österreicher durch eine schlechte Absprache verhinderte. Funktioniert im Team nach wie vor überhaupt nicht.
 

Marc Janko: zu kurz eingesetzt

Ersetzte Zulj zehn Minuten vor dem Ende, die Grundformation änderte sich dadurch nicht. Konnte keinerlei Gefahr ausstrahlen.