Europameisterschaft 2008: Was wurde aus den ÖFB-Spielern der Heim-EM?

Österreich ist diesen Sommer bei der Europameisterschaft in Frankreich zum zweiten Mal bei einer Endrunde dabei und die Vorfreude steigt immer mehr. Für Frankreich 2016 hat man sich erstmals aus sportlicher Kraft qualifiziert. Im Jahr 2008 war das ÖFB-Team gemeinsam mit der Schweiz Ausrichter der EURO und musste keine Qualifikation spielen. Der heutige Kader ist von Legionärsspielern geflutet. Das war vor acht Jahren noch nicht so extrem der Fall, da gab es durchaus einige Kicker aus der österreichischen Bundesliga.

Doch wie ergeht es den Kickern von damals eigentlich heute? Wir haben uns deren Entwicklung seit der damaligen EM genauer angesehen und zeigen euch welche Spieler noch im Nationalteam dabei sind, welche im erweiterten Kader sind, welche noch aktiv kicken und welche bereits ihre Karriere beendet haben. Auch die knapp am Kader gescheiterten Spieler und den Trainer haben wir unter die Lupe genommen, Stichwort: "Nicht die Besten, aber die Richtigen."

Ramazan Özcan

Nr. 23, 0 Einsätze

Damals noch die Nummer 3 der Tormänner, heute als zweite Kraft hinter Robert Almer im ÖFB-Team. Ramazan Özcan war während der Euro noch bei Red Bull Salzburg unter Vertrag und wechselte für eine Million Euro in die deutsche Bundesliga zur TSG 1899 Hoffenheim. Bei den Hoffenheimern wurde 'Rambo' nicht glücklich. Er wurde zwei Jahre nach seinem Wechsel zu Besiktas Istanbul für ein halbes Jahr verliehen, ehe Özcan im Jahr 2011 zum FC Ingolstadt wechselte und mit den 'Schanzern' letzte Saison den erstmaligen Aufstieg in Deutschlands höchster Klasse schaffte. Diese Saison wurde der 31-Jährige von Trainer Ralph Hasenhüttl zur Nummer Eins ernannt und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit im EM-Kader als erster Ersatzgoalie dabei sein.

 

Christian Fuchs

Nr. 5, 1 Einsatz

Damals kam Christian Fuchs nur zu einem Einsatz im Entscheidungsmatch gegen Deutschland. Heute ist der 29-Jährige mit 72 Länderspielen gestandener Kapitän der Nationalelf und war ein wichtiger Bestandteil jener erfolgreichen Mannschaft, die die Qualifikation zur Euro 2016 schaffte. Vor der EM08 spielte Fuchs noch beim SV Mattersburg und wechselte danach erstmals ins Ausland zum VfL Bochum unter dem damaligen Trainer Marcel Koller. Nach zwei Jahren wurde der linke Verteidiger zum 1. FSV Mainz 05 ausgeliehen und Ende der Saison vom FC Schalke 04 verpflichtet. Sogar Champions League durfte er mit den 'Knappen' spielen. Letzten Sommer wechselte der Captain zu Leicester City und hat mit dem Underdog völlig überraschend und sensationell die Premier League gewonnen.

 

Sebastian Prödl

Nr. 15, 2 Einsätze

Sebastian Prödl war bei der EM 2008 bereits Stammkraft im Nationalteam. Er holte durch ein Foul an ihn auch den Elfmeter zum bisher einzigen EM-Tor Österreichs heraus. Das letzte Match gegen die Deutschen verpasste 'Basti' aufgrund der zweiten gelben Karte im Turnier. Für ihn ging es nach der Euro auch ins Ausland, vom SK Sturm Graz ging es nach Deutschland für 2,5 Millionen Euro Ablöse zum SV Werder Bremen. Ein Titel im DFB-Pokal sowie 176 Spiele und 13 Tore weist er in seiner Zeit bei den Norddeutschen auf. Letzten Sommer verließ der 28-Jährige die Weser und wagte den Sprung in die Premier League zum Aufsteiger FC Watford. Mittlerweile hält Prödl bei 55 Einsätzen und vier Toren im Nationalteam.

