Gute Österreicher feiern verdienten Auswärtssieg in Norwegen

Nach knapp zehn Monaten ohne einziges Länderspiel, bestritt das Österreichische Nationalteam am Freitag das erste Spiel der zweiten Austragung in Gruppe B der UEFA Nations League. Trotz einer Vorbereitung nicht ohne Probleme, konnte sich das ÖFB-Team am Ende mit 2:1 auswärts gegen Norwegen durchsetzen. Noch wichtiger an der ganzen Sache: Der Sieg kam durchaus verdient und überzeugend zu Stande.

In der Startaufstellung sorgte Teamchef Franco Foda für die ein oder andere Überraschung. In einer 4-2-3-1 Aufstellung bekam Michael Gregoritsch vor Frankreich-Legionär Adrian Grbic als Sturmspitze den Vorzug und auch mit Karim Onisiwo war vor Spielbeginn nicht unbedingt in der ersten Elf zu rechnen. Foda dämpfte vor dem Spiel die Erwartungen und forderte dazu auf, keine Wunderdinge zu erwarten. Zu unterschiedlich waren die Fitnesszustände der Spieler und man musste mit dem frischebackenen Champions League-Sieger David Alaba  und Marko Arnautovic auf wichtige Schlüsselspieler verzichten.

Österreich begann das Spiel in Oslo forsch und ließ die Norweger zu Beginn nicht vor das Tor kommen. Staddessen hatte das ÖFB-Team die Partie klar im Griff und ließ den Ball souverän in den eigenen Reihen laufen. Trotz viel Ballbesitz sprangen die großen Torchancen allerdings noch nicht heraus. Gregoritsch, Martin Hinteregger per Distanzschuss und Stefan Lainer sorgten für die ersten gefährlicheren Annäherungsversuche auf den Kasten von Norwegen-Keeper Rune Jarstein. Hinteregger humpelte nach 27 Minuten bereits zur ersten Untersuchung am Sprunggelenk am Feld, versuchte vorerst aber weiterzuspielen. In Minute 35 gab es aber wieder positive Nachrichten: Nachdem Mittelfeld-Regisseur  Xaver Schlager einen verloren geglaubten Ball mit einer sehenswerten Grätsche zurückeroberte, stand Gregoritsch nach einer puktgenauen Flanke von Andreas Ulmer goldrichtig und setze den Ball zur hochverdienten 1:0-Pausenführung für die Österreicher ins Netz. Hinteregger, der an diesem Abend Julian Baumgartlinger als Kapitän ersetzte, musste fünf Minuten nach dem Erfolgserlebnis leider w.o. geben und machte für Alexander Dragovic Platz. Zur Halbzeit hatte die Foda-Elf starke zehn Torschüsse zu verzeichnen, während die Norweger um Starstürmer Erling Haaland offensiv völlig blass blieben.

In Hälfte zwei änderte sich am Spielgeschehen vorerst wenig. In der 54.Minute holte Onisiwo nach einem Freistoß ein Handspiel vom Norweger Mathias Normann heraus. Die logische Folge war Gelb und Elfmeter für die Gäste. Der Mann der Stunde in den Reihen der Österreicher, Marcel Sabitzer, trat an und versenkte die Kugel gekonnt im linken unteren Eck. Bis zur 66.Spielminute hatte Österreich die Angelegenheit weiterhin voll im Griff, doch der erste offizielle Torschuss der Hausherren war auch gleich drinnen: Nach Flanke von Joker Alexander Sorloth vollstreckte Ex-Salzburger Haaland aus kurzer Distanz souverän. Der an diesem Abend bis zu diesem Zeitpunkt unbeschäftigte ÖFB-Schlussmann Alexander Schlager war dabei machtlos. In der Schlussphase tätigte Foda einige Wechsel, um so die Bemühungen der Norweger weitgehend zu entschärfen. Grbic bekam beispeilsweise seine ersten Minuten als Nationalspieler. Norwegen kam dennoch zu guten Ausgleichs-Chancen, doch Mittelfeldspieler Sander Berger vergab zweimal aus aussichtsreicher Position. In der Nachspielzeit brachte Österreich den Sieg schließlich über die Zeit und setzte sich schlussenlich hochverdient durch. Obwohl die Gäste als Kollektiv ein bärenstarkes Spiel ablieferten, wusste vor allem Team-Debütant Christoph Baumgartner auf ganzer Linie zu überzeugen. Der Hoffenheim-Legionär blieb am Ende zwar ohne Torbeteiligung, ließ im Offensivspiel aber mit quirrligen Dribbling und beherztem Einsatz aufhorchen.

Im Gegensatz zum letzten Auftaktspiel der Nations League, in dem man Bosnien-Herzegowina unterlag, schafft sich Österreich mit dem Auswärtssieg eine gute Ausgangslage für die restlichen Aufgaben in der ausgeglichenen Gruppe B. Am Montag geht es daheim gegen Rumänien, das sich im Parallelspiel gegen Nordirland mit einem 1:1-Unentschieden begnügen musste. Norwegen steht in Belfast gegen die Nordiren dagegen bereits unter Zugzwang. Das erste Länderspiel nach fast einem Jahr hätte erfreulicher also kaum verlaufen können!