EM-QUALI: Österreichischer Kantersieg bei Chancenfestival gegen Nordmazedonien

Franco Foda wusste vor dem EM-Qualifikationsspiel der Gruppe G gegen Nordmazedonien zu überraschen. Hätten sich Experten und Fans wohl einen offensiveren Ersatz für David Alaba erhofft, so wurde der Bayern-Star durch den Leipzig-Legionär Stefan Ilsanker ersetzt, der im Frühjahr lediglich knapp über 250 Minuten am Platz stand. Im 4-3-3-System kümmerten sich Arnautovic, Sabitzer und Lazaro um die Offensive, Sicherheit ging also aus Sicht des Trainers zumindest auf dem Papier vorerst vor. 

Dem war allerdings auf dem Feld dann nicht so - nach einer schier unglaublichen Anzahl an Großchancen und einem abstrusen Eigentor gewann das Team mehr als verdient mit 4:1 und schob sich dadurch auf den dritten Tabellenplatz vor. Es war eines der stärksten Spiele unter Franco Foda - Nordmazedonien kam in 90 Minuten auf keinen einzigen Schuss auf das Tor von Heinz Lindner.

Das Spiel war noch keine Minute alt, da hätte es bereits schon 1:0 für Österreich stehen müssen, doch Marko Arnautovic vergab nach 37 Sekunden die Chance auf die Führung - eigentlich eine hunderprozentige Torchance. Während die Gastgeber in der Offensive kaum stattfanden, gehörte die zweite Chance der Partie ebenfalls den Österreichern - Marcel Sabitzer scheiterte nach Vorarbeit von Arnautovic in der 12. Minute jedoch kläglich. Sechs Minuten später dann jedoch das erste Tor der Österreicher - einzig traf Martin Hinteregger in den eigenen Kasten. Eine Kopfballrückgabe verpasste Heinz Lindner, der bei einer Flanke völlig unnötig aus dem Gehäuse gekommen ist. Nachdem alle guten Dinge drei sind, scheiterte kurz nach der Führung Arnautovic erneut alleine vor dem Tor am mazedonischen Goalie - eine unfassbare Szene! Doch hätte sich die rot-weiß-rote Equipe auch nicht über ein zweites Gegentor beschweren dürfen - Pandev nagelte das Spielgerät bei der einzigen wirklichen Chance relativ unbedrängt über den Kasten.

Als die Nordmazedonier langsam etwas besser ins Spiel kamen, wusste Österreich in Form von Valentino Lazaro zuzuschlagen. In der 39. Minute verwandelte der Hertha-Legionär per Direktabnahme eine Traumflanke von Konrad Laimer zum mehr als verdienten Ausgleich und gleichzeitig zum Pausenstand, auch weil Sabitzer kurz vor Ablauf der 45 Minuten die Stange traf. 

In der Pause folgte dann die Nachricht, dass Aleksandar Dragovic nicht wird weiterspielen können, Debütant Stefan Posch ersetzte den Leverkusen-Legionär. Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die ersten 45 Minuten, Andreas Ulmer zögerte bei einem Abschluss zu lange, Sabitzers folgender Kopfball parierte der mazedonische Keeper mit Bravour - weitere Chancen von Arnautovic und Lazaro fanden ebenso nicht den Weg ins gegnerische Tor. Von den Gastgebern war exakt nichts zu sehen, die Österreicher hielten das Tempo hoch und wurden schlussendlich dafür auch belohnt. Laimer schickte Sabitzer in den 16er, dieser wurde gelegt, den fälligen Elfmeter versenkte Arnautovic mit gefühlter Schallgeschwindigkeit.

Nach dem 1:2 aus Sicht der Nordmazedonier ebbte das Niveau der Partie ab, die Österreicher ließen die Gastgeber nicht ins Spiel kommen und kontrollierten das Geschehen. In der 81. Minute fing der starke Ilsanker das Spielgerät ab, setzte Sabitzer ein, der mit einer gefühlvollen Flanke Kapitän Arnautovic bediente, der sich diese Chance nicht nehmen ließ und sicher zum 3:1 einlochte. Auch nach dem weiteren Gegentor sah man von Nordmazedonien keinerlei Angriffsbemühungen, vielmehr erhöhte Österreich in der 86. Minute per Eigentor auf 4:1.

Im September geht es für das Team nun weiter mit der Heimpartie gegen Lettland, ehe drei Tage später das Rückspiel mit Polen auf dem Programm steht.