 

György Garics

Nr. 14, 2 Einsätze

Bei der EM 2008 stand György Garics beim SSC Napoli in der Serie A unter Vertrag und wechselte gleich danach zu Ligakonkurrent Atalanta Bergamo. Zwei Jahre später ging es zum nächsten italienischen Oberhausklub FC Bologna weiter. Für den siebenfachen italienischen Meister absolvierte der rechte Verteidiger 108 Spiele in insgesamt fünf Jahren. Im letzten Sommer gab es einen Taptenwechsel für Garics, der 40-fache Teamspieler wechselte in die deutsche Bundesliga zum Aufsteiger SV Darmstadt. Bei den 'Lilien' avancierte der 31-Jährige mittlerweile zum Stammspieler.

 

Martin Harnik

Nr. 20, 3 Einsätze

Der 'Piefke' im Nationalteam stand bereits vor acht Jahren in allen Spielen der Europameisterschaft auf dem Platz und wird bei normalem Verlauf auch heuer dort stehen. Martin Harnik war in dieser Qualifikation Leistungsträger des ÖFB-Teams. Der 28-Jährige spielte 2008 noch beim SV Werder Bremen, gemeinsam mit Prödl für eine Saison. Im Sommer 2009 ging es für Harnik eine Klasse runter zu Fortuna Düsseldorf in die 2. Bundesliga. Nach einer starken Saison bei den Rot-Weißen verpflichtete ihn der VfB Stuttgart, für die der Rechtsaußen bereits 67 Tore in 207 Spielen erzielt hat. Für das Nationalteam traf der gebürtige Hamburger bisher 13 Mal in 55 Spielen.

 

Emanuel Pogatetz

Nr. 4, 3 Einsätze

Zwar schon länger her ein Einsatz in der ÖFB-Elf für Emanuel Pogatetz, jedoch steht der 33-Jährige bereit, sollte sich einer der vier gesetzten Innenverteidiger im ÖFB-Team vor der Euro in Frankreich verletzen. Bei der EM08 absolvierte Pogatetz alle Spiele, nachdem er bei Trainer Josef Hickersberger 2006 noch in Ungnade gefallen war. Im Jahr 2009 wurde er von Dietmar Constantini zum neuen ÖFB-Kapitän ernannt und ein Jahr später von Marc Janko abgelöst. Anfang dieses Jahres verließ der 61-fache Teamspieler nach eineinhalb Jahren die Columbus Crew und wechselte zum deutschen Zweitligisten Union Berlin. Während der EM 2008 spielte er beim englischen Verein FC Middlesbrough. Nach zwei Jahren bei Hannover 96 folgten mehrere kurze Stationen beim VfL Wolfsburg, bei West Ham United und beim 1. FC Nürnberg, ehe es in die USA ging.

 

Christoph Leitgeb

Nr. 8, 2 Einsätze

Seitdem Christoph Leitgeb 2007 vom SK Sturm Graz zu Red Bull Salzburg wechselte, wurde der 30-Jährige fünf Mal Meister mit den 'Bullen', gewann dreimal den ÖFB-Cup und erreichte vier Mal das Sechzehntelfinale in der UEFA Europa League. Der defensive Mittelfeldspieler hat bisher 41 Länderspiele absolviert und war in zwei Spielen bei der Euro 2008 im Einsatz. Für die Teilnahme an der Euro 2016 sind die Chancen aufgrund einer langwierigen Knieverletzung im letzten Jahr stark gesunken. Auch ein Rücktritt aus dem Nationalteam steht beim 258-fachen Bundesliga-Spieler im Raum.

 

Andreas Ivanschitz

Nr. 10, 3 Einsätze

Der damalige Kapitän hatte es aufgrund der hohen Erwartungshaltung im Land sehr schwer. Von Andreas Ivanschitz wurde viel verlangt und vieles auf seine Schultern gelegt. Ivica Vastic wurde für die Euro 2008 nominiert, um alles zurecht zu biegen, sollte etwas schief gehen. Trainer Constantini verzichtete aufgrund dieser populistischen Meinung sogar lange Zeit auf den 32-Jährigen im Nationalteam. Nach zwei Jahren Leihe wurde der offensive Mittelfeldspieler von Panathinaikos Athen nach der EM verpflichtet. Nach einer Saison wurde Ivanschitz allerdings an Mainz weiterverliehen, die den Burgenländer ebenfalls nach zwei Jahren Leihe verpflichteten. Zwei weitere Jahre verbrachte er beim FSV (113 Spiele), ehe es 2013 in die Primera Division zum UD Levante ging (51 Spiele). Letzten Sommer wechselte er ablösefrei in die USA zu den Seattle Sounders, für die er aktuell engagiert ist. Der 69-fache Teamspieler (zwölf Tore) hofft ebenfalls auf eine Einberufung in den Kader für die EM 2016, sein letztes Match im ÖFB-Team liegt jedoch bereits eineinhalb Jahre zurück.

