Gegnerportrait: Nordmazedonien - Der erwünschte Underdog

Für den nicht-österreichischen Fußball-Fan klingt dieses Match möglicherweise nicht nach dem großen Leckerbissen. Es ist aber umso wichtiger für beide Mannschaften. Im ersten Spiel der Gruppe C trifft das österreichische Nationalteam auf Nordmazedonien. Die kleine Nation aus dem Balkan ist erstmals bei einer EM-Enrunde dabei und bereit alles zu geben.

Seit 1991 darf sich Nordmazedonien als unabhängig bezeichnen. Damals aber noch unter dem Namen "Former Yugoslav Republic of Macedonia". Erst im Jahr 2019 bekam man den Namen "Nordmazedonien" verliehen. Ein jahrelang andauernder Disput mit Griechenland verhinderte, dass sich das Land "Mazedonien" nennen durfte. Das Nationalteam gibt es seit 1994. Das erste Pflichtspiel war im selben Jahr gegen den damals amtierenden Europameister Dänemark. In seiner noch relativ jungen Geschichte konnte sich das 2 Millionen-Seelen-Land nie für ein Großereignis qualifizieren - bis zum Jahr 2019. Dank der UEFA Nations League konnte sich Nordmazedonien, mit Siegen gegen den Kosovo und Georgien, erstmals für eine internationale Endrunde qualifizieren. Eine große Leistung für die Mannschaft, deren größter Erfolg bis zu diesem Zeitpunkt der dritte Platz in der Qualifikation zur Euro 2016 war.

Zu den Top 10-Mannschaften gehört Nordmazedonien bekannterweise nicht. Das zeigt auch der 65. Platz in der Weltrangliste. Trotzdem sind in der Mannschaft von Trainer Igor Angelovski Spieler, die man schon auf dem Radar haben sollte. Allen voran der 21-jährige Eljiif Elmas. Mit einem Marktwert von 17 Millionen Euro darf man ihn ohne weiteres als großes Talent bezeichnen. Die 33 Saisoneinsätze beim italienischen Spitzenklub SSC Neapel unterstreichen die Bezeichnung nochmals. Insgesamt finden sich im 26- Mann-Kader von Nordmazedonien 23 Legionäre wieder. Weiter bekanntere Namen im Kader sind unter anderem Ezgjan Alioski (Leeds United), Enir Bardhi (UD Levante) und der 37-jährige Kapitän Goran Pandev (Genua CFC). 

Die bisherige Bilanz zwischen Österreich und Nordmazedonien sieht sehr positiv aus. Zwei Spiele hat das ÖFB-Team bisher absolviert und beide gingen gewonnen. Die Vorzeichen für den ersten österreichischen Sieg bei einer Europameisterschaft stehen also nicht schlecht. Es muss jedoch erwähnt werden, dass ein Newcomer immer vom Momentum profitieren kann. Das Land ist motiviert und wird hinter der Mannschaft stehen. Die ist der ganze klare Underdog und kann nur überraschen. Aber genau das macht Underdogs aus und dafür werden sie geliebt.