Gegnerportrait Niederlande: Der schlafende Riese erwacht

Nach Nordmazedonien ist vor den Niederlanden. Im zweiten Gruppenspiel der EM-Endrunde wartet auf österreichische Nationalmannschaft die Oranje. Wir haben uns den Gegner wieder etwas genauer angesehen.

Der schlafende Riese er ist endlich erwacht. Nach siebenjähriger Abstinenz sind die Niederländer wieder bei einem Großereignis dabei und das als (Geheim-) Favorit. Der Europameister von 1988 ist dieses Jahr mit gemischten Gefühlen im Gepäck zu Endrunde gereist. Junge Talente wie u.a. Frenkie De Jong, der sein Geld beim FC Barcelona verdient, oder Ausnahmekönner Georginio Wijnaldum vom FC Liverpool sprechen für die Niederländer. Etwas in die Jahre gekommene einstige Größen wie Marteen Stekelenburg, der bereits vor elf Jahren als die Niederländer im WM-Finale an Spanien scheiterten, den Ball aus dem Netz holen musste, stoßen unter den Fans hingegen auf Skepsis.

Da wäre zudem eine weitere Personalie, die den Anhängern der Oranje so gar nicht schmeckt. Coach Frank de Boer gilt nicht als große Hexer an der Seitenlinie und wird ähnlich wie Franco Foda oft abwartender Fußball vorgeworfen. Ähnlich wie beim Deutschen, der auf der österreichishcen Bank Platz nimmt, wird gegen der Boer der Vorwurf laut, nicht das volle Potential des Teams auszuschöpfen.

Zu unterschätzen sind die Niederländer jedoch keinesfalls. Bereits im Eröffnungsspiel zeigte sich die individuelle Klasse von Wolfsburg-Torjäger Wout Weghorst und Eindhoven-Juwel Denzel Dumfries. Letztere avancierte mit einer beherzten Leistung und dem spielentscheidenden Treffer zum verdienten Man of the Match. Schnelles Umschaltspiel und technische Finesse sind die Attribute, die das niederländische Spiel auszeichnen. Auch der gegen die Ukraine noch glücklose Memphis Depay wird gegen Österreich alles daran setzten, seine Vita mit einem EM-Tor zu verschönern.

Der große Name, den die Niederländer auf dem Papier mit bringen, ist aber nur bedingt auf dem Platz zu finden. Bereits gegen die Ukraine offenbarten sich neben schnellen Kombination auch individuelle Fehler. Es liegt also an der österreichischen Hintermannschaft die jungen-hungrigen Angreifer in Orange in Zaum zu halten und die ohne den verletzten Superstar Virgil Van Djik ausgestatttete Defensive vor Probleme zu stellen. 

Der niederländische EM-Kader im Überblick:
  • Tor: Marco Bizot (AZ Alkmaar), Tim Krul (Norwich), Maarten Stekelenburg (Ajax)
  • Abwehr: Patrick van Aanholt (Crystal Palace), Nathan Aké (Manchester City), Daley Blind (Ajax), Denzel Dumfries (Eindhoven), Matthijs de Ligt (Juventus), Jurriën Timber (Ajax), Joël Veltman (Brighton), Stefan de Vrij (Inter Mailand), Owen Wijndal (Alkmaar)
  • Mittelfeld: Donny van de Beek (Manchester United, fällt verletzt aus, kein Spieler nachnominiert), Ryan Gravenberch (Ajax), Frenkie de Jong (Barcelona), Davy Klaassen (Ajax), Teun Koopmeiners (Alkmaar), Marten de Roon (Atalanta Bergamo), Georginio Wijnaldum (Liverpool)
  • Angriff: Steven Berghuis (Feyenoord), Cody Gakpo (Eindhoven), Luuk de Jong (Sevilla), Donyell Malen (Eindhoven), Memphis Depay (Lyon), Quincy Promes (Spartak Moskau), Wout Weghorst (Wolfsburg)