 

Alexander Manninger

Nr. 1, 0 Einsätze

Im August 2009 beendete Alexander Manninger seine Teamkarriere nach 34 Einsätzen. Ein Grund dafür dürfte auch die Bevorzugung von Jürgen Macho für die Tormann-Position bei der EM 2008 gewesen sein. Diesen Kampf verlor Manninger ganz knapp und musste alle drei Spiele von der Bank aus verfolgen. Nach der EM wechselte der heute 38-Jährige vom AC Siena zu Udinese Calcio, nur um einen Monat nach der Verpflichtung zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin weiterzusiedeln. Bei den Turinern war er meist Nummer zwei hinter Tormannlegende Gianluigi Buffon und wurde in seiner vierten Saison Meister der Serie A. Im November 2012 fand er nach vier Monaten ohne Verein mit dem FC Augsburg einen neuen Arbeitgeber, für die er bis dato 34 Bundesliga-Spiele absolviert hat und in dieser Saison immer auf der Bank Platz nehmen musste. Im Sommer endet sein Vertrag beim FCA, wie es danach weitergeht ist noch nicht klar.

 

Martin Stranzl

Nr. 3, 3 Einsätze

Drei Monate nach Manninger beendete auch Martin Stranzl seine Karriere im Nationalteam, nach Streitigkeiten mit Teamchef Constantini. Nach 55 Spielen (davon alle drei EM-Spiele 2008) und drei Toren war Schluss für den sympathischen Innenverteidiger. Nach der EURO kickte Stranzl drei weitere Jahre in Russland bei Spartak Moskau, ehe ihn Borussia Mönchengladbach für 800.000 Euro im Jänner 2011 verpflichtete. Damals steckten die Borussen in akuter Abstiegsgefahr und schafften aufgrund einer starken Rückrunde mit dem 35-Jährigen die Wende. Als Tabellen-16. retteten sich die Gladbacher in die Relegation, bei dem sie sich gegen den VfL Bochum knapp durchsetzten. Danach folgte unter Trainer Lucien Favre ein unglaublicher Aufstieg. Gladbach behauptete sich gemeinsam mit Stranzl zu einem Topteam in der Bundesliga. Letzte Saison gelang die Krönung mit dem erstmaligen Einzug in die UEFA Champions League, wo man heuer allerdings bereits in der Gruppenphase ausschied. Stranzl ist in Mönchengladbach sehr gefragt, sein Körper spielt aber nicht mehr ganz mit so beendete Stranzl seine Karriere nach der Saison 2015/16.

 

Erwin Hoffer

Nr. 22, 1 Einsatz

Erwin Hoffer durfte sich im Entscheidungsmatch gegen Deutschland bei der EM 2008 beweisen, konnte die Niederlage aber nicht abwenden. Kurz vor EM-Beginn wurde der 28-Jährige mit Rapid Wien österreichischer Meister und wechselte ein Jahr später in die Serie A zum SSC Napoli. In Neapel konnte er sich nicht durchsetzen und wurde zunächst nach einem Jahr an den 1. FC Kaiserslautern für eine Saison und danach für eineinhalb Jahre an Eintracht Frankfurt ausgeliehen. Nach einer weiteren Leihe an Kaiserslautern in der Rückrunde 2012/13 wurde Hoffer am Ende der Saison von Fortuna Düsseldorf verpflichtet. Dort verbrachte er die nächsten zwei Jahre, ehe er letzten Sommer zu Ligakonkurrent Karlsruher SC übersiedelte. Beim KSC ist der Mittelstürmer momentan nur zweite Wahl und befindet sich mit den Baden-Württembergern im Mittelfeld der 2. Bundesliga.

