Das Nationalteam testet gegen Griechenland: Die große Chance der zweiten Garnitur

In Zeiten von Corona geht es unerwartet schnell. Noch von Freitag bis Sonntag waren viele Teamspieler bei ihren Vereinen im Einsatz, schon am heutigen Mittwoch werden sie für Österreichs Nationalteam auflaufen. Am Abend steht in Klagenfurt das Testspiel gegen Griechenland an, Teamchef Franco Foda wird logischerweise viel rotieren.

Viele Ausfälle und neue Gesichter

Das Nationalteam muss elf Ausfälle für das heute beginnende Länderspiel-Triple hinnehmen. Außerdem sind einige Spieler erst am Dienstag und damit einen Tag vorm Länderspiel bei der Nationalmannschaft eingetroffen. David Alaba und Xaver Schlager werden geschont und gegen die Griechen sicher nicht zum Einsatz kommen. Das bietet neuen Spielern im Kader die Möglichkeit sich zu beweisen. Im Normalfall potentielle Ergänzungsspieler werden vor allem gegen Griechenland eine tragende Rolle spielen und zeigen dürfen, dass sie auch für die kommenden Monate ein wichtiger Baustein am Weg zur Europameisterschaft nächstes Jahr sein könnten. 

Marco Friedl, Raphael Holzhauser, Sasa Kalajdzic und Maximilian Ullmann haben noch keinen Einsatz im Nationalteam absolviert. Ein Debüt ist gegen Griechenland sehr wahrscheinlich, wobei Kalajdzic angeschlagen und damit für das Spiel gegen Griechenland fraglich ist.

Der Tag der zweiten Garnitur

Die zweite Garnitur wird in Klagenfurt die große Chance bekommen. Die Tormann-Frage ist durch den Ausfall von Alexander Schlager offen. Wolfsburg-Goalie Pavao Pervan könnte in der Startelf landen, auch sonst dürfen sich wohl Spieler wie Christopher Trimmel, Alessandro Schöpf oder Louis Schaub beweisen.

Während Trimmel als Union Berlin-Kapitän in der Deutschen Bundesliga gesetzt ist, hat es Schöpf bei den krisengebeutelten Schalkern schwer und jede Einsatzminute im Nationalteam würde ihm helfen. Bei Schaub hat sich die Situation verbessert, der Ex-Rapidler hat bei seinem neuen Verein Luzern mit einem Tor und einem Assist angeschrieben. Die Einberufung der beiden Schalke- und Luzern-Legionäre zeigt aber, dass Foda auch Spielern vertraut, die in den letzten Wochen nicht viel Spielpraxis gesammelt haben.

Umstellungen kein Problem 

Foda möchte gegen Griechenland trotz vieler Umstellungen das eigene Spiel durchziehen. Viel Ballbesitz, den Ball schnell nach vorne Spielen und aktiv gegen den Ball sein ist die Devise. "Die Mannschaft ist eingespielt. Sie kennen die Muster, die wir wollen, sie kennen die Automatismen. Es sind viele neue Spieler dabei, aber das ist kein Problem, weil die Spieler von ihren Vereinen bestens ausgebildet sind", so der Teamchef. Foda ist von einem guten Spiel überzeugt, die Mannschaft sei "sehr, sehr willig."

Ähnlich wie Rumänien 

Griechenland hat im Juli 2019 den Trainer gewechselt. Teamchef ist der Holländer Johannes van't Schip. Foda erwartet damit auch eine "Holland-Schule" auf dem Platz. "Sie sind auf kontinuierlichen Spielaufbau bedacht, sind variabel, versuchen es den Gegner unter Druck zu setzen und haben eine ähnliche Spielanlage wie Rumänien." Die Griechen sind auch eine technisch sehr versierte Mannschaft, so Österreichs Teamchef.

Das Freundschaftsspiel wird jedenfalls eine gute Möglichkeit sein, um viel zu rotieren, zu probieren und sich gut auf die Auswärtsspiele in der UEFA Nations League - Nordirland am Sonntag und Rumänien am Mittwoch in einer Woche - vorzubereiten. Das Testspiel gegen Griechenland beginnt um 20:30 Uhr im Wörthersee Stadion in Klagenfurt. 3.000 Zuschauer sind zugelassen, ORF1 überträgt Live.