VORSCHAU: Österreichs Nationalteam mit Verletzungssorgen gegen Israel

Das Nationalteam trifft am Donnerstagabend in der Qualifikation zur UEFA Euro 2020 auf Israel. Nach der 4:2-Auswärtsniederlage gegen die Herzog-Elf ist Österreich auf Revanche aus. Wegen der Gruppenkonstellation heißt es für Franco Foda und das Team auch verlieren verboten. Eine halbleeres Stadion und Verletzungssorgen machen die Situation jedenfalls nicht einfach.

Österreich trifft am Abend im Ernst-Happel-Stadion auf Israel (20:45 Uhr/LIVE in ORF1) und hat die EM-Qualifikation in der eigenen Hand. Und das trotz des holprigen Starts in die EM-Quali. Im März setzte es Niederlagen daheim gegen Polen und auswärts gegen Israel. Danach fand das Nationalteam in die Spur und besiegte Slowenien, Nordmazedonien und Lettland. In Polen holte das ÖFB-Team im September ein 0:0, wobei bei der starken Leistung auch ein Sieg drinnen war.

Die Gruppe G ist jetzt ziemlich ausgeglichen. Polen führt die Tabelle mit 13 Punkten an, dahinter folgen Slowenien (11 Punkte), Österreich (10 Punkte), Israel und Nordmazedonien (jeweils 8 Punkte). Lettland ist mit null Punkten abgeschlagener Letzter. Die Gruppenkonstellation - die ersten zwei qualifizieren sich für die UEFA Euro 2020 - zeigt, dass jeder Punkt und vor allem jeder Dreier zählt. Siege in den letzten vier Gruppenspielen (Israel (h), Slowenien (a), Nordmazedonien (h) und Lettland (a) Anm.) würden für die sichere Qualifikation reichen. Doch nur ein Punktverlust könnte Österreich zu einem prominenten EM-Zuschauer im Juni 2020 machen.

Das Länderspiel-Doppel gegen Israel und am Sonntag in Slowenien hat also Endspiel-Charakter. Und genau jetzt fehlen den Österreichern wichtige Spieler. Neben den Langzeitverletzten Hannes Wolf und Xaver Schlager, fallen außerdem Florian Grillitsch, Stefan Lainer, Philipp Lienhart und wahrscheinlich auch David Alaba aus. Auch Konrad Laimer ist angeschlagen. Franco Foda muss also auf gleich mehreren Positionen Änderungen vornehmen.

Spieler mit wenig Spielpraxis - wie etwa Stefan Ilsanker, der bei RB Leipzig derzeit keinen Stammplatz hat - könnten damit zu wichtigen Stützen im Spiel gegen Israel werden. Für Teamchef Foda kein Nachteil. "Gerade Stefan Ilsanker hat im Spiel in Nordmazedonien mit wenig Spielrythmus eine gute Leistung gezeigt. Von daher sehe ich es als kein großes Problem. Die Spieler stehen im ständigen Trainingsrythmus", so Foda auf der Abschluss-Pressekonferenz. Auch Teamkapitän Julian Baumgartlinger sieht die Ausfälle nicht dramatisch.

"Ich denke, dass wir uns schon erarbeitet haben, eine große Konstanz im 23-Mann-Kader zu haben. (..) Da merkt man natürlich, dass die Qualität hoch ist und die Automatismen immer schneller und stärker greifen", so der Leverkusen-Legionär. Der Kader ist mit Backups wie [spielerprofil spieler="Louis Schaub"], [spielerprofil spieler="Florian Kainz"] oder [spielerprofil spieler="Thomas Goiginger"] in der breite für Ausfälle wie im Vorfeld der Spiele gegen Israel und Slowenien gut aufgestellt. 

Auf der anderen Seite ruhen die großen Hoffnungen auf Marko Arnautovic. Sechs Spiele in sechs Toren machen den Österreicher zu einem der Top-Torschützen in der laufenden EM-Qualifikation - nur geschlagen von Israels Goalgetter Eran Zahavy, der gleich neun Tore erzielt hat. Beide Spielen in China (Arnautovic bei Shangai SPIG, Zahavi bei Guangzhou Anm.) und könnten das Spiel entscheiden. Bei Israel stehen außerdem mit WAC-Shootingstar Shon Weissman und der Salzburger Munas Dabbur zwei weitere bekannte Gesichter im Kader. 

"Das wissen wir, dass Israel gerade in der Offensive große Qualitäten hat. Wir müssen einfach gut und aggressiv verteidigen. Darüber hinaus müssen wir auch unser Spiel, das was wir in den letzten Spielen gezeigt haben - sehr dominant im Ballbesitz, aggressives nach vorne verteidigen - das müssen wir an den Tag legen", reagiert Foda auf die Qualität der Gäste aus Israel. Österreich brennt auf die Revanche nach der 4:2-Niederlage in Israel. Das Stadion bleibt trotzdem halbleer. Denn für das Spiel sind etwas mehr als 20.000 Karten verkauft worden.

Für zwei Akteure wird das heutige Spiel aber trotz aller Umstände ganz besonders. Neben Israel-Teamchef Andreas Herzog freut sich auch Isreals Sportdirektor Willi Ruttensteiner auf seine Rückkehr nach Wien. Knapp zwei Jahre nach seinem Aus als ÖFB-Sportdirektor ist der 56-Jährige jetzt Gegner im Ernst-Happel-Stadion. Für ihn ist Österreich übrigens klarer Favorit.