 

Jürgen Säumel

Nr. 19, 3 Einsätze

In allen drei Spielen bei der EM stand Jürgen Säumel auf dem Platz. Nach der EM wechselte der 31-Jährige von seinem Stammverein Sturm Graz nach Italien zum FC Torino, für die er insgesamt 32 Partien absolvierte. Nach eineinhalb Saisonen wurde der Mittelfeldspieler für eine Saison an Brescia Calcio weiterverliehen, kehrte danach wieder zu den Turinern zurück und wurde nach einem halben Jahr jedoch an den MSV Duisburg ausgeliehen. Nach diesem Engagement kehrte er zu Sturm zurück, die gerade frisch Meister in Österreich wurden, und verbrachte dort die nächsten zwei Jahre. Nach drei Monaten ohne Verein schlug dann der SC Wr. Neustadt zu. Ein Jahr später im Sommer 2014 verpflichtete Wacker Innsbruck den 20-fachen Nationalspieler für die Ablösesumme von 25.000 Euro. Derzeit ist Säumel Stammspieler und kämpft mit den Tirolern um den Aufstieg von der Ersten Liga in die Bundesliga.

 

Roman Kienast

Nr. 18, 3 Einsätze

Im Nationalteam traf Roman Kienast genau einmal in elf Spielen, und genau jenes Tor im Testmatch gegen Nigeria kurz vor der EURO brachte ihm die Fahrkarte zur Endrunde. In allen drei Partien wurde der 31-Jährige vom Teamchef eingewechselt. Damals spielte Kienast noch in Norwegen, nämlich für Ham-Kam. Nach der EM wurde er von Helsingborgs IF für drei Monate ausgeliehen, kehrte dann aber zu den Norwegern zurück und musste sogar in der zweiten Liga spielen. Im Jänner 2010 kehrte er nach Österreich zurück. Dort feierte er zunächst mit Sturm Graz den Meistertitel 2010/11. Danach konnte er das mit Austria Wien wiederholen und erzielte im Sommer 2013 in der Qualifikation zur Champions League den entscheidenden Treffer für die 'Veilchen', die sich damit erstmals für die Königsklasse qualifizieren konnten. Seit Jänner 2015 spielt der Mittelstürmer wieder in Graz.

 

Joachim Standfest

Nr. 2, 1 Einsatz

Auch Joachim Standfest wurde mit Sturm Graz österreichischer Meister 2011. Der 35-Jährige stand bei der EM nur im Eröffnungsmatch gegen Kroatien auf dem Platz. Damals stand der rechte Verteidiger noch bei Austria Wien unter Vertrag und wechselte im Sommer 2010 zu den Grazern, die er ein Jahr nach dem Meistertitel Richtung Kapfenberg verließ. Nach einer Saison beim KSV nahm der Wolfsberger AC den gebürtigen Leobener unter Vertrag. Mit dem WAC spielt Standfest momentan in der Bundesliga mit und konnte sogar in der Qualifikation zur Europa League mit den Kärntnern mitwirken. Mittlerweile stehen bei ihm 464 Bundesligaspiele und 34 Teameinsätze auf dem Papier.

 

Ümit Korkmaz

Nr. 11, 3 Spiele

Nach einer starken Saison mit Rapid gab Ümit Korkmaz kurz vor der EURO sein Debüt im Nationalteam und wurde zum österreichischen Hoffnungsträger. Eintracht Frankfurt verpflichtete den 30-Jährigen nach der EM. Die ersten zwei Jahre bei der Eintracht waren aber von Verletzungen geprägt, weswegen er nie so richtig den Durchbruch schaffen konnte. Im Jänner 2011 wechselte der Linksaußen für ein halbes Jahr leihweise zum VfL Bochum in die 2. Bundesliga und kehrte daraufhin nach Frankfurt zurück, die nach dem Abstieg aus der Bundesliga ebenfalls zweitklassig wurden. Eine Saison später wechselte der zehnfache Teamkicker ligaintern zum FC Ingolstadt, bei denen er in der zweiten Saison seinen Stammplatz verlor und daraufhin im Winter in die Türkei wechselte. Seit Jänner 2014 ist Korkmaz bei Caykur Rizespor unter Vertrag und kommt derzeit nur sporadisch zu Einsätzen.

