Die Teamneulinge im Portrait – Stefan Stangl

Schon mal vom Ort Wagna gehört? Nein? Dürfte bei den meisten vermutlich der Fall sein. In dieser steirischen Marktgemeinde mit 5538 Einwohnern in der Steiermark wurde 1991 ein gewisser Stefan Stangl geboren - einer von drei Neulingen in Marcel Kollers ÖFB-Teamauswahl für den heutigen Test gegen Georgien.

Seine Anfänge im Fußball erlebte Stefan Stangl bei der SV Lebring Jugend. Nach drei Jahren verließ er seine Fußballwiege Richtung Sturm Graz Jugend. Dort durchkämmte er sämtliche Nachwuchsabteilungen, bis er (nach einer Leih-Zwischenstation beim SV Grödig 2012) schließlich fixer Bestandteil des Grazer Profikaders wurde. Mit 20 Jahren lieferte Stangl vor den Augen von Coach Franco Foda sein Bundesliga-Debüt über die volle Spieldistanz gegen Austria Wien. Wenige Tage später folgte sogleich die internationale Premiere in der Europa League-Gruppenphase gegen AEK Athen.

Doch der wirkliche Durchbruch wollte dem jungen Steirer bei den Grazern nicht gelingen. Mit SV Horn und Wiener Neustadt folgten 2012/2013 zwei weitere Leihstationen. Wr. Neustadt sollte auch die Adresse werden, an der Stangl seinen nächsten fixen Vertrag unterzeichnet - er wechselte 2013 ablösefrei zu den Niederösterreichern, da er bei Sturm keinerlei Perspektiven mehr sah.

Schlussendlich platzte in der Saison 2013/14 der Knoten, Stangl avancierte zum Bundesliga-Stammspieler und kam auf respektable 28 Einsätze. Er entwickelte sich langsam aber beständig zu den aussichtsreichsten Außenverteidigern am österreichischen Markt.

Kein Wunder also, dass Rapid Wien relativ bald die Fühler nach ihm ausstreckte und sich den 1,85m-Mann ebenso ablösefrei sicherte. Ein aus finanzieller Sicht exzellenter Deal, wie sich später herausstellen sollte. In seiner zweiten Saison bei den Hütteldorfern wurde er Teil der Stammmannschaft. Die Linksachse mit Florian Kainz wurde schon bald die gefährlichste der Liga, Stangl konnte selbst fünf Tore und zwei Assists beisteuern. Er beendete seine starke Vorsaison jedoch mit einem Syndesmosebandriss samt wochenlangem Ausfall.

Was danach folgte, war ein relativ langgezogenes Wechseltheater rund um ihn. Doch ein Transfer zu Sebastian Prödl-Klub Watford zerschlug sich schließlich. Als schon fast die Zeichen auf einen Verbleib Stangls standen, schaltete sich Red Bull Salzburg ein. Die Bullen legten mehr als 1,5 Millionen Euro auf den Tisch, er unterschrieb beim Meister bis 2020. Wo es mit Andreas Ulmer freilich starke Konkurrenz auf der LV-Position gibt.

Und nun die Einladung von Teamchef Marcel Koller - ohne dass Stangl übrigens zuvor für eine österreichische U-Auswahl auflief. Beständig klimmt der im Oktober 25 Jahre werdende Steirer die Karriereleiter hoch. "Damit habe ich nach meinem Abgang bei Sturm nicht gerechnet. Aber mein Ziel war es immer, dort hinzukommen, wo ich jetzt bin. Natürlich musste ich Schritte zurück machen, aber das war für meine Entwicklung enorm wichtig. Am Ende hat es sich bezahlt gemacht", blickt Stangl überrascht auf seinen Verlauf zurück.

Was sicherlich ein weiteres Plus für Stangl neben seinen Defensivqualitäten ist: Seine Offensivstärke, die ihm im linken Außenfeld zugute kommt. Es wird sich zeigen, ob der Neo-Bulle in die Rolle eines potenziellen Christian Fuchs-Nachfolgers hineinwachsen kann. Doch wer Stangls letzte Jahre aufmerksam verfolgt hat, der weiß: Dieser Steirer hat noch Großes vor - und er selber wächst mit der Aufgabe kontinuierlich mit.

 

Steckbrief
Stefan Stangl
Geburtsdatum 20.10.1991
Geburtsort Wagna (Stmk.)
Position Linksverteidiger, linkes Mittelfeld
Verein Red Bull Salzburg
Bisherige Vereine

SK Rapid Wien
Wiener Neustadt
SV Horn (Leihe)
Sturm Graz
SV Grödig (Leihe)
SV Lebring Jugend

Bundesliga-Debüt (Österreich) 24.9.2011

Bundesliga-Spiele (Österreich) und Tore

73 (5)
Erste Liga (Österreich)-Spiele und Tore 38 (1)

Spiele und Tore Jugendnational-mannschaften

0 (0)