IM PORTRÄT: Christoph Baumgartner - der Hoffenheimer Shootingstar

Christoph Baumgartner ist der Aufsteiger der vergangenen Saison bei der TSG 1899 Hoffenheim. Der 21-Jährige spielte sich ab Dezember in die Stammelf und wusste dabei auch mit zahlreichen Scorerpunkten zu überzeugen. Sieben Tore und vier Assists standen am Saisonende auf der Habenseite des Offensivspielers, zweitbester Wert bei Hoffenheim - und das auch nur, weil Andrej Kramaric am letzten Spieltag mit vier Toren an ihm vorbeizog. Der Weg zum Bundesligaprofi hat sich in den vergangenen Jahren schon abgezeichnet. Die erstmalige Einberufung ins A-Nationalmannschaft kam daher völlig verdient und wenig überraschend, sodass der Neuling als heißer Kandidat dafür gilt, das Offensivspiel der ÖFB-Elf auch bei der EM im kommenden Jahr zu beleben. 

Früh gelobt 

Einer der Baumgartner lange Zeit seiner Entwicklung beobachtet hat, ist sein ehemaliger Nachwuchs-Teamtrainer Andreas Heraf. Der lobte ihn bereits 2017 in einem Gespräch mit Spox „als den Besten, den er trainiert hat.“ Heraf war damals überzeugt, dass aus ihm ein guter Nationalspieler werden würde und betonte, dass Baumgartner sowohl auf als auch neben dem Platz alles mitbringen würde.

Der Karriereweg führte ihn vom SV Horn in die Akademie St. Pölten, von wo es 2017 weiter in Richtung Hoffenheim ging. Auch RB Leipzig soll damals Interesse bekundet haben. Im Kraichgau fand sich der Waldviertler dann schnell zurecht. Als Leistungsträger in der U19 konnte er sich bereits im Jänner 2018 seinen ersten Profivertrag sichern. Weitere überzeugende Leistungen für die zweite Mannschaft in der Regionalliga ließen den logischen Schritt in den Bundesliga-Kader folgen. Am vorletzten Spieltag der Saison 2018/19 gab Baumgartner sein Bundesliga-Debüt.

U21-EM als Hoch und Tief

Die Teilnahme an der U21-EM 2019, seine zweite EM-Teilnahme nach der U17-EM 2016, blieb für den 52-fachen Nachwuchsteamspieler wohl mit gemischten Gefühlen in Erinnerung. Österreich begeisterte zwar, im Spiel gegen Dänemark vergab der Hoffenheimer allerdings beim Stand von 1:1 einen Elfmeter. Österreich verlor schlussendlich 1:3 und schied später aufgrund dieser Niederlage aus.

Zurück in Hoffenheim gehörte Baumgartner fix zum Bundesligakader und ab Dezember auch großteils zur Startelf. Im offensiven Mittelfeld bzw. als Spitze schlug er voll ein, wurde - trotz des Bundesliga-Topwertes von vier Stangen- bzw. Lattentreffern - zum zweitbesten Scorer des Tabellensechsten und spielte sich ins Nationalteam und sicherlich auch die Notizbücher zahlreicher Scouts. 

Auf den ersten Blick fällt vor allem Baumgartners technische Stärke auf. Sein Ex-Coach Alfred Schreuder sieht da aber noch weit mehr. „Das ist Champions-League-Niveau, was er läuft und arbeitet. Dazu ist er noch intelligent zwischen den Räumen und erst 20 Jahre alt“, sagte Schreuder nach dem 3:1 gegen Köln im Mai, als der Youngster mit zwei Toren und einem Assist zum Matchwinner avancierte.

Der Aufstieg die letzten Jahre ging also ziemlich schnell, aber keineswegs überraschend vonstatten, wenn man den hochveranlagten 21-Jährigen beobachtet hat. Hoffenheim wird wohl nur eine Zwischenstation zu noch höheren Aufgaben bleiben und das Nationalteam mit seinen Fans wird nach Florian Grillitsch und Stefan Posch mit einem weiteren Hoffenheimer viel Freude haben.