 

Roland Linz

Nr. 9, 2 Einsätze

Roland Linz ist so etwas wie ein Globetrotter. Seit der EM spielte der 34-Jährige für sechs Klubs in vier verschiedenen Ländern. Während der EM, bei der in zwei Matches zum Einsatz kam, spielte der Mittelstürmer in Portugal für den SC Braga. Sechs Monate später wechselte er leihweise zum Grasshopper-Club Zürich. Nach dem Leih-Ende verpflichtete ihn der türkische Klub Gaziantepspor. Wiederum ein halbes Jahr danach kehrte er zur Austria Wien zurück, mit denen er in der Saison 2012/13 den dritten gemeinsamen Meistertitel feiern konnte. In der Champions-League-Saison geriet Linz immer mehr ins Abseits bei den 'Veilchen' und wechselte daraufhin in der Wintertransferperiode zu Muangthond United nach Thailand. Dort durfte der gebürtige Leobner sogar in der AFC Champions League mitwirken. Nach einem Jahr in Thailand fand er mit dem CF Belenenses erneut einen Klub aus Portugal, den er jedoch nach einem halben Jahr wieder verließ und seit dem Sommer 2014 vereinslos ist.

 

Jürgen Patocka

Nr. 16, 0 Einsätze

Jürgen Patocka stand in 201 Bundesliga-Spielen für Rapid und den SV Mattersburg auf dem Platz. Bei der EURO kam der fünffache Teamspieler zu keinem Einsatz. Damals stand er bei den Wienern, mit denen er kurz vor der EM Meister wurde, unter Vertrag. Von 2007 bis 2012 kickte der 38-Jährige für die Grün-Weißen - auch in einigen Spielen der Europa League. Im Sommer 2012 ging es dann ins Ländle zur Austria Lustenau, für die er zwei weitere Jahre kickte. Nach dem Engagement bei den Vorarlbergern in der Ersten Liga wechselte der Innenverteidiger zum FC Egg, den er in der Vorarlberg Liga seitdem als Spielertrainer betreut.

 

Markus Katzer

Nr. 13, 0 Einsätze

Als österreichischer Meister mit Rapid Wien stieß Markus Katzer zur EM im eigenen Land, wo er jedoch keine einzige Spielminute aufweisen konnte. Insgesamt 352 Spiele absolvierte der 36-Jährige in der Bundesliga für die Hütteldorfer und für Admira Wacker Mödling, für die er nach seinem Abgang von Rapid zwischen 2013 und 2015 kickte. Letzten Sommer wechselte der elffache ÖFB-Spieler in die Regionalliga Ost zum Vienna FC, bei denen er gleich zum Kapitän aufgestiegen ist.

 

Ronald Gercaliu

Nr. 12, 1 Einsatz

Nach einer schwachen Leistung beim Erföffnungsspiel gegen Kroatien wurde Ronald Gercaliu bei der EM 2008 nicht mehr eingesetzt. Nach der EURO ging es für den 30-Jährigen von der Austria Wien zu Red Bull Salzburg, mit denen er gleich in der ersten Saison den Meistertitel erringen konnte. Die weiteren Stationen des 14-fachen Internationalen waren allesamt nur von kurzer Dauer. Vom SC Wr. Neustadt, über den FC Ingolstadt, dem LKS Lodz, Erzgebirge Aue und Universitatea Cluj ging es im Sommer 2014 wieder nach Österreich zum SCR Altach zurück. Etwa 200 Oberhaus-Matches hat Gercaliu für seine Vereine absolviert. Letzten Sommer folgte nach dem sensationellen dritten Platz in der Bundesliga mit den Altachern der Sprung in seine frühere Heimat Albanien zum KF Tirana, für die der linke Verteidiger auch regelmäßig kickt.

 

Jürgen Macho

Nr. 21, 3 Einsätze

Jürgen Macho gewann das Duell um die Torwart-Position knapp gegen Alexander Manninger. Der 38-Jährige stand somit in allen drei EM-Partien zwischen den Pfosten. Nach der EURO war die Zeit des 26-fachen Teamspielers von drei vereinslosen Phasen geprägt. Während der EM hütete Macho noch das Tor von AEK Athen, ehe er ein Jahr später ohne Verein da stand. Vier Monate später verpflichtete ihn der LASK, für die er das nächste Jahr bis zu seinem Wechsel zu Panionios Athen unter Vertrag stand. Bei den Griechen stand er die nächsten zwei Jahre im Kader, ehe die Admira den Torhüter als vereinslosen Spieler für ein halbes Jahr unter Vertrag nahm. Danach stand er wieder ohne Klub da und gab im September 2014 sein Karriere-Ende bekannt. Seit einem Monat ist Macho neuer Torwart-Trainer bei der Vienna.

