SPIELERBENOTUNG: Österreich vs. Nordirland - Licht und Schatten in zwei konträren Hälften

Österreich gelingt in Nordirland ein verdienter Auswärtserfolg, über die zweite Halbzeit müssen wir jedoch reden. Wir haben uns wieder die Leistungen der heimischen Teamspieler im Detail angesehen.

Pavao Pervan Note: 3+

Trat erstmals mit gutem Positionsspiel auf der Höhe der Mittellinie in Erscheinung. Seine gekonnte Ballbehandlung war der Iniator des österreichischen Führungs-Angriffs, Hatte in Halbzeit zwei lediglich einen Kopfball und Unmengen an Rückpässen zu bewältigen.

David Alaba Note:3

Spielte nach einer gefühlten Ewigkeit wieder als Linksverteidiger, agierte aber viel mehr als offensiver Flügelspieler zumindest in den ersten 45 Minuten. Probierte vor allem in der ersten Halbzeit viel ohne den nötigen Erfolg. Bei Standardsituationen ist der Champions-League-Sieger aber eine nicht zu unterschätzende Waffe mit seiner Übersicht. Verlor in der Nachspielzeit Boyce aus den Augen und war damit fast Schuld am späten Ausgleich.

Martin Hinteregger Note: 2

Hatte 24 Minuten die Riesenchance auf die Führung, konnte die Maßflanke von Alaba jedoch nicht mehr aufs Tor bringen. Generell war der Frankfurter offensiv auffälliger, als es sich für einen Innenverteidiger ziert. Seine Übersicht in der Spieleröffnung und präzise Flanke zum 1:0 sind jedoch klare Erfolgsindikatoren für ein sehr gelungenes Spiel, auch wenn er sich im zweiten Spielabschnitt vermehrt in der eigenen Hälfte aufhielt.

Aleksandar Dragovic Note: 2

Agierte wie Hinteregger oftmals sehr offensiv und war stets in den Spielaufbau mit eingebunden. Gute Übersicht und Kompromisslosigkeit in den Zweikämpfen beweisen die aufsteigende Team-Form des Bayer-Legionärs. Nicht einmal ein Insektenstich konnte dem Wiener Paroli bieten, ebenso nicht robuste nordirische Offensivleute.

Stefan Lainer Note: 2

Sah sich am rechten Flügel beheimatet und war stets giftig und bissig. Starkes Spiel mit und ohne Ball bewiesen die enorme Wichtigkeit des Salzburger im Nationalteam. Lange galt die Rechtsverteidiger-Position als Manko der Nationalmannschaft, mit ihm dürfte diese Diskussion ad acta gelegt sein. War einer der Wenigen, die sich auch in Halbzeit zwei noch in die Offensive miteinschalteten.

Julian Baumgartlinger Note: 3

Bewies mit einem Chip-Ball auf Baumgartner nach gut 20 Minuten erstmals seine grandiose Übersicht, ansonsten vor allem ohne Ball sehr stark. Nicht umsonst wird der Leverkusen-Legionär, als der Motor dieser Mannschaft gesehen, der trotz fortgeschrittenem Alter auf hohem Niveau aushilft. Die nötigen Akzente haben dennoch gefehlt.

Stefan Ilsanker Note: 3

War mit Abstand der giftigste und bissigste Spieler am Feld und das ohne grünes Trikot. Sein unbändiger Kampfgeist und Einsatzwille ist ansteckend. Gibt in jedem Spiel 100 Prozent und ist damit trotz fehlender technischer Finesse die ideale Besetzung für solche Spiele. Konnte jedoch vor allem in der zweiten Halbzeit nicht mehr ins Spiel finden und gab außer einem Distanzschuss in den zweiten 45 Minuten nichts mehr zum Besten.

Reinhold Ranftl Note: 3-

Kam für viele überraschend zu seinem Startelf-Debüt und wirkte lange wie ein Fremdkörper im sonst so harmonischen österreichischen Offensivspiel in Halbzeit eins. Machte ohne nennenswerte Aktion nach 72 Minuten für Trimmel Platz. Will erneut im Nationalteam auflaufen, muss mehr von ihm kommen.

Xaver Schlager Note: 2-

War im Zentrum stets auf Höhe des Spielgeräts und wusste dieses im eigenen Besitz mit grandioser Übersicht gekonnt zu verteilen. Offensiv darf zwar noch mehr kommen, im Zusammenspiel mit seinen Nebenleuten ist Schlager jedoch ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt im Spiel von rot-weiß-rot.

Christoph Baumgartner Note: 3

Hatte bereits in Halbzeit eins zwei hochkarätige Chancen, die er zum Leidwesen der österreichischen Fanseele zu leicht liegen ließ. Der Hoffenheim-Legionär war aber auch gegen robuste Nordiren da, wo der Ball war und steckte auch in seinem vierten Auftritt im Teamtrikot nicht auf. War in der zweiten Halbzeit jedoch nicht mehr so präsent und verpasste dadurch die Gelegenheit seine verpassten Sitzer wieder gut zu machen.

Michael Gregoritsch Note: 2-

Überzeugte mit guter Übersicht und starkem Pressing gegen starke Nordiren. Bewies kurz vor der Pause mit einem blitzsauberen Kopfballtrefffer, dass er auch als Solospitze funktioniert. Konnte diese These jedoch in Halbzeit zwei nicht mehr bestätigen, wurde aber auch nicht mehr von seinen Mitspielern versorgt.

Franco Foda Note: 4

Sorgte zumindest in unserer Redaktion mit seiner Aufstellung für viel Diskussionsstoff. Die erste Halbzeit ließ jedoch einen guten, spielerisch starken Matchplan erkennen, mit der Führung im Rücken zog sich Österreich vermehrt zurück, das dürfte wohl dem Marschplan des Deutschen gefolgt sein. Wechselte zudem sehr spät und vergab dadurch die Chance, das Ruder noch einmal rumzureißen.

Eingewechselt:

Christopher Trimmel: zu kurz eingesetzt

Adrian Grbic: zu kurz eingesetzt