Vorschau: Erstes Entscheidungsspiel für ÖFB-Teamchef Franco Foda auf den Färöern

Österreich trifft am Abend in der WM-Qualifikation auf die Färöer. Dabei geht es nicht nur mit dem - zumindest auf dem Papier eingeforderten - Pflichtsieg die Minimalchance auf den zweiten Gruppenplatz zu wahren, sondern auch um die Ära Franco Fodas als ÖFB-Teamchef. Ein Patzer in Torshavn könnte mit Rückblick auf den September-Lehrgang schon sein Aus bedeuten. Doch von einer dritten Blamage auf den Färöern spricht niemand - im Gegenteil. Das Image soll mit dem kommenden Lehrgang aufpoliert werden, ein klarer Sieg auf den Färöern soll der erste Schritt dazu sein.

"Wir können die Diskussionen noch stoppen oder aufhalten, indem wir drei Punkte holen. Das ist jetzt in den zwei Spielen unsere Aufgabe: Ruhe, was das Thema Trainer angeht, reinzubringen", sagt etwa ÖFB-Verteidiger Martin Hintergger vor dem Spiel. Er stärkt dem Trainer genauso wie seine Teamkollegen in den Medienterminen den Rücken, von einer Krise zwischen Mannschaft und Trainerteam ist zumindest im Vorfeld wenig zu spüren.

Dabei sind die Färöer ein ungutes Pflaster für Fußball-Österreich. Die 0:1-Schmach 1990 gegen die Färöer, die damals noch kein Bewerbsspiel in den Beinen hatten, hat Josef Hickersberger in seiner ersten Ära den Job gekostet. 2008 hat das 1:1 in Torshavn das Aus von Karel Brücker als ÖFB-Teamchef eingeleitet. Einzig Marcel Koller hat im Oktober 2013 einen souveränen 3:0-Erfolg auf den Färöer Inseln gefeiert. Foda macht sich drüber aber keine Gedanken und blockt in bekannter Manier auf der Abschluss-Pressekonferenz Fragen zur Trainer-Diskussion ab.

"Es geht nicht um meine Person, das Wichtigste wird sein, dass wir gemeinsam alles unternehmen, um dieses Spiel zu gewinnen." Sportlich will der 55-Jährige die tiefstehenden Färinger mit variantenreichem Fußball knacken. "Wir müssen effizienter vor dem Tor sein. Wir werden unsere Möglichkeiten bekommen und müssen diese eiskalt ausnutzen". Der Kunstrasen im renovierten Nationalstadion Tórsvøllur soll keine Rolle spielen. Das sieht neben Foda auch Hinteregger so, der sogar auf einen wetterbedingten Vorteil hofft. 

"Wenn der Kunstrasen nass ist, dann ist er super zum spielen. Das Spiel wird schneller, was uns natürlich zu Gute kommt. Deswegen hoffen wir auf nasse Verhältnisse und können uns ganz gut auf die Gegebenheiten einstellen. Ein Kunstrasen wird und darf niemals die Ausrede sein, sollte es nicht so gut laufen", so der Eintracht-Legionär. Etwas turbulent war aber bereits die Anreise durch das typisch für die Inseln regnerische und windige Wetter. Der Hinflug der Nationalelf ist von Donnerstag auf Freitag verschoben worden, das sollte aber keine großen Probleme bereiten. Die Landung erfolgte am frühen Freitagnachmittag nämlich problemlos und pünktlich, das Team hatte genug Zeit sich auf das Match vorzubereiten. So fanden Abschluss-Pressekonferenz und Abschlusstraining unkompliziert am Freitagabend statt.

Die rund 200 mitgereisten Österreich-Fans erwartet auf den Färöern eine etwas andere Mannschaft als noch im September. Mit Marko Arnautovic, Christoph Baumgartner, Aleksandar Dragovic, Philipp Lienhart und Andreas Ulmer fallen neben den Langzeitverletzten Sasa Kalajdzic, Xaver Schlager, Julian Baumgartlinger und Stefan Lainer sehr viele wichtige Teamspieler aus. Hinteregger sieht das als eine Chance für junge Spieler. So hoffen Fans auf einen Startelf-Einsatz von Yusuf Demir, auch Rapid-Flügelspieler Marco Grüll drängt auf ein Teamdebüt. 

Neben der Ausgangslage in der Gruppe - vier Punkte fehlen auf den zweiten Platz - ist das Spiel auf den Färöern also auch aus personeller Hinsicht durchaus spannend. Welche jungen Spieler drängen sich für die kommenden Aufgaben und wohl für das WM-Playoff im März auf? Eine erste Antwort könnte es am Abend ab 20:45 Uhr geben, ORF1 überträgt LIVE. Schiedsrichter ist der Bosnier Irfan Peljto. Er hat noch kein Länderspiel Österreichs gepfiffen. Das Wetter in Torshavn laut Online-Wetterkarten: Ein Mix aus Regen, Wolken und leichtem Wind.