 

Martin Hiden

Nr. 17, 1 Einsatz

Martin Hiden wurde in der Meistersaison von Rapid an Austria Kärnten für die Rückrunde ausgeliehen und kam somit als "halber" Meister zur EURO. Der 42-Jährige wurde im letzten Duell gegen Deutschland als Prödl-Ersatz eingesetzt, es war zugleich sein letztes von 52 ÖFB-Länderspielen. Nach einem weiteren Jahr in Hütteldorf wechselte der Innenverteidiger dann fix nach Kärnten, blieb dort allerdings nur für eine halbe Saison. Nach der Rückrunde ohne Verein wechselte Hiden zu den Red Bull Juniors und beendete dort im Jahr 2011 seine aktive Karriere. Danach folgten Stationen als Trainer und Co-Trainer bei den Juniors von Red Bull, dem FC Pasching, beim LASK und momentan beim SV Grödig (Co-Trainer).

 

Rene Aufhauser

Nr. 6, 3 Einsätze

Rene Aufhauser stand in allen drei EM-Partien auf dem Feld und verschuldete gleich im ersten Match gegen Kroatien nach einem Foul den Elfmeter zum 0:1-Endstand. Der 39-Jährige stand damals bei Red Bull Salzburg unter Vertrag und feierte mit den 'Bullen' in den zwei Saisonen nach der EURO jeweils den Meistertitel in der Bundesliga. Im Jahr 2010 ging es zum Ligakonkurrent LASK, für die der defensive Mittelfeldspieler die nächsten zweieinhalb Jahre kickte. Von 2012 bis 2014 stand Aufhauser beim FC Liefering unter Vertrag und beendete daraufhin mit insgesamt 423 Bundesliga-Matches im Gepäck seine Karriere. In 57 Spielen für den ÖFB konnte der gebürtige Voitsberger zwölf Tore erzielen. Im Dezember 2015 stieg er vom Lieferinger Co-Trainer zum Salzburger Co-Trainer bei Red Bull auf.

 

Ivica Vastic

Nr. 7, 2 Einsätze

Das (der) Beste kommt zum Schluss. Ivica Vastic wurde zur EM ob seiner Klasse einberufen. Da im ÖFB-Team die Alternativen dünn besät waren und Andreas Ivanschitz keine starke Rückendeckung bekommen hatte, wurde der heute 46-Jährige kurz vor der EURO ins Team zurückgeholt. Und seine Rückkehr war historisch geprägt, denn in seinem 51. und letzten Match für den ÖFB erzielte der damalige Spieler des LASK das bisher einzige Tor Österreichs bei einer EM-Endrunde. Im entscheidenden Match gegen Deutschland erfolgte die "Kapitulation", als der frühere Sturm-Kicker nicht mehr eingewechselt wurde. Ein Jahr danach beendete Vastic seine Karriere bei den Linzern und arbeitet seitdem als Trainer. Nicht so erfolgreich verlief seine Zeit als Trainer der Austria Wien, damals schien 'Ivo' noch nicht soweit zu sein. Im Dezember 2013 übernahm der gebürtige Kroate den SV Mattersburg und schaffte mit den Burgenländern in der letzten Saison den Wiederaufstieg in die Bundesliga.

 

Nicht alle waren mit den Entscheidungen von Teamchef Josef Hickersberger zufrieden. Marc Janko zum Beispiel hatte das Nachsehen gegenüber einem Roman Kienast. In der Bundesliga-Saison nach der EM wurde Janko als Salzburg-Kicker überlegener Torschützenkönig mit sagenhaften 39 Toren. Letztes Jahr wurde der 32-Jährige auch in der australischen A-League für den Sydney FC Torschützenkönig und erlebt mit seinem neuen Klub FC Basel so etwas wie einen zweiten Frühling, erneut als momentan bester Torschütze der Swiss Super League.

Im Sturm fielen auch Stefan Maierhofer und Sanel Kuljic aus dem endgültigen Kader. Maierhofer wechselte daraufhin jährlich seine Klubs. Bis auf Red Bull Salzburg, mit denen er Meister und "Topscorer" der Bundesliga wurde, blieb er einem Klub nie länger als ein Jahr treu. Für Kuljic ging es nach der EM stetig bergab, nach zwei Auslandsstationen gab er 2013 beim Kapfenberger SV sein Karriere-Ende bekannt. Seit der Verurteilung im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals sitzt der 38-Jährige im Gefängnis.

