PORTRAIT: Patrick Pentz - Gut Ding braucht Weile

Für die letzten beiden Spiele der WM-Qualifikation gegen Israel (12. November, 20:45 Uhr) und Moldawien (15. November, 20:45 Uhr) musste Teamchef Franco Foda erneut die Mannschaft ein wenig umstellen. Das bedeutete für drei Spieler die erstmalige Einberufung in das Team: die beiden RB-Youngsters Junior Adamu und Nicolas Seiwald und Austria Wien-Keeper Patrick Pentz. Letzterer wurde für Alexander Schlager nachnominiert und darf nach einiger Wartezeit endgültig seinen ersten Teamlehrgang absolvieren.

Das Fußballspielen begann der gebürtige Salzburger bei seinem Jugendverein Bürmoos. Danach ging es für ihn, wie auch einigen anderen derzeitigen Nationalteamspielern, nach Salzburg in die Akademie. Von 2006 bis 2013 durchlief er dort einige Jugendmannschaften bis es ihn zur Austria nach Wien zog. Seit 2013 steht er am Verteilerkreis unter Vertrag, anfangs noch in der zweiten Mannschaft. 

Im Jahr 2015 wurde er in die erste Mannschaft hochgezogen und musste sich anfangs hinter Robert Almer und Osman Hadzikic anstellen. In der Saison 2017/18 konnte der erst 20-jährige Pentz erstmals vermehrt für die Austria auf dem Platz stehen. Insgesamt 24 Einsätze in der Liga und fünf Einsätze in der Europa League konnte er in dieser Spielzeit verzeichnen. In der nächsten Saison war Pentz bis zum Saisonfinish ebenfalls der Einserkeeper. In den letzten fünf Partien der Saison wurde auf Ivan Lucic gesetzt, der auch in der Hinrunde der Saison 2019/20 der Stammkeeper war. Pentz musste sich bis dahin mit der Rolle als Ersatzkeeper zurechtfinden.

Durch eine Meniskusverletzung von Lucic kam Patrick Pentz wieder vermehrt zu Einsätzen und festigte seine Rolle als Stammgoalie, die er bis heute nicht mehr abgab. In den letzten Saisonen war Patrick Pentz wohl einer der wenigen positiven Konstanten bei der Austria. 

Besonders in der letzten Saison hat Pentz der Austria mit starken Auftritten der Austria den ein oder anderen Punkt gerettet. Diese Leistungen haben ihm auch den Titel zum "Torhüter der Saison 2020/21" beschert. Mit "nur" 1,86m gehört er nicht zu den größten Torhütern, aber wahrscheinlich zu denen mit der schnellsten Reaktion. Auf der Linie zeichnet er sich oft mit akrobatischen Paraden aus, die ihm nun eine Einberufung in das Nationalteam gesichert haben.

Trotz der starken Leistungen in den letzten Saisonen hat es gedauert bis er in die Nationalmannschaft gekommen ist. Besonders die starken Auftritte von Daniel Bachmann im Zeitraum rund um die EM 2021 animierten den Teamchef wohl eher weniger Veränderungen durchzuführen. Nachdem Franco Foda bei der Kaderbekanntgabe anklingen hat lassen, dass er sich auf noch keinen fixen Tormann für Israel und Moldawien festlegen will, stellt sich wieder die Frage, um die Nummer eins im Team. Bachmann sitzt bei Watford wieder auf der Bank, während Heinz Lindner bei Basel gute Leistungen zeigt. Ob Pentz bei dieser Entscheidung ein Wörtchen mitreden wird, wird sich zeigen. Zeit, um sich für diese Aufgabe vorzubereiten, hatte er in den letzten Saisonen zur Genüge.