Vorschau: Österreich vs. Niederlande - ohne Arnautovic um den Aufstieg

Am zweiten Gruppenspieltag von Gruppe C kommt es im Amsterdam zum Duell der Auftaktsieger wenn die Niederlande das Team von Franco Foda empfangen. Österreich könnte mit einem weiteren Punktgewinn die Tür für die K.O-Phase schon sehr weit aufstoßen. Eines ist aber klar, auf beide Teams wartet eine gänzlich andere Partie als am ersten Spieltag. 

Sowohl bei Österreich als auch bei den Niederlanden verlief die Vorbereitung auf die Endrunde alles andere als reibungslos, bei einem verpatzten Auftakt wäre die Stimmung in beiden Lagern wohl sehr leicht ins Negative gekippt. Nach den jeweiligen Siegen können die Mannschaften etwas entspannter in das weitere Turnier gehen. Österreich fuhr mit zwei späten Toren gegen Nordmazedonien den ersten Sieg bei einer EM-Endrunde ein, die Niederlande rangen die Ukraine in einem Offensivspektakel mit 3:2 nieder. 

Für beide Teams wird das zweite Spiel eine gehörige Umstellung sein. Österreich bekommt nach dem ultradefensiven EM-Debütanten mit den stürmischen Niederlanden zu tun. "Oranje" hingegen hatte mit der Ukraine einen Gegner der ebenfalls mit offenem Visier spielte, Österreich wird die Sache wahrscheinlich etwas konservativer anlegen. Die Trainerteams sind also gefordert, ihre Taktik anzupassen. Das Nationalteam wird sicher seine Konterchancen vorfinden, es wird darauf ankommen, diese deutlich präziser und vor allem schneller zu spielen als in den letzten Partien. Das es gegen die Niederlande freie Räume geben wird und man gegen dieses Team Tore schießen kann, hat die Ukraine gezeigt. Österreich hat sich in den letzten Matches schwer getan, wenn man viel Ballbesitz hatte und das Spiel gestalten musste. Das wird in der Partie gegen die Niederlande nicht der Fall sein, es könnte sein, das unserer Mannschaft die Spielanlage des Gegners sogar entgegen kommt.

Franco Foda überraschte zum Auftakt mit David Alaba als zentralem Innenverteidiger, was sich im Nachhinein als goldrichtiger Schachzug erwiesen hat. Sowohl Alaba als auch Marcel Sabitzer wurden auf den Positionen eingesetzt, die sie im Verein regelmäßig bekleiden und lieferten prompt ihre besten Nationalteam-Leistungen seit Langem ab. Auch gegen die Niederlande ist diese Variante durchaus möglich. Durch den Auftaktsieg steht Österreich anders als 2008 und 2016 nicht schon nach dem ersten Spiel mit dem Rücken zur Wand was die Vorbereitung auf das nächste Spiel deutlich entspannter macht. Österreich lieferte zum Auftakt alles andere als eine Glanzleistung ab und in große Euphorie zu verfallen wäre sicher verfrüht, aber es gibt Aspekte auf die man aufbauen kann.

Eine große Schwächung ist auf jeden Fall die Sperre von Marko Arnautovic der gegen die Niederlande zuschauen muss. Vielleicht kann das Team eine "jetzt erst recht" Stimmung aufbauen und die Energie nutzen. Zumindest steht Arnautovic im wahrscheinlich entscheidenden Spiel gegen die Ukraine wieder zur Verfügung. 

Für Österreich wäre ein Punktgewinn ein großer Schritt Richtung Aufstieg ins Achtelfinale. Bei der EM 2016, als erstmals mit 24 Teams gespielt wurde, stieg jedes Team, das vier Punkte holte, auch in die nächste Runde auf. Der spätere Europameister Portugal und Nordirland schafften es sogar mit nur drei Punkten unter die vier besten Gruppendritten.