Sebastian Prödl - mehr als ein Backup

Auf Sebastian Prödl ist seit Jahren Verlass

Marcel Koller ist bereits der fünfte Teamchef unter dem Sebastian Prödl zu Nationalteamehren kommt. Der Steirer absolvierte seit seinem Debüt, es war ein Kurzeinsatz bei einer 0:1-Testspielniederlage gegen Schottland unter Josef Hickersberger, 56 Teamspiele für Österreich. Damit ist der Innenverteidiger hinter Kapitän Christian Fuchs momentan der Spieler mit der zweitmeisten Länderspielerfahrung. Zu seinen Highlights in rot-weiß-rot zählen ein Doppelpack beim 3:4 gegen die Niederlande im Vorfeld der Heim-EM 2008 und die Teilnahme an der EM 2008 in Österreich und der Schweiz. In den beiden Gruppenspielen gegen Kroatien und Polen spielte der 1,94m große Prödl durch und holte beim 1:1 gegen Polen den Elfmeter in der Nachspielzeit heraus. Im abschließenden Gruppenspiel gegen Deutschland fehlte der jetzige Legionär des FC Watford gelbgesperrt.

In der Qualifikation für die Europameisterschaft in Frankreich kam der Steirer sieben Mal zum Einsatz und spielte in fünf Partien durch. In diesen Partien wurde er stets als rechter Innenverteidiger neben Aleksandar Dragovic eingesetzt und ersetzte dabei den verletzten Martin Hinteregger. Obwohl das ÖFB-Team in den fünf Partien großteils defensiv sehr sicher agierte, man kassierte vier Treffer, wird Sebastian Prödl bei der Endrunde in Frankreich wohl wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen. Dies bestätigten auch die letzten beiden Aufstellungen bei den März-Länderspielen gegen Albanien und die Türkei.

Mit Prödl im Strafraum ist immer was los

Sebastian Prödl zeigte bereits als Kapitän bei der U20-WM 2007, als Österreich sensationell Vierter wurde, welche Qualitäten er mitbringt. Einerseits brillierte er durch enorme körperliche Präsenz und andererseits ist der ehemalige Bremer bei Eckbällen immer wieder eine Gefahr für die gegnerischen Torhüter. Dies beweisen vier Tore im Teamtrikot ebenso wie seine zwei Saisontreffer für den FC Watford und insgesamt 13 Tore in sieben Jahren für seinen ehemaligen Verein, den SV Werder Bremen. In Bremen wurde Prödl, dessen erste Profistation der SK Sturm Graz war, immer wieder für seine Defizite im Stellungsspiel kritisiert. Diese sind zwar mit Sicherheit vorhanden, 149 Spiele in der deutschen Bundesliga und eine gelungene Debütsaison in der Premier League sprechen aber dafür, dass er es versteht, diese Schwächen durch andere Tugenden wie Siegeswillen und ein durchaus gutes Aufbauspiel wettzumachen.

Rückblick auf die Saison beim FC Watford

Im vergangenen Sommer verließ Prödl nach sieben Saisonen in Bremen die deutsche Bundesliga und schlug seine Zelte beim Premier-League-Aufsteiger FC Watford auf. Die "Hornets" spielte eine gute Saison und konnten bereits frühzeitig das Abstiegsgespenst aus der Vicarage Road vertreiben. Am Ende belegte man den soliden 13. Platz und erreichte zudem das Halbfinale des altehrwürdigen FA-Cups.

Für den österreichischen Neuzugang selbst lief die Saison einigermaßen abwechslungsreich. Prödl spielte zu Beginn der Saison neun Spiele durch und kam im Folgenden, auch aufgrund einer Wadenverletzung die ihn fünf Wochen außer Gefecht setzte, von Mitte Oktober bis Ende Dezember gar nicht zum Einsatz. In der Rückrunde rotierte der mittlerweile entlassene Trainer Quique Sanchez Flores in der Innenverteidigung sehr stark und Prödl spielte elf der 19 Partien. In den letzten Wochen gelangen ihm gegen West Ham United und den AFC Sunderland seine ersten beiden Tore in der englischen Premier League.

 

Steckbrief
[Sebastian_Prödl]
Geburtsdatum 21.06.1987
Geburtsort Graz
Position Innenverteidigung
Verein FC Watford
Bisherige Vereine

SV Werder Bremen
SK Sturm Graz
SV Feldbach
SV Kirchberg

Nationalteam-Debüt 30.05.2007
Spiele im Nationalteam 56
Tore im Nationalteam 4