VORSCHAU: Das Nationalteam mit Mini-Matchball in Slowenien

Das Nationalteam ist am Sonntagabend im drittletzten Gruppenspiel der EM-Qualifikation in Slowenien zu Gast. Nach vier Siegen und einem Remis aus fünf Pflichtspielen hat Österreich jetzt alle Trümpfe in der Hand. Mit einem Sieg in Ljubljana und gleichzeitiger Schützenhilfe aus Polen (Sieg gegen Nordmazedonien Anm.) hätte das ÖFB-Team fünf Punkte Vorsprung auf den dritten Platz. Zwei Spiele vor Schluss wäre das bereits die halbe Miete. Doch im Falle einer Niederlage kann genau das Gegenteil eintreten. Verletztungssorgen machen die Aufgabe jedenfalls nicht leicht.

Slowenien hat in den letzten zwei Spielen Heimstärke bewiesen. Gegen Polen gelang ein sensationeller 2:0-Sieg, auch Israel wurde mit einem späten Tor mit 3:2 besiegt - samt legendärer Wutrede von Andreas Herzog. Zuvor ließ Slowenien daheim aber durchaus Punkte liegen. Unter anderem im März in der EM-Qualifikation gegen Nordmazedonien (1:1) oder letztes Jahr in der UEFA Nations League gegen Zypern, Norwegen (jeweils 1:1) und Bulgarien (1:2).

Rapid-Sportdirektor Zoran Barisic rechnet im KURIER auch mit keiner hitzigen Stimmung in Slowenien. "Ljubljana ist kein Hexenkessel. Das ist nicht vergleichbar mit dem, was ich bei türkischen Länderspielen erlebt habe“, so Barisic, der 2018 Olympija Ljubljana mehrere Monate trainierte und daher auch das Stadion gut kennt. Auf Österreich wartet im etwa 16.000 Zuschauer fassenden Stadion Stožice aber eine schwierige Aufgabe. Die Verletzungssorgen (Ausfälle von Stefan Lainer, David Alaba, Florian Grillitsch und die Langzeitverletzten Hannes Wolf sowie Xaver Schlager) sind nach dem Spiel gegen Isreal nicht kleiner geworden. Konrad Laimer war bereits gegen Israel angeschlagen, nun sind auch Stefan Posch und Marko Arnautovic fraglich.

Die breite des Kaders konnte bisher viele Ausfälle gut abfangen. "Nur als Team kannst du erfolgreich sein, das zeigt die Mannschaft im Moment", sagte etwa Teamchef Franco Foda vor dem Auswärtsspiel gegen Slowenien. Für Posch könnte Christopher Trimmel in die Startelf rutschen, auch für die anderen Positionen gibt es mit Louis Schaub, Florian Kainz, Michael Gregortisch oder Karim Onisiwo Optionen.

Nach dem 3:1-Heimsieg gegen Israel und der Niederlage Sloweniens in Nordmazedonien, hat Österreich wieder Platz zwei erobert. Das ÖFB-Team kann bei einem Auswärtssieg in Slowenien und einem gleichzeitigen Sieg Polens gegen Nordmazedonien schon einen großen Schritt Richtung UEFA Euro 2020 machen. Dann könnten die Österreicher im November mit einem Heimsieg gegen die Nordmazedonier die Teilnahme fixieren, wenige Tage später würde noch ein Gastspiel in Lettland warten. Ein Unentschieden reicht, um Zweiter zu bleiben - doch es kann am Abend auch genau das Gegenteil eintreten. Isreal gewinnt, Nordmazedonien gewinnt und Österreich verliert - plötzlich hat das Nationalteam die Quali nicht mehr in der eigenen Hand und das Rennen um den zweiten Platz in Gruppe G wäre wieder ganz eng.

Für Slowenien hat sich die Ausgangslage jedenfalls zum Negativen verändert - ÖFB-Teamchef Franco Foda erwartet daher offensivere Slowenen als noch beim 2:0-Heimsieg gegen Polen. "Da haben sie aus einer kompakten Defensive gewartet, bis der Gegner Fehler begeht und haben dann auf Kontersituationen gelauert", sagt Foda, der jetzt mit anderen Slowenen rechnet: "Sie müssen gewinnen. Deshalb gehe ich davon aus, dass sie schon etwas offensiver agieren werden. Vielleicht werden sie uns schon früher unter Druck setzen." Daher könnte es für Österreich mehr Räume geben, so der Teamchef bei der Abschluss-Pressekonferenz. Ankick ist um 20:45 Uhr, ORF1 übertragt LIVE.