Auch der frühere langjährige Deutschland-Legionär Markus Weissenberger verpasste den Sprung auf den EM-Zug. Mit 29 Teameinsätzen (ein Tor) und neun Jahren beim nördlichen Nachbarn war der heute 40-Jährige ein erfahrener Mann. Im Jahr 2011 beendete der flinke Offensivspieler seine Karriere beim unterklassigen Union Pregarten. Er war der einzige Mittelfeldspieler, der aus dem EM-Kader gestrichen wurde.

In der Defensive erwischte es Andreas Ibertsberger, Andreas Dober und Franz Schiemer. Ibertsberger machte sich bei Hoffenheim einen Namen und kam in der deutschen Bundesliga auf insgesamt 81 Einsätze. Im Nationalteam brachte es der 33-Jährige auf 14 Matches und ein Tor. Im Sommer 2013 gab der linke Verteidiger sein Karriere-Ende bekannt. Dober kickte nach dem Bruch mit dem damaligen Rapid-Trainer Peter Pacult nur mehr zweitklassig (Hartberg, Vienna, St. Pölten). Ein halbes Jahr hängte er in Zypern bei Ethnikos Achnas an, ehe er zu St. Pölten zurückkehrte und dort zum Stammspieler geworden ist. Schiemer, fünffacher österreichischer Meister, beendete vor einem Jahr seine Karriere, nachdem er fünfeinhalb Jahre bei Salzburg engagiert war.

Bei den Torhütern zogen Helge Payer und Christian Gratzei den Kürzeren. Payer wechselte nach elf Jahren bei Rapid Anfang der Saison 2012/13 nach Griechenland zum AEL Kalloni, beendete jedoch nur wenige Monate danach seine Karriere und wurde ORF-Experte. Im Nationalteam brachte es der 36-Jährige auf 20 Einsätze. Gratzei steht seit 2003 bei den Grazern unter Vertrag und wurde 2011 mit Sturm überraschend Meister. Mittlerweile hat der zehnfache Teamtormann seinen Stammplatz bei den 'Blackies' längst verloren, besitzt aber noch bis Sommer 2017 einen Vertrag.

 

Josef Hickersberger übernahm am 1. Jänner 2006 das Amt des österreichischen Teamchefs und betreute das ÖFB-Team bis zur EURO 2008. Mit seiner Aussage "Nicht die Besten, aber die Richtigen" blieb er bei der Kadersuche den meisten Fans in Erinnerung. Auch sein Ausschluss gemeinsam mit Joachim Löw im letzten EM-Spiel ist ein gewisser "Football Moment". In seiner zweiten Amtszeit als Teamchef konnte er mit sechs Siegen, acht Unentschieden und 13 Niederlagen keine gute Bilanz aufweisen. Die Spieler waren während der EM sehr fit, aber das letzte Quäntchen fehlte zu den Topteams. Vor allem gegen Polen wurden drei hundertprozentige Chancen vergeben. Gegen Kroatien war man zu wenig clever und gegen Deutschland war nicht mehr drinnen.

Sein Nachfolger im ÖFB-Team wurde der Tscheche Karel Brückner. Nach der EM ging der 67-Jährige zurück in die Wüste, und zwar buchstäblich. Drei Mal wurde er zum Trainer des Al Wahda FC (Vereinigte Arabische Emirate) bestellt (2008, 2010 und 2013). Zwischen den ersten beiden Amtszeiten schob der Rapid-Meistermacher der Saison 2004/05 den Job als Teamchef der Nationalmannschaft des Bahrain für vier Monate rein. Seit Juli 2013 besetzte Hickersberger keine Trainerposition mehr und arbeitet seither als Fußball-Experte beim Sender ATV.

 

In der Gruppe B erlebte das ÖFB-Team einige Highlights. Die wichtigsten und schönsten drei Tore rund um die Österreich-Gruppe und die Verweise der beiden Trainer beim Entscheidungsmatch gegen Deutschland haben wir für euch rausgesucht. Das Elfmeter-Tor von Ivica Vastic war der erste und bisher einzige Treffer in der Geschichte des österreichischen Fußballs bei einer EM-Endrunde. Das soll heuer natürlich nicht so bleiben. Viele Tore wünschen wir unserem 'neuen Wunderteam' bei der EURO 2016 in Frankreich!