Nordmazedonien - Ilco Naumoskis Heimatland im Portrait

"Der erste Schritt zur Erhaltung der Teilnahmechancen für die paneuropäische EM 2020 wurde von Seiten des ÖFB-Teams am vergangenen Freitag mit einem knappen 1:0-Sieg gegen Slowenien gesetzt. Am morgigen Montag steht das Team allerdings wiederholt unter Druck, um nicht doch bereits frühzeitig alle Chancen auf eine wiederholte Partizipation an einem Großereignis zu verspielen." So lautete die Einleitung des Gegnerportraits vor dem letzten Duell der Österreicher gegen Nordmazedonien im Juni 2019.

Am 16.11. - also knapp fünf Monate später -  kommt es nun für den ÖFB in Wien um 20:45 zum Heimspiel gegen das Pendant aus Nordmazedonien, das aktuell mit elf Zählern den dritten Platz in der Tabelle der Gruppe G schmückt. Diesmal allerdings gibt es für die Foda-Elf eine deutlich andere Ausgangsposition - nur ein Punkt trennt die Eliteauswahl heimischer Kicker noch von der fixen EM-Teilnahme. Damit ihr wisst, mit welchem Team es Alaba und Co zu tun bekommen, haben wir für euch die Elf, die, wie schon im Juni, auf dem 68. Rang der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste liegt, etwas genauer unter die Lupe genommen.

Historisches und Aktuelles

Das Nationalteam Nordmazedoniens trug erstmals nach dem Zerfall Jugoslawiens im Jahr 1993, und somit nach Erlangung der Unabhängigkeit, ein Länderspiel aus - gegen Slowenien feierte die Equipe damals auswärts auch gleich einen 4:1-Kantersieg. Aktuell hält das von Igor Angelovski trainierte Team bei 236 Länderspielen, erzielte dabei 69 Siege (der höchste Sieg gelang gegen Liechtenstein mit 11:1 im Jahr 1996), 60 Unentschieden und 107 Niederlagen (höchste Niederlage gegen Tschechien mit 1:6 im Jahr 2005).

Bis heute schafften es die Kicker jedoch zu keiner Teilnahme an einem Großereignis, allerdings gewann das Team in der vergangenen UEFA Nations League D die Gruppe 4 mit 15 Punkten aus sechs Spielen - dies aber gegen Opponenten wie Armenien, Gibraltar und Liechtenstein. 

Die laufende Qualifikationsrunde zur EM 2020 verlief verhältnismäßig gut - nach acht Spieltagen liegt die von Kapitän Goran Pandev angeführte Elf mit elf Zählern auf Platz drei - fünf Punkte trennen die Kicker jedoch vom Tabellenzweiten aus Österreich, Slowenien und Israel halten zudem die gleiche Punkteanzahl. 

Spieler und Trainer

Das Team von Trainer Igor Angelovski, der seit Oktober 2015 im Amt ist, besteht aus einer bunt zusammengewürfelten Truppe. Im aktuellen Kader finden sich Spieler, die in 14 verschiedenen Ländern bzw. 15 differenten Ligen ihr Geld verdienen - von Bosnien-Herzegowina, über Zypern bis hin zu Spanien und Italien. Beim Blick auf die aktuelle Auswahl sticht ein Name besonders ins Auge. Der 36-jährige Goran Pandev - aktuell beim FC Genua 1893 unter Vertrag (in der laufenden Saison elf Einsätze und zwei Tore) - sorgt einerseits durch seine Routine für Ruhe im Spiel, andererseits ist der Stürmer trotz seines Alters nach wie vor brandgefährlich vor dem Kasten. Neben dem Oldie spielten sich in den letzten Spielzeiten vor allem drei Mittelfeldspieler in der Fokus der Scouts. Ezgjan Alioski ist mit seinen 27 Jahren Leistungsträger bei Leeds United, lieferte dort in 106 Spielen 16 Tore und zwölf Assists. Mit dem 24-jährigen Enis Bardhi von UD Levante (bislang 75 Spiele, 13 Tore und sieben Vorlagen) und dem erst 19 Jahre alten Eljif Elmas vom SSC Napoli (10 Spiele) ist die Mittelfeldzentrale exzellent besetzt. Zusätzlich verfügt das Team mit Stefan Ristovski von Sporting Lissabon auch in der Defensive über passable Qualität.

Rekordtorschütze ist wenig überraschend Rekordnationalspieler Goran Pandev, der in 103 Einsätzen starke 32 Tore beisteuerte. Einsatztechnisch knapp hinter Pandev liegt aktuell - Achtung Österreichbezug - Goce Sedloski, der über fünf Jahre die Schuhe für den SV Mattersburg schnürte. Mit Ilco Naumoski und Aleksandar Todorovski standen zudem zwei weitere ehemalige Teamspieler bei österreichischen Vereinen unter Vertrag.

Bilanz Österreichs gegen Nordmazedonien:

Im Laufe der aktuellen Qualifikation zur EM 2020 kam es auch erstmals zu einem Duell zwischen Nordmazedonien und Österreich, das die ÖFB-Elf im Juni in Skopije mit 4:1 klar für sich entscheiden konnte.

Nordmazedonien - Österreich 1:4

Tore: Hinteregger (ET, 18. Minute); Lazaro (39.), Arnautovic (62., 82.), Bejtulai (ET, 86.)