Vorschau auf Österreichs große EM-Party gegen Nordmazedonien

In Österreich weht ein Hauch der Euphorie von 2014 bis 2016. Am Abend kann das Nationalteam trotz eines Fehlstarts bereits am vorletzten Spiel der EM-Qualifikation die Teilnahme an der UEFA Euro 2020 fixieren. Gegen die Nordmazedonier (20:45 Uhr/LIVE in ORF1) reicht ein Punkt - eine vermeintlich leichte Aufgabe. Ein fast volles Ernst-Happel-Stadion, das Ziel zum Greifen nahe - die Vorzeichen stehen gut, dass es am Samstag klappt, doch die Nordmazedonier haben sich als bisher hartes Los aus Topf fünf in der EM-Quali erwiesen.

Das Hinspiel hat Österreich in Nordmazedonien mit 4:1 gewonnen - es war die bisher höchste Niederlage der Nordmazedonier in der laufenden Qualifikation. Ansonsten eine knappe Niederlage gegen Polen, dazu ein Remis und ein sensationeller Heimsieg gegen Slowenien, der Österreich Schützenhilfe bescherte und im Oktober endgültig auf EM-Kurs brachte. Der klare und nicht selbstverständliche Auswärtssieg in Skopje spricht damit für die ÖFB-Elf, die Österreicher sind aber trotzdem vor den Nordmazedoniern gewarnt.

“Wir müssen aufhören zu sagen, das ist nur Nordmazedonien, wir brauchen nur einen Punkt. Wir müssen höchstkonzentriert sein und mit dem Gedanken reingehen, wir wollen drei Punkte, nicht einen", sagte etwa Marko Arnautovic im Vorfeld der Partie. Auch David Alaba freut sich schon auf das nächste erfreuliche Kapitel in Österreichs-Sportgeschichte, möchte aber auch noch von keiner fixen Qualifikation sprechen. "Zuerst einmal müssen wir das Spiel spielen und den Sack zumachen. Aber ich glaube, dass jedem Einzelnen im Team bewusst ist, was da passiert, wenn wir uns qualifizieren, welchen Stellenwert das hat."

Alaba spricht etwa von einem Traum, der in Erfüllung gehen soll - auch bei den Fans ist die Vorfreude auf die Partie groß. Über 40.000 Tickets sind weg, auf die Mannschaft rund um Teamchef Franco Foda wartet also ein volles Ernst-Happel-Stadion. Dabei war es mit Niederlagen gegen Polen und Isreal ein klassischer Fehlstart. Fünf Siege in sechs Spielen brachten Österreich aber jetzt in diese sehr komfortable Ausgangslage in Gruppe G. Polen ist bereits fix qualifiziert, Österreich fehlt eben nur mehr ein Punkt.

Falls es gegen Nordmazedonien mit dem einen notwendigen Punkt nicht klappen sollte, dann spielt Österreich am Dienstag noch in Lettland. In einem der beiden Spiele sollte also ein Punkt drinnen sein. Der ÖFB hat jedenfalls schon mit einem Blick Richtung UEFA EURO 2020 ein neues Auswärtstrikot von Puma präsentiert. Das schwarz-türkise Dress hat etwas für Diskussionen unter den Fans gesorgt, feiert aber am Samstagabend gegen Nordmazedonien Premiere. Der erste Einsatz des Trikots könnte also gleich einer für die Geschichtsbücher sein.

Schiedsrichter der Partie ist übrigens ein bekannter Referee aus der Premier League. Der Top-Referee Michael Oliver leitet das Spiel. 2016 pfiff er bereits Salzburgs 1:0-Auswärtssieg in der UEFA Champions League-Qualifikation gegen Patrizani Tirana, zwei Jahre später pfiff er auch Rapids entscheidendes Spiel im UEFA Europa League-Playoff. Die Rapidler verloren damals mit 1:2 bei FCSB, stiegen aber dank des Hinspielergebnisses auf. Vergangenes Wochenende war Oliver beim Schlager zwischen Liverpool und Manchester City im Einsatz. Jetzt könnte er Teil eines denkwürdigen Spiels in Österreichs Fußball werden.