Vorschau auf Österreichs Gastspiel in Luxemburg: Wenn sogar der Underdog auf eine B-Elf setzt

Österreichs Nationalteam startet heute in ein Länderspiel-Triple. Bevor die zwei UEFA Nations League-Heimspiele um den Gruppensieg gegen Nordirland (So, 15.11) und Nordirland (Mi, 18.11) anstehen, wartet ein Freundschaftsspiel in Luxemburg. Dass beide Teams wichtigere Spiele vor der Burst haben, merkt man auch daran, dass selbst die Luxemburger auf eine B-Elf setzen werden. Das hat zumindest der Teamchef des Underdogs im Vorfeld der Partie angekündigt. Auch bei Österreich werden nicht alle Stammspieler auflaufen, unter anderem David Alaba und Marcel Sabitzer sind in Luxemburg noch nicht dabei. Die Teamspieler und Teamchef Franco Foda versuchen dem Test aber dennoch Positives abzugewinnen.

Beim ÖFB wird man nicht müde zu betonen, dass ein drittes Länderspiel - neben den beiden Nations League Partien - von der UEFA vorgesehen war. Österreich hat nicht einfach so aus Spaß drei Tage nach einem intensiven Liga-Wochenende für die ÖFB-Legionäre ein Testspiel in Luxemburg angesetzt. Klar ist, dass Topspieler, die auch im Europacup im Einsatz waren und damit englische Wochen hinter sich haben, geschont werden. Das betrifft David Alaba, Marcel Sabitzer, Stefan Lainer oder auch Youngster Christoph Baumgartner. Das gibt wieder Neulingen, wie Husein Balic oder Philipp Wiesinger (beide LASK), die Chance sich im Team zu beweisen. Und das ist auch der große Vorteil an diesem Testspiel.

"Es gibt keine sinnlosen Spiele. ... Das gibt die Möglichkeit für den einen oder anderen Spieler sich wieder zu beweisen. Wir haben im nächsten Jahr sehr viele Spiele mit der WM-Quali oder auch mit dem absoluten Highlight der EM. Jeder Spieler, der jetzt beim Nationalteam ist - egal ob Freundschaftsspiel oder Nations League-Spiel - der hat die Möglichkeit sich zu zeigen und zu präsentieren, auch schon im Hinblick auf das nächste Jahr", so Foda in der Abschluss-Pressekonferenz.  Wir sehen also wohl, ähnlich schon wie beim 2:1-Testspielsieg im Oktober gegen Griechenland, viele andere Gesichter auf dem Platz. Es ist die Chance für Spieler wie Louis Schaub, Reinhold Ranftl, Raphael Holzhauser oder Peter Zulj. Auch Adrian Grbic und Sasa Kalajdzic können sich als Option im Sturm empfehlen. 

Das Spiel könnte auch für Valentino Lazaro eine gute Chance für Spielpraxis werden. Der Österreicher hat ja erst gerade eben bei Borussia Mönchengladbach eine Verletzung überstanden und hat am Sonntag in der Bundesliga gleich mit einem sensationellen Traumtor aufgezeigt. Für einen Startelf-Einsatz hat es noch nicht gereicht, umso wichtiger wären die Spielminuten im Nationalteam. Bereit für das Spiel in Luxemburg wäre auch Martin Hinteregger. Der Innenverteidiger ist mit Eintracht Frankfurt - abgesehen von Liga und Pokal - im Europacup nicht vertreten und sieht im Länderspielkalender kein Problem. "Drei Spiele in einer Woche schafft man schon mal".

Hinteregger sieht im Spiel einen guten Test. "Wir wollen das Spiel wieder gewinnen und mit einem Erfolgserlebnis in den Lehrgang starten. Jeder Sieg ist extrem wichtig und tut uns gut." Alles andere als ein Sieg in Luxemburg wäre trotz Freundschaftsspiels für das Nationalteam auch eine Enttäuschung. Vor allem, weil es egal ist, wer von den einberufenen Spielern am Platz steht - Österreich hat eine enorme Qualität im Kader. "Die Breite ist sehr groß geworden. Ich denke der ÖFB hat in den letzten Jahren gute Nachwuchsarbeit geleistet. .. Wir können auf viele Verletzungen und Ausfälle gut reagieren", sagt Hinteregger.

Luxemburg hat sich in den letzten Jahren aber enorm weiterentwickelt - auch dank Talenten wie dem Mittelfeldspieler Leandro Barreiro von Mainz 05 und dem offensiven Mittelfeldspieler Vincent Thill von CD Nacional aus der höchsten portugiesischen Liga. Generell spielen viele Luxemburger im Ausland. Legionäre sind beim Karlsruher SC oder auch in den ersten Ligen Belgiens, Hollands und Portugals zu finden. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den sportlichen Leistungen dar. Luxemburg liegt in der Nations League-Gruppe 1 der Divison C punktgleich mit Montenegro an der Tabellenspitze - noch vor Aserbaidschan und Zypern. In den zwei finalen Nations League-Partien gegen Zypern und Aserbaidschan geht es also um den sensationellen Aufstieg in Gruppe B, wo ja aktuell auch Österreich spielt.

Genau deswegen kann sich Österreich aber auch auf eine Luxemburger B-Elf einstellen, was die Foda-Elf zu einem noch klareren Favoriten macht. "Wir können es uns nicht erlauben, bereits gegen Österreich alle Kräfte zu verschwenden", sagt Luxemburgs Chefcoach Luc Holtz und kündigt damit tatsächlich eine B-Elf gegen das Nationalteam an. Aber auch verständlich - denn ein Aufstieg in der Nations League wäre eine große Sensation, und dem sympathischen Underdog aus dem Land mit etwas mehr als 600.000 Einwohnern auch sehr zu vergönnen.

Luxemburg-Österreich
Mittwoch, 11.11.2020, 20:30 Uhr/ LIVE in ORF1 
Spielort: Josy-Barthel-Stadion

Österreichs Teamkader:

TOR: Pavao PERVAN (VfL Wolfsburg/GER; 4 Länderspiele), Alexander SCHLAGER (LASK; 3), Jörg SIEBENHANDL (SK Sturm Graz; 2)

VERTEIDIGUNG: Aleksandar DRAGOVIC (Bayer 04 Leverkusen/GER; 84/1 Tor), Martin HINTEREGGER (Eintracht Frankfurt/GER; 50/4), Philipp LIENHART (SC Freiburg/GER; 1/0), Gernot TRAUNER (LASK; 1/0), Christopher TRIMMEL (1. FC Union Berlin/GER; 9/0), Philipp WIESINGER (LASK; 0)

MITTELFELD: Husein BALIC (LASK; 0), Julian BAUMGARTLINGER (Bayer 04 Leverkusen/GER; 79/1), Raphael HOLZHAUSER (Beerschot V. A./BEL; 1/0), Stefan ILSANKER (Eintracht Frankfurt/GER; 46/0), Valentino LAZARO (Borussia Mönchengladbach/GER; 28/3), Karim ONISIWO (1. FSV Mainz 05/GER; 9/1), Reinhold RANFTL (LASK, 3/0), Louis SCHAUB (FC Luzern/SUI; 15/5), Peter ZULJ (RSC Anderlecht/BEL; 10/0)

STURM: Adrian GRBIC (FC Lorient/FRA; 4/1), Michael GREGORITSCH (FC Augsburg/GER; 22/4), Sasa KALAJDZIC (VfB Stuttgart/GER; 1/0)